Tablets könnten schon bald Teil des Unterrichts sein. (Symbolbild) Foto: dpa/Ina Fassbender

Wie kann digitaler Unterricht aussehen? Mit dieser Frage hat sich das Kollegium des Bildungszentrums Weissacher Tal in verschiedenen Workshops beschäftigt.

Waiblingen - Soziale Medien sind seit Jahren sehr beliebt bei Jugendlichen und der richtige Umgang mit ihnen ist ein viel diskutiertes Thema. Im Unterricht komme es dagegen oftmals zu kurz, finden die Krankenkasse Barmer, der TÜV Rheinland und das Social Impact Start Up BG3000, die deshalb gemeinsam die Präventionskampagne „Immer online – nie mehr allein?“ ins Leben gerufen haben. Im Rahmen eines ihrer Projekte hatten die rund 50 Lehrkräfte des Bildungszentrums Weissacher Tal Ende September die Gelegenheit, an einem sogenannten „Digi Camp“ mit verschiedenen Workshops zum Thema Digitalisierung teilzunehmen.

Gefahren durch falsche Nutzung des Smartphones

Die Zielgruppe des Programms sind Lehrer und Schüler von der sechsten bis zur zehnten Klasse. Es sei wichtig, die Heranwachsenden zu einem „gesundheits- und risikobewussten“ Umgang mit sozialen Netzwerken zu erziehen, sagt der Regionalgeschäftsführer der Barmer, Michael Bäuchle. Ihm zufolge besitzen 97 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland ein Smartphone, mit dem sie zahlreiche Fotos und Informationen von sich im Internet preisgeben. Über die Gefahren, die bei einem zu sorglosen Umgang mit persönlichen Daten im Netz entstehen könnten, müsse man informieren, fordert er.

Da sie in der Erziehung eine große Rolle spielen, müsse man auch Eltern und Lehrer aufklären, damit diese den Jugendlichen beim richtigen Umgang mit Facebook, WhatsApp und anderen sozialen Netzwerken helfen könnten. Neben den Risiken wolle man mit dem Workshop auch neu entstandene Möglichkeiten aufzeigen. Workshops wie „Digitales Lehren und Lernen“ sollen Lehrern dabei helfen vom Internet zu profitieren und ihren Unterricht zeitgemäß zu gestalten. Auch den Schülern wolle man produktive Mediennutzung näherbringen. „Nur wer sensibilisiert und aufgeklärt ist, kann die vielfältigen Chancen dieser Technologien nutzen“, sagt der leitende Psychologe der Kampagne, Stefan Poppelreuter.

Geteilte Meinungen bei den Lehrern

„Digitalisierung ist ein Veränderungsprozess, dem wir uns nicht verschließen dürfen“, mahnt die Leiterin des Bildungszentrums, Simone Klitzing. Das Projekt habe wertvolle Anreize gegeben, die einige Lehrer sofort nutzen würden, erklärt sie. Allerdings gebe es durchaus auch kritische Stimmen im Kollegium. Einige stünden den neuen Unterrichtsmethoden noch immer skeptisch gegenüber und würden vorerst auch in Zukunft konventionell unterrichten. Es sei zu begrüßen, wenn Lehrer das Internet effektiv im Unterricht nutzten um gleichzeitig den Schülern den „verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit digitalen Medien“ vorzuleben, sagt sie. Jugendliche sollten „Handy und iPad nicht als Spielzeug, sondern als Arbeitsgerät“ sehen.

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