Inzwischen ein gewohner Anblick in Esslingen: Vor allem vor den Altkleider- und Altglassammelcontainern wird häufig Müll entsorgt. Foto: privat

Der Esslinger Bauhof muss jährlich bis zu 30 Tonnen illegalen Abfall entsorgen. Das ist aufwendig und teuer. Das Rathaus richtet deshalb einen Appell an die Bürgerschaft.

„So kann es nicht bleiben.“ Die Verärgerung eines Anwohners ist verständlich: Vor den Altglas- und Altkleidercontainern in der Wäldenbronner Straße, Ecke Barbarossastraße in Esslingen liegt seit Monaten immer wieder wilder Müll herum. Es sind längst nicht mehr nur Kleidungsstücke und Schuhe, kritisiert Dastin Luprich. „Kaum dass gesäubert wurde, sieht es nach zwei Tagen wieder so aus.“

 

Beschwerden wie diese beschäftigen das Esslinger Rathaus eigenen Angaben zufolge immer häufiger. Ob illegaler Sperrmüll am Straßenrand, Hausrat vor den Sammelcontainern, in Grünflächen geworfener Abfall oder Tüten mit Hausmüll in den rund 450 öffentlichen Abfalleimern: „Wir stellen fest, dass solche Ablagerungen im Stadtgebiet insgesamt zunehmen“, sagt Hans-Joachim Pietsch, der Leiter des städtischen Baubetriebshofs.

Sperrmüll am Straßenrand – wurde er zur Abholung angemeldet oder einfach so rausgestellt? (Symbolfoto) Foto: dpa/Marcus Brandt

Dieser wilde Müll – manchmal achtlos, inzwischen aber immer öfter ganz bewusst im öffentlichen Raum entsorgt – würde die Stadt regelmäßig vor organisatorische und personelle Herausforderungen stellen, heißt es in einer Mitteilung. Jährlich fielen dadurch inzwischen 25 bis 30 Tonnen illegal entsorgter Abfälle an, die vom Baubetriebshof beseitigt werden müssten. Vor zwei Jahren seien es noch rund 20 Tonnen gewesen.

Rathaus Esslingen: Illegaler Müll wird zeitnah beseitigt

Um zu verhindern, dass illegale Müllberge weiter anwachsen, werden die Ansammlungen möglichst zeitnah beseitigt, teilt das Rathaus mit. Das binde jedoch erhebliche Ressourcen. Dabei sei die Sperrmüllabholung über den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises unkompliziert online buchbar – und kostenlos. Die regulären Abholangebote sollte man nutzen, appelliert Pietsch. „Das spart Aufwand und schützt das Stadtbild.“

Wird illegal entsorgter Müll festgestellt, veranlasst die städtische Straßenreinigung eine Verursacherermittlung durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). „Wir prüfen konsequent, ob die Verursacher ermittelt werden können“, berichtet Brigitte Länge, die Leiterin des Ordnungsamts. „Ist dies der Fall, werden sie zur Beseitigung verpflichtet, die Entsorgungskosten werden weitergegeben und ordnungsrechtliche Maßnahmen eingeleitet.“

Wichtiger ist es dem Rathaus jedoch, die Bürgerschaft für das Thema zu sensibilisieren. Denn: „All diese Vergehen verursachen erhebliche Kosten, die von der Allgemeinheit durch Steuergelder finanziert werden müssen“, erläutert Baubürgermeister Hans-Georg Sigel. „Unsere Stadt ist ein Wohnzimmer für die Bürgerinnen und Bürger – und mit ihrer reichen Geschichte auch ein Magnet für Touristen. Dieses Stadtbild verdient Respekt und Pflege von uns allen.“