Dieser Weg soll künftig der Erschließung des Gebiets dienen. Foto: factum/Bach

Der Ditzinger Stadtteil Schöckingen wandelt sich, Gewerbe wird umgesiedelt, Wohngebäude entstehen. Das ist ein langfristiges Projekt: Zunächst sollen Straßen aufgewertet beziehungsweise ausgebaut werden.

Ditzingen - Der kleinste Ditzinger Stadtteil Schöckingen verändert sich, langsam zwar, aber der Gemeinderat treibt die Entwicklung vom Industriegebiet zum Wohngebiet konsequent voran. In seiner jüngsten Entscheidung hat er sich mit dem Ausbau der Silcherstraße und der Aufwertung der Daimlerstraße befasst. Er beschloss zudem, die Daimlerstraße erst dann durch Bepflanzung aufzuhübschen, wenn sie mehr ein Wohngebiet ist. Die Pflanzbereiche werden zwar bereits vorgesehen, bleiben aber vorerst für den Lieferverkehr der örtlichen Firmen befahrbar.

Die Silcherstraße entspreche derzeit einem „besseren Feldweg“, formuliert es die Verwaltung. Die Straße, zu der der Feldweg werden soll, diene der grundsätzlichen Erschließung des Gebiets. Auf Höhe von Hausnummer 49 ist nämlich bereits jetzt ein Boarding-House geplant. Im übergeordneten Rahmenplan aus dem Jahr 2009 ist zudem eine weitere Erschließungsstraße parallel zur Daimlerstraße vorgesehen, sie knickt von der Silcherstraße ab. Doch dies ist offenbar wegen der Eigentumsverhältnisse derzeit nicht möglich. Der Ausbau, wie nun vorgesehen, würde aber einem späteren Bau nicht widersprechen, so die Verwaltung. Auf ihren Vorschlag hin beschloss der Gemeinderat, die Silcherstraße als Mischverkehrsfläche anzulegen. Ein Gehweg wird wegen des geringen Verkehrs als nicht notwendig erachtet.

Standort der Bäume werden hinterfragt

Der Schöckinger Ortsvorsteher und Freie-Wähler-Stadtrat Michael Schmid hinterfragte, ob die geplanten Bäume am Wendepunkt nicht den Zufahrtsverkehr dort behinderten. Deshalb werden die Bäume zunächst nicht bepflanzt. Der CDU-Stadtrat Konrad Epple zeigte zudem Verständnis für die Skepsis der Landwirte. Sie befürchten, dass Bäume entlang der Silcherstraße in die Felder ragen und damit die Anbaufläche verschatten. Nachdem die Landwirtschaft gehört worden war, hatte die Verwaltung ursprüngliche Pläne modifiziert und einige Bäume gestrichen.

Umgestaltung des Ditzinger Ortsteils

Die Überlegungen, das Gebiet im kleinsten Ditzinger Stadtteil in ein Wohngebiet umzuwandeln, gehen ins Jahr 2010 zurück. Das Industriegebiet entstammt der Zeit, in der Schöckingen noch ein eigenständiger Ort war. Wie alle anderen Kommunen auch siedelte er Betriebe an, der wohnortnahen Arbeitsplätze und der Gewerbesteuer wegen. Doch 2010 beschloss der Gemeinderat, jene Gewerbebetriebe die sich – etwa wegen des Lärms – nicht mit der Wohnbebauung vertragen, in der Kernstadt zu konzentrieren.

Immer wieder hatte es in Schöckingen wegen der konträren Anforderung an das Gebiet Ärger gegeben, sei es wegen des Produktionslärms, sei es wegen des Anlieferverkehrs. Anwohner sind gestört, Unternehmer hingegen verweisen darauf, länger als die Bewohner des nach und nach aufgesiedelten Gebiets am Ort zu sein. Weil Unternehmen heutzutage grundsätzlich andere Rahmenbedingungen benötigen – allen voran größere Grundstücke –, beschloss der Gemeinderat 2010, die Unternehmer, wenn möglich, umzusiedeln. Der Schwerpunkt des Schöckinger Gebiets sollte damit vom Industrie- zum Wohngebiet verlagert werden. Um Konflikte mit der Wohnbevölkerung zu vermieden, werden Industrie- und Gewerbebetriebe mit entsprechenden Lärm- und Geruchsemissionen vornehmlich in der Kernstadt angesiedelt. Deren Gebiet dort ist teils auch historisch gewachsen. Das Ziel ist es derzeit, die kleinen Flächen neu zu ordnen.

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