Das Reiterstadion in Leonberg: Hier gibt’s im Sommer Konzerte und im Winter – neu – eine Eisbahn. Foto: Simon Granville

Nun ist es offiziell: Im Winter wird es mitten in Leonberg eine mobile Eisbahn geben. Dafür hatte sich im Vorfeld der Jugendausschuss stark gemacht.

Jetzt ist es amtlich: In Leonberg dürfen sich Schlittschuh-Fans im Winter erstmalig über eine temporäre Eisbahn im Reiterstadion freuen. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Der Impuls für das Vorhaben kam aus dem Jugendausschuss der Stadt. Wie die Verwaltung berichtet, sei die Projektgruppe „Schlittschuhbahn“ beim vergangenen Jugendforum auf riesige Resonanz gestoßen. Jetzt wird der Wunsch tatsächlich Realität.

 

Vom 27. November dieses Jahres bis zum 6. Januar 2027 soll die Eisbahn im Reiterstadion zwischen Steinstraße und Fichtestraße stehen. Das Konzept umsetzen wird das Unternehmen Evenlog, das auch für die „Musicville“-Tribute-Konzerte im Sommer verantwortlich zeichnet – ebenfalls im Reiterstadion. Evenlog habe „ein vielversprechendes Konzept für ein attraktives Winterangebot mit Schlittschuhbahn sowie ergänzenden Essens- und Getränkeständen“ eingereicht, formuliert die Leonberger Stadtverwaltung.

Eisbahn in Leonberg: Weichen waren bereits im März gestellt

Eigentlich war bereits Mitte März vieles klar gewesen. Zwei Anbieter – neben Evenlog noch die Firma Wiesengarten, die auch die Gastronomie im Leobad betreibt – hatten zur Auswahl gestanden. Bei den Gesprächen, die die Stadt mit den Unternehmen führte, waren stets Vertreterinnen und Vertreter des Jugendausschusses mit dabei. Am Ende fiel die Entscheidung nun für Evenlog, den Betrieb von Jens Schäfer. Gemeinsam mit seiner Frau Nadine Artner-Schäfer macht er derzeit außerdem das Naturfreundehaus „Wanne“ wieder für den Gastrobetrieb flott.

Blink Day beim „Musicville“ 2025: Songs von Green Day, Blink-182 und anderen Punk-Granden Foto: Simon Granville

Nun, da auch letzte rechtliche Fragen geklärt wurden, kann es in Richtung Vertragsunterzeichnung gehen. Und schließlich an die Planung der weiteren Details. Der städtische Jugendausschuss gibt in der gesamten Außenwerbung, Plakatierung und Akquise von Sponsoren Grundzüge vor, ebenso bei der Gestaltung des Rahmenprogramms. Schon im März gab es dazu eine Vielzahl an Ideen:

  • die Organisation von Jugenddiscos
  • eine Nikolausaktion
  • ein Sportparcours
  • eine kostenlose Nutzung der Bahn für Familien an bestimmten Tagen
  • ein Mini-Weihnachtsmarkt mit Essensständen unter anderem von Vereinen

Drei Euro soll der Eintritt für die Eisbahn betragen – ermäßigt. Gelten soll dies für Schülerinnen und Schüler, Jugendliche bis 18 Jahre, Auszubildende sowie Freiwilligendienstleistende. Der reguläre Eintrittspreis soll bei fünf Euro liegen. Die Öffnungszeiten sowie die Eintrittspreise orientieren sich an den Erfahrungsberichten aus anderen Städten sowie Gesprächen mit Betreibern.

Und die Kosten für die Aktion als solche? Knapp 50 000 Euro brutto berechnet Evenlog laut aktueller Sitzungsvorlage für die Beschaffung und den Betrieb der Bahn. Damit ist das Angebot im Vergleich zum Mitbewerber zwar um knapp 4000 Euro teurer. „Jedoch weist es eine höhere Qualität hinsichtlich der Ausgestaltung der vertraglichen Regelungen, ein umfassenderes Sicherheitskonzept sowie ein insgesamt nachhaltigeres und umweltschonenderes Betriebskonzept auf“, teilt die Verwaltung mit.

Die Eisbahn in Gerlingen: Sie dient auch in Leonberg als Beispiel. Foto: Simon Granville

Inspiration, auch beim Preis, gab es auch von der Eisbahn im benachbarten Gerlingen, die im Winter zum vierten Mal auf dem Rathausplatz aufgebaut worden war. Auch dort liegen die Kosten zwischen 30 000 und 70 000 Euro.

Nicht nur das Reiterstadion war als Ort für die Leonberger Eisbahn im Gespräch

Das Reiterstadion war nicht die einzige örtliche Möglichkeit, wo in Leonberg eine Eisbahn stehen könnte. Auch der Eisplatz zwischen Gerhart-Hauptmann-Realschule und Georgii-Halle sowie der Rathausparkplatz hatten zur Debatte gestanden. Am Ende stellte sich das Reiterstadion als Favorit heraus. Gut für die Firma Evenlog, hat sie dort doch schon gute Erfahrungen mit ihren „Musicville“-Konzerten, die auch in diesem Sommer vom 16. Juni bis 28. Juli wieder jeweils dienstagabends steigen.

Mit dabei – und in diesem Jahr als Abschluss der Reihe – ist unter anderem die Band 7Dice, mit „vielfältigem Repertoire, unvergesslichen Mitmachmomenten, gemeinsamen Choreografien und Mitsingparts“, wie die Stadt in einer Ankündigung schreibt. Der Eintritt zu allen „Musicville“-Veranstaltungen ist kostenfrei.