Innenstadt "City-Gate" statt Versatel-Gebäude

Von Claudia Bell 

 Foto: Piechowski
Foto: Piechowski

Die Freude OB Schusters über den Abriss des Gebäudes war beim Baggerbiss unübersehbar.

Stuttgart - Wie viel genau das neue City-Gate-Gebäude kostet, verrät der Frankfurter Investor The Carlyle Group zwar nicht. Allzu günstig dürfte es freilich nicht werden für den Bauherrn, denn der elfgeschossige Neubau in Stahlskelettbauweise soll Platz für etwa 680 Arbeitsplätze schaffen.

Die am Freitagvormittag scheinende Sonne war für den Stuttgarter OB Wolfgang Schuster ein deutliches Zeichen dafür, dass das neue Bürogebäude unter einem guten Stern steht. "Ich freue mich sehr, dass das seit drei Jahren leerstehende Versatel-Gebäude nun verschwindet und sich hier etwas tut", sagte Schuster. Das alte Bürohaus sei - wenngleich an prominenter Stelle platziert - noch nie ein prägendes Gebäude gewesen. Er gehe deshalb davon aus, dass es auch künftig von niemandem vermisst werde.

Das aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgegangene Modell der KSP Jürgen Engel Architekten soll nun neue Akzente setzen. Bis zum Jahr 2014 möchte das Büro an die Ecke Kriegsberg-/Theodor-Heuss-Straße ein elfgeschossiges Gebäude mit 15.000 Quadratmeter Mietfläche und einer Bruttogeschossfläche von 18.000 Quadratmetern stellen. "Das City-Gate wird einen ganz besonderen Charakter erhalten und ein klassisch-interessantes Haus werden", sagte Architekt Jürgen Engel. Insgesamt soll das mit hellem Natursteinmaterial erbaute Gebäude 40 Meter hoch sein und durch Vor- und Rücksprünge auch die Höhenbezüge sowie die Gebäude- und Raumkanten der umgeenden Bebauung aufnehmen. "Wir wollten ein Gebäude schaffen, das zwar auffällt, aber eben auch nicht als Solitär verstanden wird."

Dennoch sei der Neubau ein wichtiger städtebaulicher Impuls für die Stuttgarter Innenstadt und markiere den Eingang zur Stadt aus Richtung der Heilbronner Straße. Er liege zudem im Mittelpunkt des wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Stuttgart und verfüge mit dem benachbarten Hauptbahnhof darüber hinaus über eine hervorragende Verkehrsanbindung. Für die Besucher der künftigen Mieter und deren Angestellte stehen etwa 150 Stellplätze in der Tiefgarage zur Verfügung.

Begangen werden kann das City-Gate durch das zentrale Foyer im Erdgeschoss von zwei Vorplätzen aus. Damit erhalten zwei Hauptmieter jeweils ihren eigenen Eingang mit Empfang. Die Büroflächen in den Obergeschossen sind über zwei Treppenaufgänge und Aufzüge zu erreichen. Das Gute ist nach Angaben der Architekten die Aufteilung der verschiedenen Büros: So lassen sich die Flächen je nach dem Wunsch des jeweiligen Mieters in bis zu vier Nutzungseinheiten zu je 400 Quadratmetern pro Etage verteilen. Und das auch noch mit entsprechendem Ausblick: "Von jedem Büro aus hat man einen attraktiven Blick auf die Stadt, weil alle Arbeitsplätze entlang der Außenfassaden angeordnet sind", betont Engel. Die Nebenräume seien in der flexibel nutzbaren Innenzone untergebracht.

Für die Vermietung der Büroflächen sei es derzeit noch zu früh, sagte OB Schuster. Doch bezüglich der Belegung der Büros habe er keinerlei Bedenken, schließlich habe die Landeshauptstadt die bundesweit niedrigste Leerstandsquote. "Wäre ich Investor, könnte ich ruhig schlafen, hier muss man sich keine großen Sorgen machen." Die Lage sei eins a, zudem werde die benachbarte Innenstadt mit der Entwicklung des Europaviertels neu gestaltet. Die städtebauliche Einordnung in jenes Umfeld sei sinnvoll und gewünscht gewesen, betonte Schuster.

Lesen Sie jetzt