Nachdem die Lufthansa die österreichische Fluggesellschaft Niki Air nicht übernimmt, meldete Niki Air Insolvenz an. Foto: dpa

Die Niki-Pleite trifft nicht nur Fluggäste, sondern auch die Steuerzahler. Denn ohne die Niki-Übernahme wird es für dem Insolvenzverwalter von Air Berlin schwer, den Staatskredit von 150 Millionen Euro zurückzuzahlen, meint Klaus-Dieter Oehler.

Stuttgart - „Starke Wettbewerbsbedenken“ hatte die EU-Kommission in Brüssel. Durch die Übernahme von großen Teilen von Air Berlin, der einstigen Nummer zwei im deutschen Luftverkehr, hätte Marktführer Lufthansa auf vielen Strecken zum Monopolisten werden können, argumentierte die Wettbewerbskommissarin.

Monopol bedeutet hohe Preise und ist nicht gut für die Passagiere. Diese Rechnung geht allerdings nicht immer auf – auch wenn sich die innerdeutschen Ticketpreise seit der Insolvenz von Air Berlin tendenziell erhöht haben. Zum einen muss man bedenken, dass viele der Lufthansa-Passagiere, die die innerdeutschen Flüge nutzen, Umsteiger sind. Ihr Anteil am innerdeutschen Preis ist also in dem Langestreckenticket enthalten. Zum Anderen gibt es auch nach der Air-Berlin-Pleite durchaus Konkurrenz zur Lufthansa. Easyjet darf 25 Air-Berlin-Flieger mit Genehmigung aus Brüssel übernehmen. Und auch Ryanair wird dem Marktführer den Luftraum über Deutschland nicht kampflos überlassen.

Die EU-Kommission hat die Pläne der Lufthansa erschwert

Wettbewerb ist also nicht ausgeschlossen. Dennoch versucht die EU-Kommission, der Lufthansa die Umsetzung ihrer Pläne so schwer wie möglich zu machen, indem sie ihr die Übernahme der Air-Berlin-Tochter Niki madig macht. Am Ende wird möglicherweise wieder einmal der Steuerzahler die Zeche zahlen – ohne die Niki-Übernahme wird es für dem Insolvenzverwalter von Air Berlin schwer, den Staatskredit von 150 Millionen Euro zurückzuzahlen.

klaus-dieter.oehler@stzn.de

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