In der Fellbacher Straße in Rommelshausen ist es wegen der Verkehrsinsel schwierig, die Parkplätze von der Ortsmitte aus zu erreichen . Foto: Patricia Sigerist

Die BW-Bank schließt ihre Räume in Rommelshausen. In Oeffingen gibt es künftig nur noch ein SB-Service-Center.

Fellbach/Kernen - Die Reihe der Schließungen im Filialnetz der BW-Bank wird in diesem Jahr im Rems-Murr-Kreis fortgesetzt. Die BW-Bank wird ihre Filiale in Rommelshausen, Fellbacher Straße 3, Ende Januar aufgeben. Die Kunden werden künftig von der Bankfiliale in Fellbach, Cannstatter Straße 53, betreut. Die Filiale Oeffingen wird dann Mitte Januar zu einem SB-Service-Center umgewandelt. Geschlossen wird auch die Filiale in Grunbach. Mehr bleibt für die Kunden in Schmiden erhalten: Diese Filiale wird ein Beratungs-Center.

BW-Bank will sich zur Multikanalbank entwickeln

Die Entscheidung über die Zukunft der Standorte ist im Zusammenhang zu sehen mit der Absicht der BW-Bank, das Privatkundengeschäft auf qualifizierte und persönliche Beratung auszurichten und das Filialnetz der Bank an die Kundenbedürfnisse anzupassen. Die BW-Bank will sich zu einer leistungsfähigen Multikanalbank weiterentwickeln. Ein Aspekt dabei ist es, größere Filialen zu bilden, weswegen der Ableger in Rommelshausen und die Fellbacher Niederlassung zusammengelegt werden – was zum Aus in der Fellbacher Straße in Rommelshausen führt.

Geldautomaten stehen weiterhin zur Verfügung

Im künftigen SB-Service-Center in Oeffingen gewährleistet das Kreditinstitut immerhin noch rund um die Uhr die Bargeldversorgung und den Kontenservice. Dazu stehen weiterhin der Geldautomat, der Kontenmanager sowie ein Überweisungskasten, der täglich geleert wird, zur Verfügung. Persönlich werden die Kunden dagegen künftig ebenfalls von der BW-Bank-Filiale in Fellbach betreut. Es gibt für sie aber weitere, vor nicht allzu langer Zeit noch nicht angebotene Möglichkeiten, wie die Telefon- sowie Videoberatung, zu nutzen. „Wenn der Kunde es wünscht, ist nach Absprache auch eine Beratung zu Hause möglich“, sagt Rüdiger Schoß, ein Sprecher des Bankinstituts.

Dass die Filiale in Schmiden künftig als Beratungs-Center eingestuft wird, führt zu einem breiteren Angebot als in Oeffingen. Die BW-Bank bleibt damit auch persönlich am Standort und bietet ihren Kunden weiterhin eine direkte, persönliche Beratung sowie ausgewählte Serviceleistungen, allerdings im Rahmen von vorab vereinbarten Beratungsterminen, an. Für die alltäglichen Basisdienstleistungen der Bank wie Bargeldversorgung oder Kontostands­abfragen stehen die SB-Geräte, wie Geldautomaten mit Ein- und Auszahlungsfunktion und Kontenmanager, sowie ein Überweisungskasten bereit.

Die SB-Geräte in Schmiden stehen auch während der kurzen, notwendigen Umbauphase vom 23. bis 27. Januar zur Verfügung, wie Rüdiger Schoß verspricht. Der BW-Bank-Sprecher gibt auch Hinweise, nach welchen Kriterien solche abgestuften Veränderungen erfolgen: Das sind Kundenverhalten, Standortfaktoren, personelle Veränderungen und betriebswirtschaftliche Rahmendaten. Geprüft werden also, wie viele Kunden die Filiale aufsuchen und welche Leistungen sie dort in Anspruch nehmen. Die Planer schauen sich das lokale Umfeld ebenso an wie die Entfernung zum nächsten Standort. Wenn Wechsel von Mitarbeitern geplant sind oder der Ruhestand für Bankbeschäftigte ansteht, wird auch dieses in die Entscheidung einbezogen, ebenso wie die Konditionen des Mietvertrags und die Kosten für den erforderlichen Umbau der bisherigen Räume sind.

Kunden erledigen Bankgeschäfte häufig online

Hintergrund des Projekts „BW-morgen“ sind die sich wandelnden Bedürfnisse der Kunden, die immer seltener in die Filialen kommen und immer mehr Bankgeschäfte online erledigen. „Mit der Weiterentwicklung zu einer leistungsfähigen Multikanalbank werden wir unseren Kunden eine attraktive Kombination von persönlicher Beratung vor Ort sowie ein rund um die Uhr verfügbares digitales Leistungsangebot bieten“, erläutert Michael Horn, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und das für das Privatkundengeschäft zuständige Vorstandsmitglied. Insgesamt wird sich die Bank im Laufe von vier Jahren nur von etwa einem Dutzend der momentan knapp 170 Standorte ganz zurückziehen. Weitere rund 25 Filialen werden als Selbstbedienungsstandorte weitergeführt. Aber auch noch im Jahr 2020 will die Bank ihren Kunden an insgesamt rund 130 Standorten qualifizierte, persönliche Beratung anbieten.