Bei mehreren Schülern in Stuttgart wurde eine Corona-Infektion nachgewiesen. Foto: /Ralf Hirschberger

Die jüngsten Corona-Infektionen bei Stuttgarter Schülern sind vermutlich auf den sorglosen Umgang innerhalb einer Großfamilie zurückzuführen. Die Stadt lässt weitere Kontaktpersonen in Flüchtlingsunterkünften testen.

Stuttgart - Nach Bekanntwerden neuer Corona-Infektionen hat das Gesundheitsamt Stuttgart am Dienstag weitere Tests bestätigt. Bei mehreren Schülern ist eine Corona-Infektion nachgewiesen worden. Die betreffenden Kinder besuchen die Lehenschule und die Marienschule im Süden Stuttgarts sowie zwei verschiedene Klassen der Bismarckschule in Feuerbach. Ferner hatten einzelne Schüler der Helene-Fernau-Horn-Schule im Stadtteil Freiberg, der Robert-Mayer-Schule im Westen und Kinder des Gustav-Werner-Kindergartens in Zuffenhausen sowie der Kita Kafkaweg im Stadtteil Freiberg Kontakt zu Erkrankten. Noch am Wochenende wurden Konsequenzen eingeleitet.

Fast 160 Tests nötig

Als Quelle hat das Gesundheitsamt eine Großfamilie ausgemacht, die verteilt auf zwei Flüchtlingsunterkünfte lebt und in Teilen an Sprachkursen teilgenommen hat. In der betroffenen Familie samt Schwager, Ehefrau und Nichte habe man insgesamt zwölf Personen positiv getestet, davon acht Kinder und Jugendliche. Die Tests werden nun ausgeweitet: Neben 140 Kindern, Jugendlichen, Betreuern und Lehrern müssen weitere 18 Personen zum Abstrich. Sie hatten ebenfalls Kontakt zu den Covid-19-Patienten.

Der Leiter des Gesundheitsamts, Professor Stefan Ehehalt, sagte am Dienstag: „Wir müssen die Testaktion ausweiten, weil die Patienten viele Sozialkontakte hatten. Wir mussten hier leider einen sorglosen Umgang mit Krankheitssymptomen erkennen.“ Die Ergebnisse der Tests sollen bis Donnerstag vorliegen. Die Erkrankten sind in Quarantäne in einer Schutzunterkunft.

Familien vor Betreuungsproblemen

An der Marienschule, einer Grundschule, sind eine ganze erste Klasse, eine Lehrerin und eine Betreuerin in Quarantäne geschickt worden, letztere, weil sie „mindestens 15 Minuten engen, intensiven Kontakt zu dem Kind hatten“, sagt Rektorin Ursula Franke. Eltern und Geschwister durften sich testen lassen, müssen aber nicht in Quarantäne bleiben. Allerdings stellt die Situation viele Familien wieder vor Betreuungsprobleme: „Ich musste bereits rund 15 Bescheinigungen für die Arbeitgeber von Müttern und Vätern ausstellen“, so Franke.

Sollten Erkrankungen bei Schülern oder pädagogischem Personal nachgewiesen werden oder Symptome vorliegen, will das Gesundheitsamt über den weiteren Klassenbetrieb entscheiden.

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