Am Wertstoffhof Backnang ist erneut eine große Menge illegaler Müll abgeladen worden. Stadt und Abfallwirtschaft nutzen den Fall, um für korrekte Entsorgung zu sensibilisieren.
Bauabfälle, Fensterrahmen, alte Herde, Waschmaschinen und Trockner – am Wertstoffhof Backnang (Rems-Murr-Kreis) ist kürzlich ein ganzer Berg Müll zurückgelassen worden. Der Unrat stammt nach Einschätzung der Stadtverwaltung und Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) offenbar aus einer kompletten Hausrenovierung.
Der aktuelle Fall sorgt im Rathaus und bei der AWRM für deutlichen Unmut. Beide Einrichtungen nehmen den Vorfall zum Anlass, Bürgerinnen und Bürger erneut für eine ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen zu sensibilisieren. Denn der zurückgelassene Müll hätte auf regulärem Weg entsorgt werden können – oftmals sogar ohne zusätzliche Kosten.
Viele Wertstoffe können kostenlos abgegeben werden
Im gesamten Rems-Murr-Kreis gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Recyclingmaterial ordnungsgemäß abzugeben. Insgesamt stehen 17 Abgabestellen zur Verfügung. Dazu gehören 13 Wertstoffhöfe sowie vier Entsorgungszentren. Dort werden eine Vielzahl von Materialien gebührenfrei angenommen, darunter Kartonagen und Altpapier, Glas, Elektroaltgeräte und Altmetalle.
Auch größere Gegenstände können häufig problemlos abgegeben werden. Gerade Elektroaltgeräte lassen sich zudem über den Fachhandel kostenfrei zurückgeben, heißt es in einer Mitteilung.
Kunststoffgegenstände ebenfalls gebührenfrei
An den Entsorgungszentren im Kreis können zusätzlich verschiedene Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff abgegeben werden. Dazu zählen beispielsweise altes Kinderspielzeug, Regentonnen, Wäschekörbe oder auch defekte Autokörbe.
Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass viele dieser Materialien recycelt werden können – vorausgesetzt, sie gelangen über die vorgesehenen Wege in die Abfallwirtschaft.
Illegale Ablagerungen sind kein Kavaliersdelikt
Unerlaubte Müllablagerungen sind nach Angaben der Stadt und der AWRM keineswegs ein harmloses Vergehen. Sie stellen eine Belastung für Umwelt und die Allgemeinheit dar und können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Wird kein Verursacher ermittelt, muss der städtische Bauhof die Hinterlassenschaften beseitigen. Die Kosten dafür trägt letztlich die Allgemeinheit – also alle Gebührenzahler.
Die Stadtverwaltung weist in diesem Zusammenhang auch auf die Verantwortung von Grundstückseigentümern hin. Wer Abfälle auf einem Privatgrundstück lagert oder entsorgt, ist grundsätzlich selbst dafür verantwortlich, dass diese ordnungsgemäß beseitigt werden.
Restmüllsack statt illegaler Entsorgung
Auch für alltägliche Entsorgungsprobleme gibt es einfache Lösungen. Abfalltonnen dürfen nur mit gültigen Gebührenmarken genutzt werden.
Wer einmal mehr Restmüll hat, als in die Tonne passt, muss den Abfall nicht illegal entsorgen oder sofort zum Entsorgungszentrum fahren. Er kann einfach einen zugelassenen Restmüllsack kaufen und ihn am Tag der Abholung neben die Tonne stellen. Diese Säcke sind bei allen Verkaufsstellen im Rems-Murr-Kreis erhältlich, die Müllmarken verkaufen.
- ein 35-Liter-Restmüllsack kostet derzeit 2,65 Euro,
- ein 70-Liter-Sack kostet 5,30 Euro.
- einen 90-Liter-Biomüllsack gibt es zum Preis von je 3,40 Euro.
Größere Abfallmengen müssen allerdings direkt bei den offiziellen Entsorgungsstellen der AWRM abgegeben werden.
Hinweise aus der Bevölkerung willkommen
Die Stadt Backnang bittet die Bevölkerung zudem um Unterstützung. Wer illegale Müllablagerungen beobachtet hat oder Hinweise zu Verursachern geben kann, soll diese melden. Zuständig ist das Rechts- und Ordnungsamt der Stadt Backnang. Hinweise können telefonisch unter 07191/894-217 oder per E-Mail an rechts-ordnungsamt@backnang.de gegeben werden.
Alternativ steht auch der städtische Mängelmelder im Internet zur Verfügung:
www.backnang.de/maengelmelder.
Informationen zu Standorten und Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe und Entsorgungszentren finden sich außerdem auf der Internetseite der AWRM unter: www.awrm.de