Die Bienen nutzen Pollen und Nektar für die Aufzucht ihrer Brut und für die eigene Ernährung. Foto: Michael Eick

Die Honigbiene (Apis mellifera) ist das Musterinsekt schlechthin. Von kaum einem anderen Tier ist der Mensch so abhängig wie von ihr. Da lohnt ein genauerer Blick – nicht nur wegen des Bienensterbens.

Fellbach - Über die Honigbiene allein könnte man ganze Bücher schreiben. Es gibt Forscher, die ihre gesamte Karriere und ihr Leben diesem einen Insekt gewidmet haben. Max von Frisch, der die faszinierende Bienensprache entschlüsselt hat, ist sicherlich das berühmteste Beispiel. Doch was macht die Biene so populär?

Mehr als drei Viertel aller Pflanzen werden fremdbestäubt

Zunächst einmal ist die Honigbiene das einzige Insekt, das vom Menschen als Nutztier gehalten wird. Es ist jedoch nicht der Honig, der die Bienen so wertvoll macht. Herausragend ist vielmehr die enorme Bestäubungsleistung. Mehr als drei Viertel aller Pflanzen werden fremdbestäubt, wovon die Honigbienen den allergrößten Teil erledigen. Die wirtschaftlichen Leistungen, die sie erbringen, gehen in die Milliarden: Für Deutschland errechnet man einen Betrag von mindestens vier Milliarden Euro.

Es ist nicht nur der Honig. Es werden auch Bienenwachs, Gelée royale (die Nahrung für junge Bienenköniginnen), Propolis und Pollen, aber auch Bienengift verwertet. Und auch der aus Honig gewonnene Met erfreut sich einer neuen Beliebtheit. Die Bienen selbst nutzen Pollen und Nektar für die Aufzucht ihrer Brut und für die eigene Ernährung. Aus dem Wachs, das sie über spezielle Drüsen absondern, bauen sie die charakteristischen Bienenwaben.

Bienen sehen übrigens nicht so aus wie die Comicbienen

Kaum ein Staatswesen ist so straff organisiert wie ein Bienenstaat. Die Arbeiterinnen übernehmen – je nach Lebensalter – verschiedene Aufgaben im Volk: Brut versorgen, sauber machen, Nahrung herbeischaffen. Über allem thront die Königin, die ihre Arbeiterinnen mit einem speziellen Duftstoff gefügig und untereinander friedlich macht. Sie legt zeitlebens Eier, bis zu 1500 Stück am Tag. So kann ein Bienenvolk im Hochsommer gut 80 000 Tiere umfassen.

Bienen sehen übrigens nicht so aus wie die Comicbienen, die uns ständig begegnen. Auch das Remstal-Gartenschau-Maskottchen Remsi ist leider ein wenig „falsch gebaut“. Der Körper eines Insekts ist in drei Abschnitte gegliedert: Kopf, Brust und Hinterleib. Am Kopf befinden sich ein Paar Fühler und Mundwerkzeuge. Die Facettenaugen sind aus tausenden Einzelaugen zusammengesetzt. Am Thorax setzen drei Beinpaare an, insgesamt also sechs Beine – nicht vier wie bei Remsi und Co. Am Rücken des Thorax setzen auch zwei Paar Flügel an. Das Abdomen beinhaltet die Masse der inneren Organe – und bei Honigbienen einen Giftstachel. Und der Hinterleib der Honigbiene ist nicht schwarz-gelb gefärbt, sondern allenfalls abwechselnd heller und dunkler bräunlich gestreift.

Einzigartig ist die Kommunikation der Bienen. Denn zur Verständigung haben die Insekten ein ausgeklügeltes System aus speziellen Tänzen entwickelt. Bekannt ist der sogenannte Schwänzeltanz, der Futterquellen anzeigt.

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