Viele Faktoren beeinflussen den aktuellen Immobilienmarkt. Für 2023 haben die Experten der Volksbank in der Region Bilanz gezogen. Demnach gibt es unterschiedliche Tendenzen bei der Entwicklung der Kaufpreise und der der Mieten.
Immobilienpreissenkungen, schlechte Energieeffizienzklassen, hoher Sanierungsbedarf und schwierige Rahmenbedingungen für den Neubau sowie die nach wie vor hohen Zinsen – all diese Faktoren würden die Stimmung im Immobiliensektor aktuell beeinflussen. So fasste Markus Speer, Geschäftsführer der „Volksbank@Home Immobilien und Wohnen in der Region“ (VAH), die aktuelle Lage zusammen. Gemeinsam mit Markus Lang, dem Bereichsleiter Privatkunden der „Volksbank in der Region“, blickte er bei einem Pressegespräch auf die Entwicklungen im Immobiliengeschäft und im Bereich der Baufinanzierungen im vergangenen Jahr zurück. Allerdings, fügte Markus Speer hinzu, seien „ein ordentliches Angebot und die berechtigte Hoffnung auf kurzfristige Zinssenkungen Lichtblicke am Immobilienmarkt“. Es gebe bereits erste Signale, dass sich im Bestandswohnungsbau die Preise stabilisierten und diese in guten Lagen schon wieder stiegen.
Herrenberg, Nagold, Rottenburg, Tübingen sowie Mössingen, jeweils samt Umland – das ist der Bereich, in dem die VAH-Immobilienmakler tätig sind und für den die Experten bei dem Pressegespräch Angaben machen konnten. Den neuen Namen bekam die hundertprozentige Tochter der Volksbank in der Region, die früher GäuNeckarImmobilien hieß, übrigens nach der 2022 erfolgten Fusion der Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg und der VR Bank Tübingen.
Kaufpreise und Mieten in Tübingen am höchsten
Beim Verkauf von Wohnungen wurden den Experten zufolge im Jahr 2023 in Herrenberg und Umgebung Preise zwischen 2200 und 5000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. In Nagold und Rottenburg samt Umland musste mit Preisen zwischen 2200 und 4000 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Ein Sonderfall sei die Universitätsstadt Tübingen. Dort lagen die Wohnungspreise den VAH-Ergebnissen im Jahr 2023 zufolge zwischen 3500 und 7000 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich über denen im Umland, wo Käufer mit 2500 bis 5000 Euro pro Quadratmeter rechnen mussten.
In der Stadt Tübingen seien auch die Preise für gebrauchte Einfamilienhäuser am höchsten gewesen. Bis zu zwei Millionen Euro wechselten der VAH zufolge hier für eine Immobilie den Besitzer. Auch in der Herrenberger Kernstadt sei mit 1,5 Millionen Euro Kaufpreis für ein Haus die Millionengrenze gerissen worden. 400 000 Euro bildete dabei die untere Preisgrenze. Ansonsten hätten sich die Preise für gebrauchte Immobilien in der restlichen VAH-Region zwischen 200 000 und 900 000 Euro bewegt. In der großen Preisspanne würde sich auch der Umstand widerspiegeln, dass neben der Lage inzwischen auch der energetische Zustand eines Gebäudes bei der Preisfindung immer wichtiger werde.
Die Mieten steigen
Anders sei laut Speer die Situation im Neubaubereich. Die gestiegenen Bau- und Energiepreise in Verbindung mit dem sprunghaften Anstieg der Zinsen hätten dazu geführt, dass es in diesem Sektor momentan wenig bis gar keine Nachfrage mehr gebe. Lediglich Immobilien, die sich bereits im Bau befänden, somit zeitnah bezogen werden könnten und sich zudem beispielsweise durch Barrierefreiheit auszeichneten, würden aktuell noch Käufer finden, berichtete Speer.
Die Folgen der geringen Bautätigkeit, die die Zahl der fehlenden Wohnungen in den nächsten Jahren weiter ansteigen lassen dürfte, würden die Mieter in der VAH-Region bereits spüren. Zwischen einem und 1,5 Euro pro Quadratmeter seien die Mietpreise im letzten Jahr gestiegen. So würden beispielsweise in der Herrenberger Kernstadt zwischen 8,50 Euro (Altbau) und 17 Euro Miete pro Quadratmeter fällig. In der übrigen VAH-Region würde zwischen sieben und 15 Euro bezahlt – lediglich in der Universitätsstadt Tübingen lägen die Preise bei 12 bis 22 Euro noch höher.
Online-Infoabend zum Thema Baufinanzierung
Aufgrund dieser Entwicklung empfiehlt Markus Speer allen, die wegen der aktuellen Rahmenbedingungen den Traum von den eigenen Wänden ad acta gelegt haben, noch mal einen Experten nachrechnen zu lassen. Markus Lang geht davon aus, „dass sich die Bauzinsen in diesem Jahr eher seitwärts bewegen, eventuell leicht fallen”.
Die Volksbank bietet zum Thema Baufinanzierung am Mittwoch, 24. April, um 19 Uhr einen kostenlosen Online-Infoabend an. Interessierte können sich unter www.vbidr.de/baufinanzierungsfruehling anmelden.