Vor zwei Jahren haben die Abbrucharbeiten auf dem Danfoss-Areal begonnen. Foto: Horst Rudel/Archiv

Gegen die Pläne, in der Pliensauvorstadt 330 neue Arbeitsplätze zu schaffen, gibt es bereits Bedenken. Noch ist das Geschäft nicht in trockenen Tüchern.

Esslingen - Unterschrieben sind die Verträge noch nicht. Aber in Esslingen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass die Firma Daimler auf dem Danfoss-Areal in der Pliensauvorstadt eine weitere Produktionsstätte, die dann schon sechste in Esslingen, schaffen will. Erbaut werden sollen die dafür benötigten Gebäude vom Investor Greenfield Development. Geplant sind eine doppelstöckige Produktionshalle, ein Bürogebäude und ein mehrstöckiges Parkhaus mit 210 Stellplätzen entlang der Eberhard-Bauer-Straße.

In einer kurzzeitig im Internet kursierenden Vorlage, die die Stadt vor einigen Wochen auf Drängen von Daimler und Greenfield zurückgezogen hat, hieß es, dass in der Pliensauvorstadt Werkzeuge für den Schmiede-, Presserei- und Gießereibetrieb von Daimler in Esslingen hergestellt werden sollen. Zudem sollen dort eine IT-Abteilung und Entwicklungsabteilungen entstehen. Insgesamt 330 Arbeitsplätze aus dem gewerblichen und kaufmännischen Bereich könnten auf dem noch unbebauten Danfoss-Areal entstehen.

Gearbeitet werden soll an sechs Tagen pro Woche rund um die Uhr

Gearbeitet werden soll in der Halle an sechs Tage pro Woche – und das rund um die Uhr. Im Außenbereich sind zwei Schichten von 6 bis 22 Uhr geplant. Für die An- und Ablieferung der Waren rechnet die Stadt mit bis zu drei 40-Tonnern, zehn Zwölftonnern und 25 Sprintern pro Tag.

Bei der Stadtverwaltung und im Gemeinderat sind die Pläne durchaus wohlwollend aufgenommen worden. Besonders die geplante neuartige zweistöckige Produktionshalle sei ein Beitrag zum respektvollen Umgang mit der Ressource Boden, heißt es aus dem Rathaus. Erkauft werden soll diese Ressourcenschonung aber mit einigen deutlichen Überschreitungen der im Bebauungsplan-Vorentwurf genannten Obergrenzen. Die dort angegebene maximale Höhe von 13,50 Meter wird wohl um rund zwei Meter überschritten, die Baugrenze im Süden sogar um fünf Meter.

Großes Interesse, noch größere Bedenken

Die Entwicklung auf dem Danfoss-Areal wird von den Bürgern in der Pliensauvorstadt mit großem Interesse und mindestens ebenso großen Bedenken beobachtet. Jetzt hat sich die Initiative Lebenswerte Pliensauvorstadt zu Wort gemeldet und die Klärung vieler noch offener Fragen angemahnt. Weil der Stadtteil in den kommenden Jahren durch die aktuelle Bebauung und die geplanten Bauvorhaben auf dem VW-Hahn- und dem VfL-Post-Areal zum bevölkerungsstärksten Stadtteil Esslingens wachse, brauche man zunächst ein Gesamtentwicklungskonzept, um für das Nebeneinander von Arbeiten und Wohnen bestimmte Regeln zu definieren.

Die Verkehrserschließung ist dabei ein wichtiger Punkt. Ein Gewerbegebiet dieser Größenordnung mit der Eberhard-Bauer-Straße als einziger Erschließungsstraße sei „nicht zeitgemäß“. Vielmehr müsse die Dieselstraße bis zur Weilstraße verlängert werden. Auch müsse die zunächst nur angedachte Verbindungsstraße vom Danfoss-Areal bis zur Weilstraße gleich realisiert werden.

Aber auch die geplanten Arbeitszeiten, die Lage und Gestaltung der Gebäude, die Anbindung an den ÖPNV und die Auswirkungen auf den Lärmminderungsplan müssten berücksichtigt werden. Die Initiative fordert in diesem Zusammenhang Tempo 30 für die gesamte Pliensauvorstadt und sofortige regelmäßige Kontrollen des dort geltenden Lkw-Durchfahrtsverbots. Bei den Arbeitszeiten fordert die Initiative ein Verbot von Arbeiten im Freien mindestens in der Zeit von 20 bis 7 Uhr morgens sowie ganztags an Sonn- und Feiertagen.

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