Die Schillerstraße wird zur Baustelle: Für Autos ist hier bis auf Weiteres kein Durchkommen mehr. Foto: factum/Simon Granville

Nach einer Weihnachtspause ist die Schillerstraße in Ludwigsburg erneut gesperrt. Wo bisher eine Reihe alter Häuser steht, soll ein wuchtiger Neubau entstehen – samt Tiefgarage.

Ludwigsburg - Jetzt wird es ernst: Mit Beginn der neuen Woche haben die Arbeiten für den Umbau des sogenannten Regeleareals bei der Ludwigsburger Kreissparkasse (KSK) begonnen. Für die Autofahrer bedeutet das: Die Schillerstraße ist für sie im Abschnitt zwischen Arsenalstraße und Schillerdurchlass in beiden Richtungen gesperrt. Nur Fußgänger und Radler dürfen passieren. Ende Januar wird zumindest eine Fahrtrichtung wieder frei gegeben. Allerdings bleibt die einseitige Sperre bis Mitte 2023 bestehen – so lange soll der Bau neuer Wohnungen, Läden und Arztpraxen auf dem KSK-Gelände dauern.

Die Bebauung des Regeleareals ist ein lang gehegter Wunsch. Immer wieder wurden die Pläne, die der Sparkassenvorstand der Stadt präsentierte, kritisiert oder korrigiert. Bis im vergangenen Frühjahr endlich ein Konzept vorlag, mit dem sich alle anfreunden konnten.

Wohin mit der Ausfahrtrampe?

Was vielen Stadträten die Zustimmung leichter gemacht hat: Zum Bauprojekt gehört auch der Bau einer Tiefgarage mit 147 Stellplätzen, von denen ein Großteil allen Innenstadtbesuchern zugänglich sein soll. Das wiederum kann sich positiv auf die weitere Planung für den Schiller- und den Arsenalplatz auswirken: Die Pläne für die Zentrale Innenstadt Entwicklung Ludwigsburg (ZIEL) sehen vor, dass dort eine größere Grünfläche entsteht, um den Aufenthalt in der Stadtmitte auch mit Blick auf den Klimawandel attraktiver zu machen. Zu diesem Plan gehört allerdings auch, dass die Arsenalstraße für den Individualverkehr gesperrt und die Parkplätze auf dem Arsenalplatz wenn nicht ganz, so doch zu einem großen Teil wegfallen. Die KSK-Tiefgarage könnte den Verlust von Parkplätzen wettmachen.

Ein Problem indes ist noch nicht gelöst: Noch ist offen, in welche Richtung die Autos die Tiefgarage wieder verlassen sollen – ob in Richtung Gartenstraße oder zum Arsenalplatz und der Wilhelmstraße hin. Die KSK-Pläne sehen verschiedene Varianten vor. Klar ist nur, dass eine Ausfahrtrampe mit dem dazugehörigen Fahrzeugaufkommen nicht mit den Plänen für die Neugestaltung der Innenstadt rund um den Schillerplatz kollidieren darf.

Entscheidung im Frühjahr

„Eine Entscheidung ist in der Sache noch nicht gefallen“, sagt KSK-Sprecher Martin Lober. „Das entscheiden auch gar nicht wir, das muss der Gemeinderat entscheiden.“ Die Experten seien im Gespräch mit der Kreissparkasse, versichert Stadtsprecherin Meike Wätjen. Das Thema sei derzeit noch in der Prüfung, werde aber wohl im Frühjahr politisch beraten und auch entschieden.

Auf dem Regelareal soll eine Mix aus Läden, Arztpraxen, Büroflächen und Wohnungen gebaut werden. Die Bruttogeschossfläche beträgt 12 500 Quadratmeter. Der Neubau entlang der Schillerstraße wird vier-, ein senkrecht dazu stehender Riegel fünfgeschossig. In den oberen Stockwerken sollen auf 1000 Quadratmetern elf Wohnungen entstehen. Oberbürgermeister Matthias Knecht sprach bei der Vorstellung der Pläne von einer „großen Chance für die Innenstadtentwicklung“. Die Kreissparkasse will in dieses Projekt 65 Millionen Euro investieren.

„Häuser sind nicht denkmalgeschützt“

Einen ersten Vorgeschmack auf das, was da kommt, haben die Ludwigsburger bereits im vergangenen November bekommen. Damals war die Schillerstraße erstmals wegen der Umbauten am Regeleareal gesperrt worden – was ein größeres Verkehrschaos zur Folge hatte. Damals war die Sperrung nötig, um Kabel- und Leitungsverlegungen der Stadtwerke Ludwigsburg- Kornwestheim (SWLB) möglich zu machen. Wegen des Weihnachtsmarktes pausierten die Bauarbeiten seither.

Am Zeitplan habe sich jedoch nichts geändert, sagt Lober. Die aktuelle Sperrung der Schillerstraße sei nötig, um die Abbrucharbeiten vorbereiten zu können. Die auf dem Areal stehenden Gebäude werden abgerissen. „Die sind zwar alt, stehen aber nicht unter Denkmalschutz“, sagt der Sprecher des Geldinstituts. Sobald dieser Abriss erledigt sei, könne die Baugrube ausgehoben werden. Vermutlich im Spätsommer wolle man dann mit den Rohbauarbeiten beginnen. Zu Beginn des Jahres 2022, so das Konzept, könne der Innenausbau beginnen. Läuft alles nach Plan, wird der Büro- und Wohnkomplex Mitte 2023 bezugsfertig sein.

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