Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell bedankt sich bei Iris Ilg, Erika Kuppert, Helga Mauritz, Brigitte Klein, Heidrun Fakhr und Anne Sternhuber (von links) für ihr Engagement bei der Interessenbörse und bei „LEaktiv“. Foto: Theresa Ritzer

Sechs Frauen kümmern sich darum, dass in Leinfelden-Echterdingen niemand alleine sein muss. Einst haben sie selbst über die Interessenbörse nach Anschluss gesucht.

L.-E. - Iris Ilg ist 2006 mit ihrem Mann nach Leinfelden gezogen. Anfangs kannten sie niemanden im Ort. Ihr Mann, ein leidenschaftlicher Schachspieler, war körperlich eingeschränkt, geistig aber fit. Sie suchte deshalb jemanden, mit dem ihr Mann Schach spielen konnte. Sie entdeckte die Interessenbörse L.-E. und gab über sie eine Anzeige auf. So fand ihr Mann einen Schachpartner. Nach dem Tod ihres Mannes wandte sich Iris Ilg erneut an die Interessenbörse – dieses Mal für sich selbst. Sie schloss sich einer Radfahrer-Gruppe an. „Auch jetzt treffen wir uns noch einmal pro Woche und fahren zwei oder drei Stunden zusammen Rad“, sagt sie. Vor fünf Jahren ist sie schließlich dem Organisationsteam der Interessenbörse beigetreten.

Ähnlich ging es auch den anderen fünf Frauen, die sich ehrenamtlich bei der Interessenbörse engagieren. Heidrun Fakhr hat etwa über die Interessenbörse eine Tennispartnerin gesucht und gefunden. Einst selbst Suchende, bringen die Frauen nun andere Menschen zusammen. „Wir vermitteln Kontakte für Gesellschaftsspiele wie Skat oder Rommé“, zählt Anne Sternhuber auf, „oder für Spaziergänge und Wanderungen“. Erika Kuppert beschreibt, wie so etwas abläuft: „Jeder Suchende wird bei uns in einer Kartei angelegt. Wenn wir eine Anfrage bekommen, suchen wir in der Kartei, ob es jemanden mit demselben Interesse gibt.“ Ist das der Fall, geben die Damen die Telefonnummer des Kontakts aus der Kartei an denjenigen, der anfragt, weiter. „Gibt es keinen, schalten wir eine Anzeige im Amtsblatt“, sagt Kuppert. Die meisten finden jemanden, der mit ihnen etwas unternehmen möchte.

Erste Kontakte wurden vor über 25 Jahren vermittelt

Die Interessenbörse L.-E. gibt es seit über 25 Jahren. Bereits 1991 kam im Stadtseniorenrat der Gedanke dazu auf. Neun Damen und zwei Herren setzten die Idee in der Folge in die Tat um. Am 20. Januar 1992 vermittelte das damalige Team die ersten Kontakte. Zuerst nur per Telefon – ein eigenes Büro bekam die Interessenbörse erst später, zuerst in den Kellerräumen der Volkshochschule und ab 2004 im Amt für Soziale Dienste. Helga Mauritz hat diesen Umzug miterlebt. Aus dem heutigen Team ist sie am längsten dabei. Sie engagiert sich seit 17 Jahren für die Interessenbörse. Im Jahr 2000 kam noch eine weitere Aufgabe hinzu: Unter der Bezeichnung „LEaktiv“ vermittelt das Team der Interessenbörse Menschen an ehrenamtliche Organisationen und Vereine. Brigitte Klein gehört seit elf Jahren zum Team. Sie hat lange als Lernpartnerin gearbeitet und Kindern bei ihren Hausaufgaben geholfen. Mit ihrer Arbeit bei der Interessenbörse will sie den Menschen zeigen, „wie viel Freude es macht, sich ehrenamtlich zu betätigen“.

„In Leinfelden muss keiner allein sein.“

Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell lobt das Team der Interessenbörse und von LEaktiv: „Wir brauchen Sie für die Mitbürger in unserer Stadt.“ Aus vielen Kontakten, die die Interessenbörse in den vergangenen 25 Jahren vermittelt hat, sind langanhaltende Verbindungen und sogar Freundschaften entstanden. „In Leinfelden muss keiner allein sein“, sagt Mauritz, „Man muss nur etwas dafür tun.“

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