Seite 3Im Interview: Stuttgarts Kunstmuseums-Direktorin Ulrike Groos Paukenschlag mit Patrick Angus

Von nbf 

Paukenschlag mit Patrick Angus

Für 2017 haben Sie sich schon mal einen Paukenschlag vorgenommen – die erste Museumsschau zum Werk des US-amerikanischen Malers Patrick Angus. Stimmt das?
Ja. Von 2. Dezember 2017 an widmen wir Patrick Angus auf den drei Stockwerken im Kubus eine große Retrospektive. Angus starb 1992 im Alter von nur 38 Jahren an den Folgen seiner HIV-Erkrankung. Neben Stillleben, Landschaften und Portraits malte und zeichnete er Stripshows, Badehäuser, schummrige Bars – alles Beobachtungen der New Yorker Schwulenszene in den 1980er-Jahren, die Einsamkeit und Suche nach Liebe und Anerkennung spiegelt. Erst jetzt wird sein Werk in der Kunstwelt (wieder-)entdeckt, und wir sind das erste deutsche Museum, das ihn in einer umfassenden Ausstellung zeigen wird.
Und zuvor?
Wir beginnen unser Kunstjahr 2017 mit der Ausstellungsreihe „Kubus. Sparda-Kunstpreis“. Mit Myriam Holme, Leni Hoffmann und Corinne Wasmuht sind für die Vergabe des Preises drei Künstlerinnen unter dem Thema „Erweiterte Malerei“ nominiert worden. Sie merken schon – 2017 wird das Jahr der Entdeckungen.

Sammlung Klein bringt Internationale Gegenwartskunst

Sie haben vorher die Zusammenarbeit auch mit Privatsammlern angesprochen. Planen Sie auch hier etwas?
Über die Sommermonate präsentieren wir in einer großen Sonderausstellung Ausschnitte aus der umfangreichen Sammlung des Nussdorfer Unternehmers Peter W. Klein und seiner Frau Alison. Zu sehen sein werden unter anderem Werke von Gregory Crewdson, Annette Kelm, Tracey Moffatt, Markus Oehlen und Sean Scully.
Ein Panorama internationaler Gegenwartskunst. Sind Peter W. und Alison Klein dem Kunstmuseum Stuttgart nicht auch grundsätzlich verbunden?
Tatsächlich gibt es seit langem gute Kontakte – und auch diese Basis, um noch einmal auf meine Arbeit zurückzukommen, braucht Zeit. Das Ehepaar Klein sicherte dem Kunstmuseum Stuttgart etwa in mäzenatischer Weise ein wichtiges Werk aus unserem Hausschatz, dem Werkblock von Otto Dix.

Tino Seghal mit Aktionen im Kunstmuseum Stuttgart

Der Molfenter-Preis der Stadt Stuttgart ging 2016 an den Performancekünstler Tino Seghal – auch ihn können wir 2017 erleben?
Richtig. Mit dem Preis ist ja ein Projekt hier im Kunstmuseum verbunden – und das werden wir nächstes Jahr mit Seghal zusammen realisieren.

Lesen Sie jetzt