Wer nicht zu Hause ist, wenn der Paketbote kommt, hat in Birkach und auf dem Fasanenhof das Nachsehen. Denn dort gibt es derzeit keine Filialen. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Im vergangenen Sommer hat die Post ihre Partner in Stuttgart-Birkach und auf dem Fasanenhof verloren – und bis heute keine neuen gefunden. Dennoch zeichnen sich Lösungen ab. Die Enttäuschung einer ehemaligen Partnerin des Unternehmens bleibt.

Birkach/Fasanenhof - Für die Menschen auf dem Fasanenhof ist es eine gute Nachricht. Denn aller Voraussicht nach wird es im Stadtteil bald wieder eine Postfiliale geben. Das Unternehmen hat dazu Räume am Europaplatz 22B angemietet. „Wir wollen schnellstmöglich eröffnen“, schreibt Dieter Nawrath von der Post-Pressestelle in einer schriftlichen Stellungnahme. Einen genauen Termin kann er derzeit aber noch nicht nennen.

Mehrere Monate lang war das Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Partner, der in seinem Laden auch Postdienstleistungen anbietet. Das sei das bevorzugte Modell, denn so könnten unter anderem bessere Öffnungszeiten für die Kunden ermöglicht werden, argumentiert die Post. Doch auf dem Fasanenhof wurde sie nicht fündig, sodass sie nun mit eigenem Personal angemietete Räume betreiben will. Denn laut der Post-Universaldienstleistungsverordnung PUDLV muss es auf dem Fasanenhof eine Filiale geben.

In der Post auf dem Fasanenhof hat es gebrannt

Seit dem Brand im Haus an der Kurt-Schumacher-Straße am 3. August ist das aber nicht mehr der Fall. Wer Postdienstleistungen in Anspruch nehmen will, muss an die Widmaierstraße nach Möhringen. Das sorgt für Unmut im Stadtteil. Ein Artikel in der Stadtteilzeitung und Anfragen bei unserer Redaktion sind Beleg dafür. Dabei geht es auch immer wieder um den Umgang der Post mit ihrem ehemaligen Partner. „Die Deutsche Post AG verhielt sich mehr als schändlich. Keinerlei sinnvolle Unterstützung – einfach nichts“, schrieb Matthias Gaebler in der Herbstausgabe der Stadtteilzeitung.

Die Betreiberin der Post hat lange Zeit geschwiegen. Nun wendet sie sich doch an die Zeitung. Vom Fenster ihrer Wohnung aus habe sie am frühen Abend des besagten Tags in Richtung ihres Ladens geschaut – und die Rauchsäule gesehen. Schon habe das Handy geklingelt: Die Post brennt! „Dann ging alles ganz schnell. Feuerwehr, Polizei – und ich selbst stand unter Verdacht“, erzählt sie. Dieser Verdacht sei zum Glück schnell ausgeräumt worden. Denn schon kurze Zeit später stand fest, dass ein Akku in einem Postpaket den Brand verursacht hatte.

Ehemalige Post-Partnerin hätte sich „eine Geste“ gewünscht

Dennoch bot die Post lediglich eine neue Post-Ausstattung an. „Die Postmöbel waren aber nur das eine. Der ganzer Laden war verwüstet, die Ware – Schreibwaren und Haushaltsartikel – unbrauchbar, alle Akten verbrannt“, erzählt die Betreiberin. Die eigene Versicherung habe nicht gezahlt, weil sie den Schaden nicht verursacht hatte. Mit einem Anwalt habe sie sich schließlich noch einmal an die Post gewandt und Schadenersatz gefordert. Doch die habe nicht einmal geantwortet. „Ich hätte mir wenigstens ein Zeichen gewünscht“, sagt die Betreiberin. Auch die Gebäudeeigentümerin ist nicht gut auf die Post zu sprechen. Ihr Haus habe gebrannt, doch die Post habe sie nie in Gespräche einbezogen. Das Gebäude habe evakuiert werden müssen, viele der Bewohner hätten unter Schock gestanden. Doch die Post habe nicht einmal nachgefragt, wie es den Menschen gehe. „Das wäre doch wenigstens eine Geste gewesen.“

In Birkach wird es einen Post-Container geben

Die Pressestelle der Deutschen Post erklärt hingegen: „Fairer Umgang und Kooperation mit unseren Partnern ist für uns Basis der Zusammenarbeit. Natürlich ist es sehr bedauerlich, dass unserem ehemaligen Partner der Brandschaden entstanden ist. Auf das genannte Anwaltsschreiben haben wir daher sehr wohl geantwortet.“ Die Fachabteilung habe den Sachverhalt ausgiebig geprüft. Mit dem Ergebnis, dass „die Deutsche Post AG für den geltend gemachten Schaden nicht verantwortlich, eine Einstandspflicht mangels Verschulden nicht gegeben ist“.

Völlig anders gelagert waren seinerzeit die Umstände für die Schließung der Post-Filiale in Birkach. Die Inhaber wollten sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und gaben die Post Ende August auf. Seitdem sucht das Unternehmen nach einer Möglichkeit, wieder eine Filiale zu eröffnen. Einen neuen Partner konnte sie auch in Birkach nicht finden. Nun soll es einen Container geben, in dem eigenes Personal arbeitet. „Hier laufen immer noch die inzwischen weit vorangeschrittenen Verhandlungen zum Mietvertrag für einen Containerstellplatz. Wir gehen von einem erfolgreichen Vertragsabschluss aus“, schreibt die Pressestelle.

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