Viele ältere Menschen haben bereits die dritte Corona-Impfung bekommen – doch auch die schützt nicht komplett. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Viele ältere Menschen in den Stuttgarter Pflegeheimen haben bereits die dritte Coronaimpfung bekommen. Das hält das Virus aber nicht komplett ab. In einem Haus hat das derzeit schwer wiegende Folgen.

Stuttgart - Die flächendeckenden Impfungen haben die Corona-Lage in vielen Bereichen entspannt. Auch in den Stuttgarter Pflegeheimen ist zumindest in Teilen wieder Normalität eingekehrt. Doch nicht nur die hohen Inzidenzen in der Landeshauptstadt zeigen, dass das Virus noch lange nicht besiegt ist. Selbst eine Drittimpfung kann Ausbrüche mit Ansteckungen und Erkrankungen offensichtlich nicht komplett verhindern.

Derzeit sind der Stadt Coronafälle aus insgesamt zehn Altenpflegeeinrichtungen bekannt. Das Gesundheitsamt verzeichnet 20 Infizierte, zehn Mitarbeiter und zehn Bewohner. Es handle sich meist um Einzelfälle. „Das Infektionsgeschehen ist über die gesamte Stadt verteilt und nicht klar bestimmten Einrichtungen zuzuordnen“, sagt Rathaussprecher Sven Matis. Es gibt allerdings eine Ausnahme.

In einem Haus, das die Stadt nicht näher benennen will, hält derzeit ein größerer Corona-Ausbruch Mitarbeiter und Bewohner in Schach. Dort sind neun Menschen positiv getestet worden, darunter drei Beschäftigte. Bis auf zwei sind alle Betroffenen vollständig geimpft. Die meisten der infizierten Bewohner hatten im September sogar bereits die dritte Impfung erhalten. Ein Teil der Betroffenen zeigt keine Symptome, einige nur milde. Eine Person ist allerdings erkrankt. Sie muss bisher nicht stationär behandelt werden. Eine 90 Jahre alte Person dagegen ist verstorben. Sie war geimpft, hatte laut Gesundheitsamt allerdings „schwere Vorerkrankungen“.

Das Stockwerk ist gesperrt

In diesem Haus sind alle Infektionen in einem einzelnen Wohnbereich aufgetreten. Wie es dazu kommen konnte, ist derzeit unklar. „Es wurden ein Besuchs- und Betretungsverbot des betroffenen Stockwerks ausgesprochen sowie von allen Bewohnern und Bewohnerinnen Abstriche durch das Corona-Mobil genommen. Die Ergebnisse stehen noch aus“, sagt Matis. Den Beschäftigten sei eine PCR-Testung am Cannstatter Wasen empfohlen worden. Die Mitarbeiter seien festen Wohnbereichen zugeordnet worden und arbeiteten „auf dringende Empfehlung“ alle mit FFP2-Maske.

Trotz des Ausbruchs und der weiteren Coronafälle in anderen Häusern sieht man die Situation im Gesundheitsamt noch nicht als Besorgnis erregend an. „Die Lage in den Alten- und Pflegeheimen ist als stabil zu bezeichnen“, heißt es dort.

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