Das Opernhaus Stuttgart muss dringend saniert werden Foto: Staatstheater

Viel Zustimmung findet der Vorschlag von OB Fritz Kuhn, während der Sanierung des Opernhauses Stuttgart ein Areal bei den Wagenhallen für eine Ausweichbühne zu nutzen. Jetzt gibt es auch lautstarken Protest.

Stuttgart - Deutliche Worte: „Wir als Stadtacker sehen uns weiterhin als festen Bestandteil einer ­nachhaltigen, ökologischen und sozio-kulturellen Subkultur im Rosensteinquartier und fordern deshalb entschieden einen ­sofortigen Stopp der Planung der Interimsoper auf dem Wagenhallengelände.“

Verein Stadtacker? Ein „Gemeinschaftsgartenprojekt“

Um was geht es? Der Verein Stadtacker Wagenhallen skizziert sich selbst als „soziales, interkulturelles Gemeinschaftsgartenprojekt zur gärtnerischen Nutzung einer 2000 Quadratmeter großen einst ungenutzten Fläche im städtischen Raum“. Diese findet sich auf einem an die Wagenhallen angrenzenden Areal, das im Fortgang der Entwicklung der Flächen des Verkehrs- und Städtebauprojektes Stuttgart 21 als Areal C1 für Wohnbebauung vorgesehen ist.

Stuttgarts OB Kuhn sieht ausreichend Flächen für Ausweichbühne und Werkstätten

Nach einem Vorschlag des OB könnte diese Fläche genutzt werden, um während der Sanierung des Opernhauses Stuttgart und der Erweiterung des Staatstheater-Areals (geplant von 2024 bis 2030) dort eine Ausweichspielstätte für die Staatsoper und das Stuttgarter Ballett mit 1200 Sitzplätzen, Flächen für die Staatstheater-Werkstätten und die Verwaltung unterzubringen (mögliche Bauzeit 2021 bis 2024).

Gegenstimmen von Seiten des Kunstvereins Wagenhalle

Das Lob für den Vorschlag ist nicht ungeteilt. So sagte etwa Pablo Wendel, Mitglied im Vorstand des Kunstvereins Wagenhalle in unserer Zeitung: „Man hat das Gefühl, dass hier Hochkultur und Subkultur gegeneinander ausgespielt werden. Es wäre schade, wenn man das Eine mit dem Anderen ersetzte“. Und er betonte: „Ich glaube, die Stadt würde sich sehr schwer tun, wenn sie den direkten Weg ginge. Da wird es zu ungeahnten Widerständen kommen.“

Stadtacker: Position der Stadt „unerklärlich“

Jetzt heißt es in der Stadtacker-Stellungnahme: „Der Gemeinschaft des Stadtackers ist es unerklärlich, dass die Stadt Stuttgart in einem intransparenten Entscheidungsprozess unbedarft eine nachhaltige, sozio-kulturelle und ökologische Subkultur einer Interimsnutzung opfert.“

Staatstheater-Intendanten beim Treffpunkt Foyer der „Stuttgarter Nachrichten“

An diesem Donnerstag holt unsere Zeitung die Intendanten des Staatstheaters Stuttgart in die Liederhalle. „Alles neu? Alles anders“ ist der Treffpunkt Foyer im Hegelsaal (Beginn 19 Uhr) überschrieben. Thema im Gespräch mit den neuen künstlerischen Intendanten Viktor Schoner (Staatsoper Stuttgart), Tamas Detrich (Stuttgarter Ballett) und Burkhard C. Kosminski (Schauspiel Stuttgart) sowie dem Geschäftsführenden Intendanten Marc-Oliver Hendriks sind auch die geplante Sanierung des Opernhauses und die Erweiterung des Staatstheater-Areals um mindestens 10 600 Quadratmeter Nutzfläche.

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