Unter anderem soll der Eingangsbereich des Inselbades erneuert werden. Foto:  

Die Stadt sieht „Optimierungs- und Verbesserungsbedarf“ im denkmalgeschützten Inselbad. In den nächsten Jahren sollen mehrere Millionen Euro investiert werden.

Untertürkheim - Kurz vor dem Jahreswechsel hat das Technische Referat der Stadt dem gemeinderätlichen Bäderausschuss den Bäderentwicklungsplan 2030 – eine „vorausschauende Betrachtung“ – vorgelegt. Das Konzept, das auf einer umfangreichen Bestandsanalyse basiert, dient dem Erhalt und einer Attraktivitätssteigerung der Stuttgarter Bäder, wie Technikbürgermeister Dirk Thürnau betont. Viele Millionen Euro will die Landeshauptstadt in den kommenden Jahren in die Hallen-, Mineral- und Freibäder investieren – auch das Inselbad Untertürkheim soll von einem geplanten Sonderbudget profitieren. Die Bäderbetriebe Stuttgart (BBS) werden dafür ab dem Doppelhaushalt 2020/2021 eine Pauschale beantragen, kündigt Thürnau in einer Vorlage an.

Nachdem zuletzt der Sprungturm für 300 000 Euro saniert wurde, sind nun weitere erhebliche Investitionen ins denkmalgeschützte Inselbad geplant. Dort haben die BBS „Optimierungs- und Verbesserungsmöglichkeiten“ erkannt. Schon zum Start der diesjährigen Freibadsaison soll eine erste Maßnahme umgesetzt sein: Nach Angaben von BBS-Sprecher Jens Böhm wird der sogenannte Trockenspielplatz aufgewertet. Vorgesehen ist der Bau einer Kletter-Spielanlage als Ersatz für das Spielschiff. Zudem wird das Kinderbecken mit einem Sonnenschutz versehen und die Bodenbeläge der Basketball- und Badmintonplätze werden erneuert. „Für diese Maßnahmen sind rund 220 000 Euro reserviert.“

Investitionsbedarf nur grob geschätzt

Damit nicht genug. Schritt für Schritt sollen größere Modernisierungsarbeiten in dem aus dem Jahr 1929 stammenden Inselbad in Angriff genommen werden – und zwar ausschließlich im Winterhalbjahr. Der Sommerbetrieb soll auf keinen Fall beeinträchtigt werden, eine Schließung des Freibads sei nicht beabsichtigt. „Die Erneuerung des Gastronomiegebäudes beginnt voraussichtlich nach der Freibadsaison 2020 im Oktober. 2021 zu Saisonbeginn sollen die Arbeiten beendet und das Gebäude nutzbar sein“, so Böhm. Die Kosten dafür würden sich aus heutiger Sicht auf rund 1,3 Millionen Euro belaufen. „Die Sanierung des 50-Meter-Sportbeckens und des Sprungbeckens wird voraussichtlich nach der Sommersaison 2022 in Angriff genommen und soll 2023 zum Beginn der Freibadsaison abgeschlossen sein“, informiert Böhm. Nach derzeitigem Stand wird mit Kosten von rund 5,26 Millionen Euro gerechnet. Im gleichen Zeitraum sei auch die Dachsanierung des Kassen- und Verwaltungsbereichs geplant sowie die Sanierung des Eingangsbereichs – was der Kalkulation zufolge voraussichtlich mit weiteren 470 000 Euro zu Buche schlagen wird. Die gesamte Investitionssumme könne sich jedoch noch erhöhen, heißt es weiter. Die grobe Kostenschätzung stammt vom Januar 2018 – und die Preise im Baugewerbe steigen unaufhörlich.

Großer Handlungsbedarf in Mineralbädern

Die Finanzierung sämtlicher Maßnahmen und Empfehlungen im Bäderentwicklungsplan steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Gemeinderatsgremien. Sie hängt natürlich auch ab von den verfügbaren städtischen Finanzmitteln, räumt Thürnau in der Vorlage ein. Allein in den fünf von den BBS betriebenen Freibädern wurde ein notwendiger Sanierungs- und Modernisierungsaufwand in Höhe von 20,5 Millionen Euro bis 2025 festgestellt. In das MineralBad Cannstatt müssen der Planung zufolge bis zum Jahr 2028 weitere 15,2 Millionen Euro investiert werden – und da sind die Kosten für die Instandsetzung der gesamten Saunaanlage noch nicht enthalten. Die dortige Technik ist seit 1996 nahezu unverändert in Betrieb. Im Mineralbad Leuze sind Maßnahmen in Höhe von mindestens 34,6 Millionen Euro erforderlich – es fehlen aber noch die Kosten der Angebotsergänzung für ältere Kinder und Jugendliche. Die vorgesehenen Angebotsverbesserungen der acht Hallenbäder bis zum Jahr 2030 schlagen grob geschätzt mit Kosten von 97,7 Millionen Euro (inklusive der 36,1 Millionen Euro für das neue Sportbad im Neckarpark) zu Buche.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: