Die Bagger sind zwischen Heslach und Kaltental zu Gange. Foto: Nina Ayerle

Die Bautätigkeiten an der Kaltentaler Abfahrt bringen Unannehmlichkeiten für Anwohner und Pendler.

Kaltental - Eigentlich war der Plan ein anderer. Mit Beginn des neuen Schuljahres hätten die Bauarbeiten entlang der Kaltentaler Abfahrt komplett beendet sein sollen. Nach aktuellen Angaben der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) verzögern sich jedoch die Arbeiten auf Höhe der Polizeisiedlung. Die U-Bahnenlinie 1 fährt aber ab dem 8. September wieder auf normaler Strecke.

Derzeit nimmt das Nahverkehrsunternehmen entlang der Straßenbahnlinie 1 Gleisarbeiten vor. Die Verzögerung der Arbeiten an der Polizeisiedlung rühren von der erneuten Überflutung der Straße Ende Juli her. Die Verlängerung der Bauzeit sei mit dem Amt für öffentliche Ordnung abgesprochen, sagt die SSB-Sprecherin Birte Schaper. Bereits seit dem 25. Juli werkeln die Bauarbeiter entlang der Stadtbahntrasse zwischen Heslach und Vaihingen. Aus diesem Grund verkehren für die Dauer der Bauarbeiten von der Haltestelle Vaihingen Bahnhof bis Heslach Vogelrain Ersatzbusse. Ein Wasserrohrbruch sowie sturzbachartige Regenfälle im vergangenen Jahr hatten die Schienen so beschädigt, dass es nötig war, diese zu erneuern. „Die Sicherheit war gewährleistet, doch irgendwann mussten wir den Schaden von Grund auf beheben“, sagt Schaper dazu. Man habe extra die Sommerferien für die Bauarbeiten gewählt, damit möglichst wenig Menschen betroffen sind.

Für die Pendler und Anwohner sind die Bauarbeiten mit Unannehmlichkeiten verbunden. So wollte beispielsweise Bernd Appel, der regelmäßig in Richtung Innenstadt pendelt, vor knapp zwei Wochen von der Ersatzhaltestelle Heslach-Vogelrain weiter mit der U 1 in Richtung Innenstadt fahren. „Obwohl alle Fahrgäste aus dem Ersatzbus bereits ausgestiegen waren, fuhr der Fahrer der U 1 einfach los“, schreibt der Reutlinger per E-Mail. Die anderen Fahrgäste und er hätten sich über das Verhalten des Stadtbahnfahrers sehr geärgert. „Ich halte das für nicht im Sinn des Erfinders“, schreibt Appel weiter. Auf Nachfrage bestätigt auch SSB-Sprecherin Schaper: „Das wünschen wir uns so auch nicht.“ Die Ersatzbusse seien auf den Takt der U-Bahn abgestimmt. Bernd Appel bemängelt zudem, dass die SSB für den Ersatzverkehr nicht die Busse und Fahrer der eigenen Firma verwenden, sondern dies an ein anderes Unternehmen ausgelagert haben und dadurch vermutlich hohe Kosten entstehen. Die SSB begründen dies mit dem urlaubsbedingten Personalmangel innerhalb des Unternehmens. „So viele Fahrer haben wir nicht“, sagt Schaper.

Anwohner bemängeln Kommunikation

Anwohner der Polizeisiedlung stören vor allem die Unannehmlichkeiten, welche durch die Bauarbeiten direkt vor ihrer Haustür entstehen. „Wir wurden nicht rechtzeitig informiert“, sagt Manfred Brunner, der dort lebt. Nach Angaben der SSB hätten aber alle Anwohner zweimal Post erhalten. Zunächst seien sie über die Bauarbeiten allgemein informiert worden, dann noch einmal über etwaige zeitliche Verzögerungen der Arbeiten. Brunner kritisiert zudem, einen abmontierten Bahnübergang und die Bedingungen für die Autofahrer. „Wir müssen aus der Siedlung raus 300 Meter rückwärts fahren“, sagt er.

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