Das Gewinner-Team begeisterte die Jury mit der Idee einer App, die verletzten Menschen online Hilfe verspricht. Foto: Sebastian Gall

Bei einem Aktionstag des Projekts Start-up BW lernten die Schüler des Wirtenberg-Gymnasiums in Untertürkheim die Gepflogenheiten des digitalen Arbeitsmarktes kennen.

Untertürkheim - Die Welt wird immer digitaler. Entsprechend verändert sich auch der Arbeitsmarkt. Sogenannte Start-ups, wie sie vor allem im amerikanischen Silicon Valley vertreten sind, werden immer wichtiger. Um diesen Wandel Schülern näher zu bringen, hat das Land Baden-Württemberg vor zwei Jahren die Kampagne Start-up BW ins Leben gerufen. Neben Schülergesprächen mit jungen Firmengründern finden regelmäßig auch Aktionstage statt. Dort lernen die Jugendlichen bei der Erarbeitung eigener, innovativer Geschäftsideen unternehmerische Handlungskompetenz und kreative Lösungsfindung. So ein Aktionstag fand am vergangenen Dienstag am Wirtemberg-Gymnasium in Untertürkheim statt.

Dabei verbrachten die Zehnt- und Elftklässler den Großteil des Tages damit, eine Geschäftsidee zu finden und dazu einen Businessplan zu entwickeln. Die Geschäftsidee sollte sich dabei an alltäglichen Problemen orientieren. Im weiteren Verlauf wurde dann überlegt, wie man das Produkt vertreiben könnte, welche Zielgruppe angesprochen und mit welchen Kooperationspartnern zusammengearbeitet werden soll.

Vielseitige Ideen

Nun hatte jedes Schüler-Team bei einem sogenannten Pitch – ein Begriff aus der Werbeagenturen-Branche, der das kurze Vorstellen der Produktideen vor zukünftigen Investoren beschreibt – drei Minuten Zeit, die Jury von ihrem Produkt zu überzeugen. Die Jury bestand aus Mitgliedern des Elternbeirats, die als Unternehmerin, Diplom-Betriebswirtin und IHK-Geschäftsführer ein gutes Auge für wirtschaftliche Zusammenhänge haben. Die Ideen der Schüler waren sehr vielseitig und zukunftsorientiert. Es gab unter anderem ein Boot, das Plastikmüll aus Flüssen entfernen soll oder die Idee, Straßenlaternen auch als Ladestationen für E-Autos zu nutzen. Ein ergonomischer Bürostuhl mit Pedalen, eine Drohne, die Essen an im Stau stehende Autofahrer liefert, eine Website, die verletzten Menschen helfen soll, ein komfortabler Haustierkäfig und ein virtuelles Laufband wurden vorgestellt. „Es waren breit gefächerte Vorschläge, die man nicht unbedingt von Schülern erwarten würde“, sagte Jurymitglied Tanja Springer.

Ärzte-App überzeugt

Zum Sieger wurde letztendlich die Ärzte-App für verletzte Menschen gewählt, mit der man sich online ärztlich, ernährungstechnisch und physiotherapeutisch beraten lassen kann. Als wirkliche Innovation mit hohem Kundennutzen und der Orientierung an digitalen Prozessen, beschrieb die Jury ihre Entscheidung.

Für das Gewinner-Team geht es nun weiter zum Regionalentscheid nach Pforzheim, wo es 200 Euro zu gewinnen gibt. Sollten sie auch dort erfolgreich sein, steht das Landesfinale in Karlsruhe auf dem Plan.

Für Wirtschaftslehrerin Sylvia Ulmer war der Aktionstag ein Erfolg: „Es war mal etwas anderes als ein normaler Schultag. Die Schüler lernen trotzdem viel und man merkt, dass sie Spaß daran haben, eigene Dinge zu entwickeln.“ Auch für die Schüler war es ein erfolgreicher Tag. „Es hat Spaß gemacht, auch mal aus dem Schulalltag auszubrechen. Vor allem war es super, mal mit anderen Klassenstufen zusammenzuarbeiten“, sagte einer der Schüler.

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