Das Kinderhaus Pusteblume in Schorndorf feiert sein 50-jähriges Bestehen – und zeigt, dass es schon bei der Gründung Maßstäbe setzte. Langfristig ist ein inklusiver Bildungscampus in der Stadt geplant.
Es ist ein vorbildlicher, zeitgemäß-moderner Ansatz, der nicht erst vor Kurzem entwickelt worden ist, sondern bereits bereits vor Jahrzehnten seinen Anfang genommen hat. 1973 ist das Kinderhaus Pusteblume von einer Elterninitiative unter Federführung von Dorothea Bogusch in Rudersberg-Schlechtbach gegründet worden. Im September 1974 übernahm der Rems-Murr-Kreis dann die Trägerschaft des Kinderhauses Pusteblume.
Aus der Initiative der Eltern hat sich in den folgenden Jahrzehnten eine staatliche Einrichtung mit integrativen Ansatz entwickelt – und zwar in der Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung. Am Standort in der Jakob-Degen-Straße 30 in Schorndorf, nicht weit entfernt von der Rems-Murr-Klinik und dem Schulzentrum Grauhalde, stehen dabei zwei Einrichtungen unter einem Dach für gemeinsames Lernen und gemeinsames Aufwachsen.
Kinder und Eltern schätzen das Angebot
Die Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Kinderhauses wurde mit einem Tag der offenen Tür verknüpft. Die Leiterin der Pusteblume, Juliane Markmeyer, dankte insbesondere der anwesenden Gründerin Dorothea Bogusch für ihre Initiative und das Engagement für Kinder mit Behinderung. „Kinder mit Behinderung und ihre Eltern schätzen das große fachliche Wissen im Schulkindergarten“, sagte Markmeyer. „Insbesondere für einzelne Kinder wäre eine Aufnahme im Regelkindergarten eine sehr große Herausforderung.“
Auch die Leiterin des Staatlichen Schulamtes Backnang, Sabine Hagenmüller-Gehring, ging auf den integrativen Ansatz ein. „Der Leitgedanke ,Jeder ist anders und alle sind gleich’ für die pädagogische Arbeit des Schulkindergartens Pusteblume macht deutlich, welcher Geist hier herrscht und mit welcher Haltung die Menschen agieren“, sagte sie. „Vielfalt und Unterschiedlichkeit eröffnen für die Kinder mit und ohne Behinderung tagtäglich ein großes und bereicherndes Feld mit Möglichkeiten des Lernens und Erlebens.“ Die intensive Kooperation von Schulkindergarten und Kindertagesstätte sei dabei eine Erfolgsgeschichte, von der alle Kinder, aber sicher auch die hier arbeitenden Pädagoginnen und Pädagogen profitierten. Landrat Richard Sigel übergab im Namen des Rems-Murr-Kreises und der Stadt Schorndorf jeweils ein Bobby Quad zum Spielen an die Kinder.
Ein neuer Bildungscampus entsteht
Der Rems-Murr-Kreis arbeitet aktuell in enger Kooperation mit der Stadt Schorndorf an einem inklusiven Bildungscampus am Standort Rainbrunnen. Hier sollen alle sonderpädagogischen Einrichtungen des Landkreises auf einem Areal zusammengeführt werden. Die Vorbereitungen hierfür laufen derzeit auf Hochtouren. Ein neues Kinderhaus soll entstehen, das die Pusteblume, die Regelkita-Gruppe „Mäuse“und weitere frühkindliche Einrichtungen beherbergen wird. Dieser Campus soll „ein lebendiger Ort des gemeinsamen Lernens und Aufwachsens werden“, so das Ziel.