Ein brandneuer Bericht der KSK legt offen, in welchen Städten Häuser und Wohnungen besonders viel kosten und wo Wohnen im Eigentum kein Traum bleiben muss.
Nach einer regelrechten Achterbahnfahrt von Zinsen und Preisen in den vergangenen Jahren hat sich der Immobilienmarkt im Rems-Murr-Kreis beruhigt. „Wir sehen eine Stabilisierung, teilweise auch eine Trendwende“, sagt Uwe Burkert, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse (KSK) Waiblingen. Der aktuelle Wohnmarktbericht der KSK zeigt, in welchen Städten und Gemeinden das Wohnen besonders teuer ist – und wo sich noch Schnäppchen finden lassen. Wir haben die Daten für unsere Leser ausgewertet.
Hauskauf im Rems-Murr-Kreis – hier sind Immobilien am teuersten
Für den Bericht hat die KSK die Preise sämtlicher online gelisteter Gebrauchtimmobilien im Kreis vergleichen lassen und den Durchschnitt und weitere statistische Werte errechnen lassen. Spitzenreiter bei den Preisen für den Hauskauf sind die Orte Korb, Fellbach und Waiblingen: Fast 800.000 Euro kostet derzeit im Schnitt ein Haus in Korb. Marcel El-Hourani, Leiter der Immobilienabteilung bei der KSK, erklärt, warum: „Dort haben wir die idyllische Lage an den Weinbergen, gleichzeitig eine große Nähe zu Stuttgart, eine gute Anbindung über die B14 und im Ort gibt es Schulen, Bäcker, Apotheken und Arztpraxen.“
Uwe Burkert ergänzt: „Im Beispiel von Korb ist der durchschnittliche Immobilienpreis auch durch einige extrem hochwertige Anwesen besonders hoch.“ Nicht nur bei ehemaligen Fußball-Profis wie Hansi Müller und Cacau ist beziehungsweise war die Gemeinde als Wohnort sehr beliebt. Allerdings: Auch für ältere, renovierungsbedürftige Gebäude wurden in Korb oft Preise abgerufen, die man in anderen Orten für eine quasi neuwertige Immobilie zahlt.
In diesen Orten im Rems-Murr-Kreis ist Wohnen im Eigentum bezahlbar
Die wirtschaftliche und weltpolitische Lage bewegt viele Menschen dieser Tage dazu, sich einen Hauskauf genau zu überlegen: „Die Investitionszurückhaltung ist spürbar“, sagt Uwe Burkert. Potenzielle Hauskäufer achten aufs Geld. Sie sind kritischer und vergleichen sowohl die Immobilien als auch die Finanzierungsangebote stärker, als dies noch vor ein paar Jahren der Fall war. Kein Wunder: Die Preisspanne bei Immobilien im Rems-Murr-Kreis ist riesig. Und die Mietpreise steigen zwar nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren, doch sie bleiben auf hohem Niveau. „Da liebäugeln natürlich viele Menschen mit Eigentum“, sagt Daniela Schreiber, Vorstandsmitglied bei der KSK.
Wer sparen will, kann in den Schwäbischen Wald blicken: In Sulzbach und Umgebung, Rudersberg oder Welzheim kosten Häuser teils weniger als 400.000 Euro. „Dort haben wir weniger überregionale Interessenten, sondern eher eine regionale Nachfrage“, erklärt El-Hourani. Wer hier ein Haus kauft, bekommt zwar eine schlechtere Anbindung (auch die Breitband-Internetverbindung ist oft ein Thema für Berufstätige) und muss teils bei der Infrastruktur Kompromisse eingehen. „Aber dafür wohnt man dann im Grünen“, sagt Daniela Schreiber.
Wohnung im Rems-Murr-Kreis kaufen: Wie sind die Preise?
Der Kauf einer Wohnung statt eines ganzen Hauses gilt gemeinhin als vergleichsweise bezahlbarer Schritt zum Wohneigentum. Für einen etwas niedrigeren Kaufpreis verzichten die Käufer zwar auf ein Stück Eigenständigkeit, Privatsphäre und Wertsteigerungspotenzial, dafür haben sie in der Regel auch weniger Kosten bei Instandhaltung und Sanierung.
Bei den Eigentumswohnungen sieht die Preisverteilung zumindest ein wenig anders aus als bei den Häusern: Hier sind Fellbach, Waiblingen und Weinstadt die Spitzenreiter. In Fellbach zahlen Käufer durchschnittlich 4000 Euro pro Quadratmeter. Korb dagegen findet sich mit einem Durchschnittspreis von 3500 Euro eher im Mittelfeld. Die günstigsten Orte für Wohnungskäufer sind Sulzbach (knapp 2600 Euro pro Quadratmeter) und der Raum Welzheim.
Achtung Kostenfalle: Auf diese Punkte sollten Immobilienkäufer achten
Bei den Schnäppchen zeigt sich, dass vor allem ältere Gebäude günstiger zu haben sind. Auch die Lage ist entscheidend: Ein Haus am Ortsrand wird immer mehr kosten als eines in einem Mischgebiet, mit Industriebetrieben in der Nachbarschaft. Wer kein handwerkliches Geschick hat, sollte hier noch Geld für Renovierung und energetische Sanierung einplanen, um Kostenfallen zu vermeiden. Zudem lohnt es sich, die potenzielle Pendlerstrecke vor einem Kauf anzusehen: Wer weniger Geld beim Hauskauf zahlt und die Summe dann in Benzin investieren muss, hat wenig gespart.
Link: Den kompletten Wohnmarktbericht der Kreissparkasse Waiblingen findet man online unter www.meinekskwn.de.