Über mehrere Tage bot sich an den Glascontainern in der Pliensauvorstadt dieses Bild. Inzwischen ist der Müll entfernt worden. Foto: Elke Hauptmann

Weil die Behälter voll sind, liegen im wieder leere Flaschen und Gläser vor den Containern herum – aber auch Unrat. Wer kümmert sich im Kreis Esslingen um die Containerstandorte?

Die Altglascontainer sind randvoll gefüllt, davor türmen sich dutzende Tüten mit leeren Flaschen und Gläsern. Nicht selten noch ganz andere Dinge, weil in direkter Nachbarschaft meistens auch Altkleidercontainer stehen. Und wo einmal Müll herumliegt, kommt oft weiterer Hausrat hinzu. Die Bewohner des Landkreises Esslingen kennen das: Immer wieder bieten die Sammelstellen ein Bild der Verwüstung.

 

Der kreiseigene Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) sieht sich eigenen Angaben zufolge häufig mit dem Problem vermüllter Containerstellplätze konfrontiert. „Es sind vereinzelt Standorte betroffen. Vorwiegend dort, wo viele Menschen auf engem Raum leben“, berichtet dessen Sprecher Till Deininger. Für die Altglassammlung selbst ist der AWB allerdings nicht zuständig.

An den Altglascontainern liegt häufig auch anderer Müll. Foto: Elke Hauptmann

Das ist – wie beim Gelben Sack für Leichtverpackungen – Sache der Dualen Systeme Deutschland. In deren Auftrag leert das Entsorgungsunternehmen Remondis die Altglascontainer im Kreis Esslingen. Den Turnus der Abfuhr bestimmt die Firma selbst. Dort ist zu erfahren, die Behälter werden „grundsätzlich bedarfsgerecht“ geleert. Laut Deininger ist Remondis einmal wöchentlich vor Ort.

484 Altglascontainer stehen aktuell im Esslinger Kreisgebiet

Sollten Anwohner volle Glassammelbehälter vorfinden, könnten sie das jederzeit über die Telefonnummer, die auf den Containern vermerkt ist, bei Remondis melden, damit der Missstand behoben wird, informiert der AWB-Sprecher. Leere Flaschen und Gläser einfach vor die Behälter zu stellen, was streng genommen eine illegale Entsorgung darstellt, davon rät er ausdrücklich ab. Verstöße könnten als Ordnungswidrigkeit gelten und mit Bußgeldern geahndet werden.

„Bei vollen Containern bitten wir, nicht zuletzt wegen möglicher Verletzungsgefahr für Kinder und Tiere, die Flaschen entweder zum nächsten Standort zu bringen oder zu warten, bis der Container geleert wurde“, appelliert Deininger. Würden denn mehr Container helfen? Auf die Anzahl habe der AWB keinen Einfluss, informiert dessen Sprecher. „Hier sind wir auf die von den Gemeinden zugewiesenen Standorte angewiesen.“

Gründe für Vermüllung: mangelndes Verantwortungsgefühl und Unwissen

In aller Regel sei die Vermüllung der Standorte auch nicht die Folge von überfüllten Altglascontainern, räumt Deininger ein. Häufig werde dort Rest- oder Sperrmüll „der Einfachheit halber abgestellt in der Hoffnung, dass alles mit abgeholt würde“. Nicht immer sei das auf ein schwindendes Verantwortungsgefühl der Menschen zurückzuführen. „Oftmals ist Unwissenheit der Grund.“ Deshalb setze der AWB verstärkt auf Aufklärung und Kundenberatung, „um langfristig verantwortungsvolles Handeln zu erwirken“, so Deininger. „Wir wollen die Einwohnerschaft für uns gewinnen und nicht mit Bußgeldern gegen uns aufbringen.“

Der AWB nimmt dafür eine Mammutaufgabe auf sich. Er ist für die Sauberkeit der kreisweit insgesamt 484 Altglascontainerstandorte verantwortlich – und jeder dieser Standorte wird laut Deininger mindestens einmal in der Woche von beauftragten Dienstleistern gereinigt. Kontrollen seitens des Abfallwirtschaftsbetriebes fänden stichprobenartig statt.

Hinweise auf vermüllte Sammelplätze erhalte der AWB in aller Regel von den Gemeinden, „die oftmals selbst aufräumen oder uns Bescheid geben“, berichtet Deininger. Missstände, die an den Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises herangetragen werden, würden so schnell wie möglich behoben, versichert er. „In der Regel dauert es einen bis maximal drei Werktage.“