Das große Parkhaus am Ludwigsburger Krankenhaus muss saniert werden. Vom 18. Mai bis Ende September fällt in drei Bauabschnitten jeweils etwa ein Drittel der Parkplätze weg.
Parkplätze am Ludwigsburger Krankenhaus sind begehrt – und rar. Doch schon in wenigen Tagen, genauer gesagt ab dem kommenden Montag, 18. Mai, wird sich die Situation nochmals verschärfen. Dann entfallen nämlich erst einmal 201 der insgesamt 670 Stellplätze für Besucher, Patienten und Beschäftigte. Der Grund: Auch der neuere Teil des Parkhauses stammt aus dem Jahr 2005 und weist Schäden auf, die saniert werden müssen: Rissbildungen, Korrosion, Durchfeuchtung und Pfützenbildung – und auch die Bodenbeschichtung ist teilweise abgenutzt.
Deshalb wird das Gebäude bis Ende September in drei Bauabschnitten saniert, wobei jeweils rund ein Drittel der Stellplätze entfällt. Versuche, wenigstens für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Stellplätze des kleinen Parkplatzes am Alten Friedhof anmieten zu können, seien erfolglos geblieben, so der Bauprojektleiter Jürgen Wagner von der Abteilung Bau und Technik am Klinikum.
An der Sanierung führt kein Weg vorbei
„Es ist zu erwarten, dass es Beschwerden geben wird, aber wir müssen sanieren“, so der Klinikensprecher Alexander Tsongas. „Wir können nur darum bitten, wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Die Busse 422 und 443 halten direkt am Klinikum, weitere Busse in fußläufiger Entfernung am Schorndorfer Tor.“ Immerhin elf Stellplätze habe man für die Beschäftigten am Landratsamt anmieten können, das einen knappen Kilometer entfernt sei, und für Spätdienste seien acht Stellplätze an der Erlachhofstraße neu eingerichtet worden – ein Tropfen auf den heißen Stein.
Doch warum weist das Gebäude nach nur 20 Jahren schon solche Schäden auf? „Ein Parkhaus ist kein gewöhnliches Gebäude“, erklärt Tsongas. „Es ist offen und allen Unbilden der Witterung ausgesetzt, dazu kommt der ständige Autoverkehr mit Salzeintrag im Winter.“ Tatsächlich sei auch nicht das gesamte Parkhaus betroffen, sondern nur das südliche Drittel. Doch weil auch die Rampen und Zuwege saniert werden müssten, stünden auch diejenigen der Stellplätze, an denen nicht gearbeitet wird, nicht zur Verfügung – sie seien wegen der Arbeiten schlicht nicht erreichbar.
Arbeiten vom 18. Mai bis Ende September
Am 18. Mai wird zunächst die Baustelle eingerichtet, im ersten Bauabschnitt vom 26. Mai bis 26. Juni fallen die Stellplätze in den oberen drei Ebenen weg. Im zweiten Bauabschnitt vom 29. Juni bis 7. August sind dann 204 Stellplätze der Ebenen E8 bis E9 und die Parkbuchten E3 bis E5 betroffen, zudem wird die Ausfahrt beschichtet.
Zwischen dem 10. August und dem 25. September fallen auf den Ebenen E0 bis E2 180 Stellplätze weg, dazu gehören auch die Behindertenparkplätze auf der untersten Ebene. Eine besondere Herausforderung in diesem Zeitraum ist, dass die Zufahrt nur über die Ausfahrt zur Harteneckstraße möglich ist. Dazu wird diese erweitert und für den Begegnungsverkehr aufgerüstet. „Trotzdem fahren in der Harteneckstraße weiter Rettungswagen und Omnibusse. Staus darf es da nicht geben“, betont Wagner. Deshalb sei man noch im Gespräch mit der Verkehrsbehörde.
In einem letzten Bauabschnitt wird bei Nacht und an den Wochenenden an den Rampen E3 und E4 gearbeitet. Insgesamt rechnet man mit Baukosten von rund einer Million Euro, die durch den Parkhausbetrieb, der komplett getrennt vom Klinikbetrieb ist, erwirtschaftet werden müssen. Das sei aber nicht der Grund, warum auch die Parkgebühren nun geändert würden, so Wagner. Nach der kostenfreien Parkzeit von 20, kulanterweise 30 Minuten, wird ein Stundensatz von 2,50 Euro statt bislang 2 Euro fällig. Dafür sinkt der Tagessatz von 16 auf 12,50 Euro.
Sollte man übrigens bis Ende September nicht fertig werden, werde man unterbrechen, so Wagner. „Es würde im Winter zu Problemen führen, wenn die Beschäftigten ewig nach einem freien Stellplatz suchen müssten.“