Bereits früh setzte Index auf eine standardisierte Ausbildung in der eigenen Lehrwerkstatt. Das Bild stammt nach Unternehmensangaben aus den 1940er- oder 1950er-Jahren. Foto: Index-Werke

Gut ausgebildete Fachkräfte waren schon vor 100 Jahren gefragt. Deswegen haben die Esslinger Index-Werke 1925 eine eigene Lehrwerkstatt gegründet – damals eine Seltenheit.

In drei gewerblichen Berufen konnten sich junge Männer ab 1925 bei den Index-Werken ausbilden lassen. Vor 100 Jahren startete der Esslinger Industrie-Betrieb seine eigene Lehrwerkstatt, elf Jahre nach Gründung durch Hermann Hahn. „Damals eine Seltenheit“, betont Index in einer Pressemitteilung. Mittlerweile bildet das Maschinenbauunternehmen 130 junge Männer und Frauen in sieben technischen, gewerblichen und kaufmännischen Berufen sowie dualen Studiengängen aus. Besonders gefragt seien Plätze für angehende Zerspanungsmechaniker und Industriemechanikerin. Letzterer zählt auch zu den zehn beliebtesten Berufen bei Bewerberinnen und Bewerbern im ganzen Kreis Esslingen – das zeigt die Statistik der Agentur für Arbeit.

 

Vor einem Jahrhundert bildete Index nach eigenen Angaben sieben Lehrlinge pro Jahr als Dreher, Maschinenschlosser und Werkzeugmacher aus. Sie erhielten einen Wochenlohn von 5,80 Reichsmark. „Die Lehrwerkstatt wurde gegründet, weil der Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeitern in diesen Jahren zugenommen hat und man die Ausbildung zunehmend zielgerichtet und standardisiert vornehmen wollte“, erläutert ein Unternehmenssprecher.

Index-Werke: Es wird schwieriger, Auszubildende zu finden

Das Index-Ausbildungszentrum am Standort Esslingen: Zwischen modernen Maschinen und Werkbänken befinden sich Mess- und Prüfstationen sowie mit PCs ausgestattete Lerninseln. Foto: Index-Werke

Es werde immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden, stellt der Pressesprecher fest. Index habe deswegen Aktivitäten wie Anzeigen, Social Media, Ausbildungsbörsen, Schulbesuche, Girls Day und Berufspraktika in den vergangenen Jahren erhöht. „Für das kommende Ausbildungsjahr mit Start nach den Sommerferien 2025 sind die Stellen soweit vergeben. Bewerbungen werden keine mehr angenommen“, teilt der Sprecher weiter mit. Das Unternehmen konzentriere sich nun schon auf das Jahr 2026.

Noch 1000 freie Ausbildungsplätze im Kreis Esslingen

Immerhin: Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze im Kreis Esslingen ist nach Jahren des Rückgangs seit 2022 wieder leicht gestiegen. In diesem Ausbildungsjahr sind es 2464 junge Menschen, die sich 3864 gemeldeten Lehrstellen gegenüber sehen. Es sind auch immer noch etwa 1000 Stellen frei, wie die Agentur für Arbeit betont. „Jetzt heißt es schnell sein! Zwar beginnen Anfang September die meisten Ausbildungen und viele Ausbildungsverträge sind unter Dach und Fach. Dennoch gibt es auch jetzt noch für kurzentschlossene Jugendliche eine Chance auf Karriere“, sagt Regina Paulitz, stellvertretende Leiterin der zuständigen Agentur für Arbeit Göppingen. Ein Einstieg sei auch nach dem offiziellen Beginn, häufig bis in den Oktober oder sogar November hinein, noch möglich.

In Konkurrenz um den Nachwuchs betonen die Index-Werke die Attraktivität ihres mehr als 2000 Quadratmeter großen Ausbildungszentrums mit modernsten Maschinen, Werkbänken und Messstationen sowie PC-basierten Lerninseln. Angeboten werden den Informationen zufolge auch Auslandspraktika. Die Berufsbilder passten sich dem Fortschritt in Automatisierung und Digitalisierung an. Neben Fachwissen will das Unternehmen den jungen Menschen auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Pünktlichkeit und Kommunikationsfähigkeit vermitteln.