Interkulturelle Kompetenz Fitnessprogramm für multikulturelle Arbeitswelten

Von Yvonne Weber – Lesedauer: 3 Minuten  

Sicher agieren auf jedem Parkett  Foto: Drobot Dean/Adobe Stock
Sicher agieren auf jedem Parkett Foto: Drobot Dean/Adobe Stock

Als „Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts“* soll die interkulturelle Kompetenz Berufstätige in der globalisierten Arbeitswelt fit fürs internationale Parkett machen. Die passende Lernumgebung macht‘s möglich.

Hinter dem Begriff der interkulturellen Kompetenz verbirgt sich eine Kombination aus vielen unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Je nach individuellem und beruflichem Bedarf sind völlig unterschiedliche Kompetenzen gefragt. Dazu zählen beispielsweise Fremdsprachenkenntnisse, Offenheit, Kommunikationsfähigkeit, Rollendistanz, Frustrationstoleranz und Anpassungsfähigkeit. Auch sollte man in der Lage sein, Verständnis für Situationen aufzubringen, die je nach Kultur unterschiedlich ausgelegt werden und dann zu Missverständnissen führen können.

Im Übrigen schlagen alle Beschäftigten – ungeachtet ob im internationalen oder nationalen Kontext – gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe, wenn sie im heutigen Arbeitsumfeld bereit sind, interkulturelle Kompetenzen zu erlernen: Die sogenannte „VUKA-Welt“ greift um sich, die geprägt ist von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (Mehr-, Doppeldeutigkeit). Doch wo und wie lernt man am besten diesen bunten Kompetenzen-Cocktail? Welche Lehrformate sollten Bildungseinrichtungen hierfür konzipieren und anbieten?

Reflexionsfähigkeit ist wesentlich

Bei der Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz ist die Reflexionsfähigkeit wesentlich. Da interkulturelles Lernen ein dynamischer Prozess ist, haben Lernwillige aufgrund ihrer andersartigen Biografien völlig unterschiedliche Ausgangsniveaus. Die Fähigkeit zu reflektieren, hilft den Lernenden, erstens bereits vorhandene Kompetenzen wahrzunehmen und zweitens Lücken zu erkennen, die sie mithilfe bestimmter Methoden schließen können. Zudem schärft die Reflexionsfähigkeit die eigene kulturelle Weltsicht und versetzt so die Lernwilligen in die Lage, diese zu relativieren. Sie trägt somit erheblich dazu bei, das jeweils individuelle Kompetenzniveau der Lernenden weiterzuentwickeln.

Theorie und Praxis gehen Hand in Hand

Um die Reflexionsfähigkeit zu fördern, müssen Theorie und Praxis Hand in Hand gehen: Die erlernte Theorie muss in der Interaktion mit Menschen aus anderen Kulturen erlebt und reflektiert werden. Ein Lehrformat, das genau diesen Bedarf abdeckt, sind Auslandsexkursionen am Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW CAS). Im Modul International Business reisen Studierende, die ein berufsintegrierendes Masterstudium absolvieren, nach China, Indien, Jordanien oder Vietnam. Dort recherchieren und erleben sie lokale Themen, begegnen dabei Personen fremder Kulturen und setzen theoretische Kenntnisse in die Praxis um. In den Nachbesprechungen reflektieren die Lernenden ihre Erlebnisse, bearbeiten dabei auch negative Erfahrungen. Damit diese nicht zu einer Ablehnung der fremden Kultur führen oder sich bereits vorhandene Stereotype nicht weiter verfestigen, spielt die Reflexion hier eine besonders wichtige Rolle.

Beliebtes und begehrtes Lehrformat

Von den Masterstudierenden am DHBW CAS wird das Modul International Business als außerordentlich gut bewertet. Denn neben den vielen interessanten und spannenden Eindrücken und Lebens- und Lernerfahrungen, die die Studierenden bei den Auslandsexkursionen machen, eignen sie sich die „Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts“ an. Und die kann man schließlich für jedes Parkett gebrauchen.


Autorin

Yvonne Weber

Wissenschaftliche Referentin im Fachbereich Wirtschaft

DHBW CAS

 

Das DHBW CAS bietet berufsintegrierende und berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Fachbereichen Wirtschaft, Technik und Sozialwesen sowie andere Weiterbildungsmöglichkeiten.

* Quelle: Bertelsmann Stiftung (2006): Interkulturelle Kompetenz – Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts? Thesenpapier der Bertelsmann Stiftung auf Basis der Interkulturellen-Kompetenz-Modelle von Dr. Darla K. Deardorff