In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was Sie tun müssen, wenn Sie Ihren Impfausweis verloren haben. Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com

Er ist ein Leben lang gültig und wird selten gebraucht - Leider kann der Impfpass wie jedes andere Dokument auch verloren gehen. Aber was muss getan werden, wenn der Impfausweis nicht mehr aufzufinden ist? Wir zeigen Ihnen, wie Sie nun vorgehen müssen.

Inhalt:

Wer seinen Impfpass verloren hat, der steht nicht alleine da. Da der Impfpass nur selten gebraucht wird und meist auch der eine oder andere Umzug zwischen der letzten Impfung liegt, kann es vorkommen, dass sich das gelbe Heft nicht mehr finden lässt.

Was tun, wenn der Impfpass verloren wurde?

Nach § 22 IfSG (Infektionsschutzgesetz) muss jede Schutzimpfung in einen Impfpass eingetragen werden. Wenn sich der Impfausweis nicht mehr finden lässt, sind die gemachten Impfungen nicht dokumentiert und man gilt zunächst als ungeimpft. Impfungen können allerdings nachgetragen werden, wenn die Informationen anderweitig zu ermitteln sind.

- Hausarzt kontaktieren

Wenn der Impfpass verloren wurde, sollte die erste Anlaufstelle immer der Hausarzt sein. In der Regel impfen die meisten Hausärzte auch nach der Kindheit und so können Informationen über Impfungen aus der Vergangenheit den Unterlagen entnommen und vom Arzt in einem neuen Impfpass nachgetragen werden. Solche Unterlagen müssen von Ärzten mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden. Oft werden diese sogar länger aufgehoben, wenn der Hausarzt in den letzten 10 Jahren weiterhin besucht wurde.

- Andere Impfärzte kontaktieren

Wurde bei einem anderen Arzt (zum Beispiel ein spezialisierter Reisemediziner) geimpft, kann dieser ebenfalls die Impfungen im neuen Impfpass nachtragen.

Was ist, wenn man weiter weggezogen ist?

Wenn Sie auf Grund der Distanz den Arzt, der Sie geimpft hat, nicht persönlich aufsuchen können, kann dieser Ihnen eine Bestätigung der Impfung (Impfdokumentation) zukommen lassen, die anschließend von einem anderen Arzt nachgetragen werden kann (§ 22 IfSG Abs. 2). Theoretisch kann eine Impfdokumentation ebenfalls in digitaler Form erfolgen, sofern eine qualifizierte elektronische Unterschrift oder ein qualifiziertes elektronisches Siegel vorhanden ist. In der Praxis gibt es dafür allerdings noch keine Standards. Geplant ist ein digitaler Impfpass ab 2022(1) im Rahmen der elektronischen Patientenakte (ePA), die sich seit dem 01.01.2021 bereits in der ersten von drei Einführungsphasen befindet(2,3).

Was ist, wenn auch der Arzt keine Unterlagen hat?

Ist der Impfpass verloren und es sind auch beim Arzt keine Unterlagen zur Impfung mehr vorhanden, weil dieser sie nicht mehr besitzt oder die Praxis aufgelöst wurde, weil zum Beispiel der Arzt in Rente gegangen ist und es keinen Nachfolger gibt, muss erneut geimpft werden. Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt(4) bei fehlender Impfdokumentation die empfohlenen Impfungen nachholen zu lassen, da sich Impfungen ohne zusätzliches Risiko wiederholen lassen und so ein bestmöglicher Schutz gewährleistet werden kann.

Immunisierung testen statt erneut impfen?

Eine andere Möglichkeit, wenn Sie Ihren Impfpass verloren haben, ist es, die Immunisierung testen zu lassen. Dies ist allerdings nicht zu 100 Prozent sicher und wird auch nicht immer von Krankenkassen übernommen. In der Regel wird dies bei Risiko-Patienten gemacht, wie zum Beispiel Schwangeren oder Menschen mit Immunkrankheiten.

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