Imbisse, Bistros und Tapas-Bars Fünf neue Hotspots für Kleinigkeiten in Stuttgart

Von Ina Schäfer 

Imbisse, Bistros oder Tapas-Bars: Auch für den kleinen Hunger gibt es in Stuttgart mittlerweile allerlei Anlaufstellen. Wir stellen fünf von ihnen vor.

Stuttgart - Es muss nicht immer eine große Speisekarte oder das komplette Menü sein. Inzwischen gibt es in der Stadt zahlreiche Möglichkeiten, sich in Imbissen, Bistros oder Tapas-Bars gut und gesellig zu verköstigen, wie fünf aktuelle Beispiele zeigen:

Zom Schleggiga Egg: Kaspressknödel, Gulaschsuppe, Maultaschen – im neuen Lokal Zom Schleggiga Egg gibt’s Deftiges auf den Teller. Der Clou dabei: Alle Gerichte kommen ohne tierische Produkte aus. Der Käse in den Kaspressknödeln wird aus Cashewkernen gemacht, die Gulaschsuppe besteht aus Jackfrucht. Verantwortlich für die Speisen ist Thomas Glässing. Der Koch aus Sonthofen hat aufgrund einer Erkrankung seine Ernährung umgestellt. Seither gibt er sein Wissen in Kochkursen weiter, jetzt auch in seinem kleinen Stehlokal in Stuttgart. Dass man Fleisch geschmacklich nicht komplett ersetzen kann, ist ihm durchaus bewusst. „Ich möchte aber zeigen, dass es ohne genauso lecker sein kann.“ Ihm gehe es vor allem um eine gesunde Lebensweise. Die liest sich so: Jackfrucht-Gulasch mit Apfel-Rotkraut und geschmelzten Brezelknödeln oder Cannelloni al forno mit Gemüse. Glässing folgt an der Stelle auf den Maultaschenspezialisten Herr Kächele. Gemeinsam mit Koch Timo Franke arbeitet er an dessen veganen Produkten, die es auch im Schleggiga Egg zu kaufen gibt. Johannesstraße 35, täglich 11.30–18 Uhr

Grombier: Jens Spöri und Florian Zschoche haben mit der Eröffnung ihres Ladens ein Gericht nach Stuttgart gebracht, das man hier zuvor kaum kannte: gefüllte Ofenkartoffeln namens Kumpir, eine Spezialität aus der türkischen Küche. Am Josef-Hirn-Platz, direkt neben dem Imbiss-Dauerbrenner Beirut, haben die Jungs seit August vergangenen Jahres ihr kartoffeliges Zuhause gefunden. Aus Kumpir wurde Grombier (Kenner wissen: Schwäbisch für Kartoffel), aus einer öden Beilage eine variantenreiche Mahlzeit – fleischig, vegetarisch oder vegan. Für alle Low-Carb-Fans gibt’s jedes Gericht auch als Salat. Benannt sind die Kartoffeln nach ehemaligen Fußballspielern: Jürgen Klinsmann kommt mit Kalbsmaultasche, geschmelzten Zwiebeln, Gurkensalat und Kresse daher. Der Franzose Nicolas Anelka verspricht Rotkraut, Ziegenkäse, Apfel-Birnen-Chutney, Walnüsse und Couscous. Im Winter gibt’s außerdem Supp‘ Herberger – Kartoffelsuppe mit Räuchertofu und Lauch. Des Deutschen liebste Beilage hat hier eine neue Bestimmung gefunden. Josef-Hirn-Platz 8, Mo–Do 11.30–21, Fr+Sa 11.30–23 Uhr

