Ein ehemaliger Anführer einer Ultra-Gruppe von Fußball-Rekordmeister Juventus Turin war offenbar in Mafia-Geschäfte verwickelt. (Symbolbild) Foto: dpa

In Italien ist Ermittlern ein Schlag gegen die Mafia gelungen. Die Polizei hat 34 Verdächtige festgenommen. Auch der ehemalige Anführer einer Ultra-Gruppe von Fußball-Rekordmeister Juventus Turin ist darunter.

Rom - Die italienische Polizei hat 34 Mafia-Verdächtige festgenommen. Neben einem Mafia-Boss aus dem sizilianischen Agrigent sei auch der ehemalige Anführer einer Ultra-Gruppe von Fußball-Rekordmeister Juventus Turin darunter, teilten die Anti-Mafia-Ermittler am Montag mit. Dem Großteil der Festgenommenen wird unter anderem Drogenhandel, Entführung, unerlaubter Waffenbesitz und Erpressung vorgeworfen, zwei von ihnen auch sexuelle Gewalt. Die Ermittlungen hätten ein „desolates Geflecht aus Gewalt und Einschüchterung“ ans Licht gebracht, hieß es in der Mitteilung.

Der Ultra, der zu den Anführern der Gruppierung „Bravi Ragazzi“ gehörte, ist der Justiz bereits seit längerem bekannt. Den Ermittlern zufolge spielte er eine wichtige Rolle im Drogenhandel in Agrigent. Im vergangenen Jahr hatte er zugegeben, in den illegalen Handel mit Fußball-Eintrittskarten verwickelt gewesen zu sein.

Italiens Innenminister Matteo Salvini lobte die Einsatzkräfte nach den Zugriffen in mehreren italienischen Regionen. Nach Ansicht der Ermittler wurde damit die Struktur der sizilianischen Cosa Nostra in der Provinz Agrigent geschwächt. Die Cosa Nostra galt einst als mächtigste italienische Mafia-Organisation, bis sie von der kalabrischen Ndrangheta abgelöst wurde.

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