Im Eltern-Kind-Zentrum steht gesundes Essen für Kinder im Vordergrund. Hier lernt ein Leckermaul die unterschiedlichen Geschmacksnoten kennen. Foto: Sybille Neth

Nach neun Monaten fährt das Stadtteil- und Familienzentrum Ekiz im Stuttgarter Westen wieder in ruhigerem Fahrwasser. Das im Dezember 2016 eingeleitete Insolvenzverfahren ist beendet.

Stuttgart - Das Insolvenzgericht Stuttgart hat das Insolvenzverfahren des Eltern-Kind-Zentrums (Ekiz) im Stuttgarter Westen mit Wirkung zum 1. August beendet. Nun muss die Einrichtung, die von einem Verein geführt wird, nach dem Insolvenzplan des Amtsgerichts wirtschaften. Darin vorgesehen sind zahlreiche Einsparungen und die Erhöhung der Eigenmittelquote.

„Wir mussten uns von vier Teilzeitmitarbeiterinnen aus dem hauswirtschaftlichen Bereich trennen und bei weiteren Stunden reduzieren“, erläutert Elke Arenskrieger, Mitglied der Geschäftsführung im Ekiz. Putzfrauen würden weniger häufig die Büros sauber machen und im Café sei weniger Personal im Einsatz. „Wir sind künftig sehr auf die Mithilfe der Besucher angewiesen.“

Man setzt auf Spender und Sponsoren

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wurde offenbar, dass die Eigenmitteldecke zu kurz geraten war. Künftig müsse das Ekiz 30 Prozent erwirtschaften, was jährlich rund 35 000 Euro entspricht. Aus diesem Grund komme der Verein nicht umhin, die Beiträge der rund 700 Mitglieder von 1. Januar an von 25 auf 48 Euro pro Jahr zu erhöhen, Bonuscard-Inhaber bezahlen dann 35 Euro. Außerdem wird der Materialeinsatz reduziert, auch in der Küche. „Statt zertifizierter Bio-Ware von beispielsweise Demeter verwenden wir jetzt Biolebensmittel aus saisonaler und regionaler Produktion. Das heißt, wir dürfen jetzt auch unser eigenes Gemüse aus dem Hochbeet verarbeiten“, sagt Elke Arenskrieger. Auf der Einnahmenseite hofft das Ekiz auf höhere städtische Zuschüsse. Die muss der Gemeinderat allerdings noch beschließen. Mehr denn je setze man auf Spender, Sponsoren und Fundraising und werbe dafür auf der Homepage www.eltern-kind-zentrum.de.

Der Verein hatte Ende November 2016 die Gehälter der Angestellten in Höhe von 90 000 Euro nicht mehr bezahlen können und am 16. Dezember Insolvenzantrag gestellt. Insolvenzverwalter Philipp Grub führte den Verein (Jahresetat: 1,7 Millionen Euro) in relativ kurzer Zeit und mit Hilfe der Gläubiger aus der Insolvenz.

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