Gasthaus Bären: Dass die schwäbische Küche nicht nur in üppigen Portionen punkten kann, zeigt bald das Gasthaus Bären. Die Eröffnung verzögert sich zwar noch immer, einige Testläufe haben die Gerichte jüngst aber schon bestanden: Sauerkraut in kleinen Tonschüsselchen und Kässpätzle im Mini-Einmachglas, sogar Linsen mit Spätzle und Maultaschen werden hier als Tapas-Version auf den Tisch gestellt. Dazu gibt’s regionalen Wein und Bier vom Fass. „Wir erfinden das Rad nicht neu, wir schmücken es nur ein bisschen“, beschreibt Inhaber Dario Orec das Konzept. In Tübingen gibt es den Bären schon, jetzt soll auch Stuttgart von den Tapas-Größen überzeugt werden. Die passenden Räumlichkeiten wurden hierfür im ehemaligen Club Zwölfzehn gefunden. Die großen Fensterfronten ermöglichen zumindest schon mal auf das Interieur einen Vorgeschmack. Urig und gleichzeitig modern ist es geworden, die Gäste sollen an langen Holztischen beieinander sitzen. „Bei uns soll es gesellig zugehen. Es ist uns wichtig, dass die Gäste Spaß haben“, so Orec. Die Eröffnung wird auf Facebook verkündet. Paulinenstraße 45

Essenziale: Die Brüder Jörg-Michael und Friedemann Götz sind Gastro-Quereinsteiger. Der eine Mediziner, der andere Romanist, der gemeinsame Traum: ein eigenes Lokal. Im Januar ist dieser mit dem Essenziale mitten in der Innenstadt wahr geworden. Zweieinhalb Jahre haben die Brüder aus Künzelsau an ihrem Konzept gearbeitet. Herausgekommen ist regionale Vollwertkost in fünf Bausteinen: Säfte, Salat, Eintopf, Röstbrot und Risottobälle. Alles kann variiert werden – vegan, mit Fleisch, glutenfrei. Die kleinen Gerichte möchten die beiden bewusst simpel halten, um die Qualität der Zutaten zu gewährleisten. Die Basis des Eintopfs zum Beispiel besteht aus Kartoffeln, Karotten und Champignons, täglich bringt eine andere Zutat sowie eine selbst gemachte Gewürzmischung Abwechslung; etwa Süßkartoffeln mit orientalischen Gewürzen. Regional bedeutet im Essenziale, dass gut siebzig Prozent der Produkte aus der Umgebung kommen. „Safran gibt’s leider nicht im Remstal“, sagt Friedemann Götz. Landwirt Martin Zwecker, von dem Obst und Gemüse bezogen werden, ist Teil der Familie. Neue Brücke 6, Mo–Sa 12–20 Uhr

Mozzarella Bar: Den richtigen Namen sagt inzwischen keiner mehr. Schlicht „Mozze“ wird das Lokal an der Paulinenbrücke genannt. Wer so schnell seinen Spitznamen weg hat, macht wahrscheinlich einiges richtig. In diesem Fall heißt das: Mozzarella in sämtlichen Variationen, dazu Bruschetta, Antipasti, Drinks und Herzlichkeit. Eröffnet wurde der kleine, schlicht gehaltene Laden von den vier Freunden Can D. Kissling, Valentin Hillengass, Jochen Riehm und Johannes Walz. Die Idee, italienisches Flair ins Gerberviertel zu bringen, entstand – natürlich – in Italien. Seit Spätsommer 2017 servieren die vier Junggastronomen ihre italienischen Kleinigkeiten, außerdem einen wechselnden Mittagstisch. Pasta mit Pesto, Pasta Gorgonzola – und das alles garniert mit den Mozzarella-Variationen Stracciatella und Burrata. Um das schwäbische Dolce Vita perfekt zu machen, werden die passenden Getränke von Aperol Sprizz bis hin zu Bicicletta (Weißwein mit Campari) und Espresso serviert. Und im Hintergrund dudelt leise italienische Popmusik aus den Boxen. Paulinenstraße 16, Mo 18–1, Di–Do 12–15 und 18–1, Fr+Sa 12–4, So 18–23 Uhr

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