Seit 2008 gingen die Preise stark nach oben – und fallen nun wieder zurück. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Rolf Vennenbernd

Seit Jahren werden Wohnungen und Häuser immer teuerer. Doch nun dreht sich der Trend um – und die Preise fallen. Und doch wäre es falsch zu glauben, dass nun eine Blase platzt, meint unsere Korrespondentin Rebekka Wiese.

Wenn Häuserpreise fallen, fühlt man sich schnell an 2007 erinnert. Damals platzte in den USA die sogenannte Immobilienblase, die Folge: erst eine Banken-, dann eine Wirtschaftskrise. Doch dieses Mal gibt es keinen Grund zur Panik. Der Preisanstieg ging anders als bei der Krise 2007 auch nicht auf fragwürdige Kreditpraktiken. Was gerade in Deutschland passiert, ist kein Platzen einer Blase, sondern eine gesunde Entwicklung.

 

Ähnliches Ausmaß wie der Anstieg

Der Preisabsturz mag heftig sein – aber er entspricht lediglich dem, was in den Jahren zuvor passiert ist. Schaut man sich an, wie die Kurve der Immobilienpreise verläuft, sieht man schnell: Der Absturz erfolgt in einem ähnlichen Maß wie zuletzt der Anstieg. Seit 2008 entwickelten sich die Preise so stark nach oben wie noch nie. Wenn sie jetzt nachlassen, ist das nicht besorgniserregend. Die fallenden Preise bedeuten allerdings nicht, dass die Wohnungskrise gelöst ist. Zumal sich der Absturz nicht überall gleich stark zeigt: Während die Preise für Eigentumswohnungen in Stuttgart im Vergleich mit Vorjahresquartal um mehr als 3,6 Prozent fielen, waren es in Berlin nur 0,4.

Trotzdem kann sich jetzt nicht jeder ein Haus leisten – zumal die Bauzinsen zuletzt zwar sanken, aber trotzdem viel höher liegen als noch vor wenigen Jahren. Sollten die Zinsen noch niedriger werden, könnte das die Nachfrage am Immobilienmarkt beleben. Dann wäre der historische Preisabsturz womöglich schnell wieder ausgeglichen.