Der Trend setzt sich seit der Einführung des neuen Abfallgebührenkonzepts auch in diesem Jahr fort. Bald ist Göppingen der einzige Landkreis mit Biobeutel und es wird in absehbarer Zeit wohl auch keine Biotonnen geben.
Es war keine Eintagsfliege: Die positive Entwicklung bei den Abfallmengen im Landkreis, die mit dem 2022 in Kraft getretenen neuen Müllgebührenkonzept begonnen hat, setzt sich fort: Weniger Restmüll, mehr Biomüll, diese Ziele wurden 2023 erneut erreicht, wie die in dieser Woche vom Umweltministerium veröffentlichte Abfallbilanz des Landes zeigt.
Nachdem 2022 die mengenabhängige Müllgebühr eingeführt wurde, reduzierte sich das Aufkommen des Hausmülls drastisch: von 159 Kilogramm im Jahr 2021 auf 89 Kilogramm pro Kopf im Folgejahr. So eine massive Einsprung war im zweiten Jahr des neuen Konzepts nicht mehr zu erwarten, doch die Bewohner des Landkreises haben gezeigt, dass es noch besser geht: 84 Kilogramm Hausmüll pro Kopf weist die Abfallbilanz für 2023 aus.
Die Gesamtmenge des eingesammelten Biomülls ist gestiegen
Entsprechend gut steht der Kreis mittlerweile auch im landesweiten Vergleich da. 2021 belegte er noch den drittletzten Platz aller Kreise und kreisfreien Städte in Baden-Württemberg, das Hausmüllaufkommen betrug pro Kopf im Schnitt 121 Kilogramm. 2022 sank die landesweite Pro-Kopf-Menge dann auf 113 Kilogramm – trotzdem fand sich der Kreis plötzlich im vorderen Mittelfeld wieder. Und im vergangenen Jahr sank das Aufkommen landesweit nur um ein Kilogramm pro Kopf, im Landkreis Göppingen um weitere fünf Kilogramm, das bedeutet ein weiteres Vorrücken in der Landesliga.
Die wird berechnet anhand des Haus- und Sperrmüllaufkommens, doch auch bei Letzterem gibt es eine Verbesserung zwischen Fils und Alb: Waren es 2021 noch 34 Kilogramm Sperrmüll pro Kopf, stellten die Kreisbewohner 2022 und auch 2023 nur noch jeweils 25 Kilogramm an nicht mehr benötigten Dingen vor die Haustür. Doch hier ist noch Luft nach oben: In den beiden vergangenen Jahren betrug das Aufkommen im Landesschnitt 20 Kilogramm. Jahrelang dümpelte der Kreis Göppingen bei der eingesammelten Menge an Biomüll im Landesvergleich ganz am Ende der Liga herum, neun Kilogramm pro Kopf wurden 2020 gewogen, 16 Kilogramm ein Jahr später. 2022 dann die Wende: Auf 40 Kilogramm schnellte die Pro-Kopf-Menge nach oben, lag aber immer noch unter dem Landesschnitt (54 Kilogramm).
Für das vergangene Jahr weist die neue Abfallbilanz nun einen weiteren Anstieg aus: Sie stieg nochmals um 7,5 Prozent auf 43 Kilogramm, während der landesweite Durchschnitt unverändert bei 54 Kilogramm lag. Entsprechend stieg auch die Gesamtmenge des eingesammelten Biomülls: von 4200 Tonnen (2021) über 10 500 auf 11 300 Tonnen im vergangenen Jahr.
Die Biobeutel wird es im Kreis Göppingen wohl weiter geben
Das bedeutet für die Kreisbewohner aber auch, dass es in absehbarer Zeit wohl keine Biotonne geben wird, diese sollte die Biobeutel nämlich nur dann ersetzen, wenn die gesammelte Menge 25 Kilogramm pro Kopf und Jahr unterschreitet. Im Herbst ist im benachbarten Ostalbkreis die Umstellung von den ungeliebten Plastikbeuteln auf die Biotonne – die es für Einzelhaushalte auch als kleinen, braunen Trolley gibt – abgeschlossen, dann ist der Landkreis Göppingen der einzige Kreis in Baden-Württemberg, der noch auf die blauen Beutel setzt.
In der vom Umweltministerium so betitelten Landesliga liegt der Kreis Göppingen beim Biomüll aber noch immer im unteren Mittelfeld, am fleißigsten sammeln die Menschen in der Stadt Baden-Baden sowie in den Kreisen Konstanz und Main-Tauber ihre Küchenabfälle, die Bilanz spricht dort von 96 bis 113 Kilogramm. Recht konstant blieb hingegen die Menge der eingesammelten oder abgegebenen Wertstoffe: Sie betrug 165 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2021, im Jahr darauf 162 und 2023 dann 166 Kilogramm. Diese Gewichtsangaben beziehen sich auf die Menge vor der Sortierung.
Immer weniger Altpapier
Papier
Weiterhin etwas über dem Landesdurchschnitt liegt der Kreis Göppingen bei der Menge des gesammelten Altpapiers: Es reduzierte sich von 72 Kilogramm im Jahr 2021 auf 69 und jetzt 65 Kilogramm pro Kopf. Im Schnitt haben alle Baden-Württemberger im Jahr 2023 laut der Abfallbilanz pro Kopf 59 Kilogramm Papier und Pappe getrennt entsorgt, im Vorjahr waren es noch 63 Kilogramm gewesen.
Altglas
Jeder Einwohner des Landkreises Göppingen hat im vergangenen Jahr statistisch 24 Kilogramm Altglas entsorgt, nach 23 Kilogramm im Vorjahr. Im Land waren es in beiden Jahren 25 Kilogramm.