Seit ihrer Pensionierung schreibt Beate Volmari aus Spaß – und teilt auf ihrer Webseite günstige Ausflugstipps für Omas und Opas. Von L wie Little Stonehenge bis O wie Omnibus.
Beate Volmari hat bis vor kurzem mit Texten für Zeitungen und Bücher ihren Lebensunterhalt verdient. Seit einigen Monaten ist die Autorin und zweifache Oma aus Ludwigsburg, Jahrgang 1961, Rentnerin – und schreibt nun nur noch aus Spaß.
Sie habe sich ihren Beruf zum Hobby gemacht, sagt Volmari an einem grauen Wintertag während eines Besuchs an ihrem Lieblingsort in der Barockstadt: bei Little Stonehenge. Seit sie nicht mehr schreiben muss, tut sie es mit noch mehr Freude – und verbreitet Freude. Mit Ausflugstipps für Omas und Opas in der Region.
Was ist Stadt-Land-Enkel?
Eigentlich hatte sie zum Start in den dritten Lebensabschnitt mal wieder ein Buch schreiben wollen, ein Buch für unternehmungslustige Großeltern mit vielen Tipps, mit Ausflugszielen und Spielideen von A bis Z im Kreis Ludwigsburg. Ihr sei jedoch klar geworden, dass ihr die Verhandlungen mit einem Verlag zu aufwendig seien. Das müsse nicht mehr sein.
Obwohl kein Buch erscheinen wird, können sich interessierte Omas und Opas – und auch alle anderen – mithilfe von Beate Volmari Inspirationen holen: auf der Internetseite „stadtlandenkel.de“. „Ich starte mit Vorschlägen von A bis Z in der Stadt Ludwigsburg, in den nächsten Monaten folgen dann, nach und nach, die Anregungen für den gesamten Landkreis.“ Zudem gibt es auf der Webseite das sogenannte Begrüßungsrätsel, ein Ludwigsburg-Quiz mit zwölf Fragen.
Unter den Tipps von A bis Z findet sich unter anderem das L wie zu Little Stonehenge. Der Steinkreis in der Naturoase Hungerberg sei „ein besonderer, geradezu mythisch anmutender Ort“, sagt die Frau im Ruhestand – oder eher Unruhestand.
„Mein Tipp: Steigt ohne konkretes Ziel in eine beliebige Buslinie ein“
Beate Volmari, gibt günstige Ausflugtipps
Einen imposanten Steinkreis biete längst nicht nur der legendäre Ort Stonehenge in Südengland, sondern auch Hoheneck. Dieser Steinkreis in der Naturoase Hungerberg sei „nicht ganz so alt und geheimnisumwittert wie das Bauwerk nahe Salisbury“. Während über die Hintergründe von Stonehenge bis heute nur spekuliert werden könne, sei die Errichtung des Hohenecker Steinkreises gut dokumentiert. Einen Besuch sei dieser Ort aber allemal wert.
Errichtet wurde der Ludwigsburger Steinkreis von der Firma Hubele im Rahmen einer Renaturierung, nachdem der dortige Steinbruch in den 1990er Jahren stillgelegt worden war. Die 15 Steine sind als große Sonnenuhr angelegt, die an die Kelten erinnern soll, die einst in der Region siedelten. Über dem Steinkreis erhebt sich ein Hang in Form einer Arena.
Das Gebiet Hungerberg sei auch über den Steinkreis hinaus ein tolles Ziel für einen Ausflug mit den Enkeln, so Beate Volmari. Flora und Fauna laden zu Naturbeobachtungen ein, an der Spielfläche mit Rutsche, Balancierbalken und Schaukeln „werden Eure Enkel ihre Freude haben“, heißt es auf der Internetseite, die Beate Volmari mit der Freundin ihres jüngeren Sohnes programmiert und mit Texten und Fotos bestückt hat. Die Bilder hat übrigens ihr zweiter Sohn gemacht, er ist Fotograf.
Beate Volmari ist im Ruhrgebiet aufgewachsen, sie lebt aber schon seit gut 40 Jahren in Baden-Württemberg. Im Anschluss an das Kulturgeschichte-Studium in Tübingen war sie eine Zeit lang beim Museum in Freiberg angestellt. Nach einer Kinderpause hat sie dann angefangen zu schreiben, unter anderem ein Buch über alte Kinderspiele und eines über Ziegen für Kinder.
Ausflugstipps für jeden Gelbdeutel
Auf ihrer neuen Internetseite sind Angebote aufgelistet, die nichts oder nur wenig Geld kosten. Unter dem Buchstaben O etwa geht es um Omnibusse. Speziell für kleine Kinder, die mit ihren Eltern selten im Bus unterwegs sind, seien Busfahrten mit den Großeltern ein tolles Erlebnis. „Mein Tipp: Steigt ohne konkretes Ziel in eine beliebige Buslinie ein und lasst Euch durch die Stadt chauffieren. Für eine Hop-on-Hop-off-Tour in Ludwigsburg ist unter anderem die Linie 427, die von Hoheneck nach Grünbühl fährt, sehr gut geeignet.“
Zahlreiche Attraktionen liegen in unmittelbarer Nähe der Haltestellen: das Neckarufer mit der Schiffsanlegestelle und der Kneippanlage, der Favoritepark, das Blühende Barock, die Innenstadt und der Salonwald. Kinder unter sechs Jahren, weiß die coole Oma, benötigen kein Ticket. Ihre zweijährige Enkelin, erzählt Beate Volmari mit einem Lachen im Gesicht, sei komplett begeistert vom O-Tipp. „Sie ruft immer, wenn sie einen Omnibus sieht, nicht ‚Bus‘, sondern: ‚Oma‘.“