Auch die Ludwigsburger Brenz Band, hier bei einem Auftritt in Marbach (Kreis Ludwigsburg), tritt bei der Party auf. Foto: privat

Die DJane Giulia Siegel aus München legt bei „Inklusion macht Party“ im Eislinger Zweigwerk auf. Rund 500 Gäste wollen den Verein „Gemeinsam leben“ feiern.

Kreis Göppingen - Es gibt immer viel zu tun für Gabriele Heer und ihr Vorstandsteam. Denn Heer ist nicht nur Wirtin in der Alten Post in Kuchen, ehrenamtlich leitet sie auch die Geschäftsstelle des Vereins „Gemeinsam Leben Göppingen“. Vor 25 Jahren haben sich dort Eltern von Kindern mit Assistenzbedarf zusammengetan. Sie wollten und wollen erreichen, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben und einen Alltag ohne Vorurteile erleben können. Und dieser Lebenswunsch soll nun nach 25 Jahren groß gefeiert werden.

DJane Giulia Siegel reist aus München an

Inklusion macht Party“ ist das Fest am Samstagabend überschrieben. Nach Sekt und Fingerfood soll es hoch hergehen im Eislinger Zweigwerk, das der Verein gebucht hat. „Wir erwarten rund 500 Gäste, darunter auch 50 Sponsoren. Dass es so viele werden, hätte ich mir anfangs nicht träumen lassen,“ sagt Heer. Prominentester Gast dürfte die DJane Giulia Siegel sein, die von 22 Uhr an auflegen wird.

Den Weg ins Filstal kennt die Münchner Fernsehmoderatorin und Schauspielerin, seit sie mit dem Fernsehkoch Ludwig Heer aus Kuchen liiert ist, der die Alte Post 2016 von seinen Eltern Gabriele und Walter Heer übernommen hat. Aber auch schon vor Siegels Auftritt gibt es Musik. Dafür sorgen der Berliner Singer-Songwriter Philipp Volksmund und seine Band Die Fraktion, die gemeinsam mit der inklusiven Ludwigsburger Brenz Band die Vereinshymnen des VfB und Frisch Auf Göppingen aufführen. Außerdem wird Peter Kühnle, der Marketingleiter von Frisch Auf, den Beginn der Sozialpartnerschaft zwischen Gemeinsam Leben und den Handballern ausrufen. Ein weiterer Schritt, mit dem der Verein sein Netzwerk im Kreis ausbaut, denn Inklusion sei bis heute nur punktuell machbar, erklärt Heer. Das hänge immer noch sehr von den beteiligten Erzieherinnen und Lehrern ab.

Menschen mit Behinderung stärken und einbinden

„Wir wollten damals die Welt verändern. Und diesen Traum hegen jetzt auch wieder junge Menschen.“ Gabriele Heer lobt ihr junges Vorstandsteam mit Jutta Hönes, Waldemar Müller, Petra Hettich und Katrin Scheunemann, das die Idee mit der Party umgesetzt hat. Als versierte Mediendesignerin verpasste Scheunemann dem Verein mit der neu gestalteten Homepage und Auftritten in den sozialen Medien ein modernes Image. Das sei wichtig, um wieder mehr junge Familien anzusprechen, weiß Heer, die 1994 – als junge Mutter einer Tochter mit Behinderung – half, den Verein aus der Taufe zu heben. Von dieser Aufbruchstimmung will sie in ihrer Rede berichten. Den wissenschaftlichen Part des Abends übernimmt Jo Jerg von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Dort hat der Professor für Inklusive Soziale Arbeit, Praxisforschung und Pädagogik der Frühen Kindheit einen Lehrstuhl inne.

Menschen mit Behinderung sind nach Heers Überzeugung übrigens ihre besten Botschafter. Gemeinsam mit der Baden-Württemberg-Stiftung soll in einem dreijährigen Projekt diese Kompetenz gestärkt und mit Hilfe von Inklusionsmanagern auf kommunaler Ebene verankert werden.

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