Das Gebiet liegt auf Erdmannhäuser Gemarkung, wird aber gemeinsam entwickelt. Foto: Werner Kuhnle

Der Weg für das neun Hektar große Gewerbegebiet zwischen Marbach und Erdmannhausen im Kreis Ludwigsburg ist frei. Aus Marbach kam aber auch Kritik.

Es ist geschafft. Sowohl die Marbacher als auch die Erdmannhäuser Gemeinderäte haben in der letzten Sitzung vor der Sommerpause einen Knopf an eine Vereinbarung gemacht, die wiederum die Basis für die Entwicklung des gemeinsamen Gewerbegebietes Bremental ist. Die neun Hektar, die überplant werden sollen, liegen auf Gemarkung Erdmannhausen. Die Gewerbeflächen können in mehreren Abschnitten entwickelt werden.

 

Die Kosten in Sachen Entwicklung und Unterhaltung werden zu 60 Prozent von der Gemeinde Erdmannhausen und zu 40 Prozent von der Stadt Marbach getragen. Die Grundstücke befinden sich aktuell überwiegend noch in privater Hand und sollen gemeinsam aufgekauft und vermarktet werden. Für den ersten Bauabschnitt gibt es schon einen Vorentwurf für einen Bebauungsplan und einen Investor, der die Flächen in besagtem Bereich bereits weitgehend in seinem Besitz hat.

Puls kritisiert Flächenverbrauch

In Marbach gab das Gremium mit großer Mehrheit grünes Licht. Kritik kam jedoch von der Gruppe Puls. Inhaltlich sei gegen die Vereinbarung nichts einzuwenden, sagte Hendrik Lüdke. Allerdings sei sie Grundlage für eine weitere große Versiegelungsfläche und einen Natureingriff. Mit Blick auf die Themen Hitze, Regen, Artenvielfalt und Biodiversität sei es verrückt, so weiterzumachen wie bisher. „Und wir bleiben konsequent dabei: keinen weiteren Flächenverbrauch“, betonte Hendrik Lüdke am vergangenen Donnerstag.

Zur Erinnerung: In der heißen Phase des Bürgermeisterwahlkampfes im Februar 2021 hatte der Puls-Rat zusammen mit Lothar Sondermeyer, Christiane Scheuing-Bartelmess, Heinz Reichert, Ernst Morlock, Jürgen Schmiedel und Uli Lauterwasser (alle SPD) einen offenen Brief an die Bürger und Bürgerinnen geschickt und in besagtem Brief auch Bremental thematisiert. 2020 sei das gemeinsame Gewerbegebiet mit Erdmannhausen endlich vereinbart worden. Jenes Gebiet, hieß es in dem Brief, an dem sich schon Trosts Vorgänger Herbert Pötzsch und Heinz Georg Keppler die Zähne ausgebissen hätten. „Herr Trost hat den gordischen Knoten durchschlagen. Vielen Dank Herr Trost.“

Einen Widerspruch zwischen dem damaligen Lob und der jetzigen Kritik sieht Hendrik Lüdke nicht. Seine Unterschrift unter dem Brief vor zwei Jahren bedeute nicht, dass er die aufgeführten Punkte – also auch die Entwicklung des Gewerbegebietes – befürworte, sagt der Puls-Rat auf Anfrage. Er habe vielmehr die Leistung anerkannt, unabhängig davon, ob er das Ziel der Bemühungen teile. „Es ging darum, was er erreicht hatte, und ich hatte da nur unterschrieben, weil der Wahlkampf von der anderen Seite unfair war.“ Er habe noch nie Flächenverbrauch im Außenbereich zugestimmt, betonte Lüdke. „Mit der einzigen Ausnahme – neues Feuerwehrgerätehaus in Rielingshausen. Da gab es keine Alternative.“

In Erdmannhausen gab es am Donnerstag beinahe zeitgleich indes ein einstimmiges Votum für die öffentlich-rechtliche Vereinbarung. Bürgermeister Marcus Kohler zeigte sich „sehr glücklich mit einer sehr guten Lösung“. Weitere Stationen auf der gemeinsamen Reise zum interkommunalen Gewerbegebiet sind die örtlichen Bauvorschriften, die Erschließungsplanung und die Verlegung der Grünzäsur zwischen den beiden Orten. Dabei sei man jeweils schon mitten im Prozess, versichert Kohler.