Barbara Resch, die designierte Bezirkschefin der IG Metall, in Aktion. Foto: IG Metall/Julian Rettig

Barbara Resch soll neue Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg werden – recht bald schon. Amtsinhaber Roman Zitzelsberger würde damit früher ausscheiden als zunächst erwartet.

Knapp eine Woche hat es gedauert seit der unerwarteten Ankündigung des baden-württembergischen Bezirksleiters Roman Zitzelsberger, seinen Posten zum Ende März 2024 zu räumen. Schon hat die Bezirkskommission der IG-Metall-Vorsitzenden Christiane Benner seine Nachfolgerin vorgeschlagen: Barbara Resch soll künftig die Bastion im Südwesten führen und damit den wohl wichtigsten Gewerkschaftsposten im Land übernehmen. Benner lobt die „sehr gute und schnelle Entscheidung“. Dass der Vorstand Mitte Januar ihre Empfehlung verwirft, kann man ausschließen.

 

Der Stabwechsel soll schon zum 1. Februar erfolgen

Die Abläufe deuten darauf hin, dass Zitzelsberger schon im Vorfeld die Nachfolgelösung vorbereitet hat. Resch leitet das Tarifteam der IG Metall Baden-Württemberg und ist insofern seine rechte Hand in tarifpolitischen Dingen. Direkt beteiligt war sie demnach am Ludwigsburger Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie vor gut einem Jahr. Resch war es auch, die die emotionale Sitzung der Großen Tarifkommission mit Zitzelsbergers Abschiedsrede in Pforzheim geleitet hat.

Etwas überraschend ist der zügige Stabwechsel zum 1. Februar, den Zitzelsberger „ausdrücklich“ unterstützt. Insofern gilt der Aussteiger nicht noch gut ein Vierteljahr als ein Bezirksleiter auf Abruf – und Resch erhält schnellstmöglich freie Hand als Bezirkschefin und Pendant der Arbeitgeber.

Resch wird Ende Januar 49 Jahre alt und ist damit Paradebeispiel der Personalpolitik Zitzelsbergers, der im Bezirk vielfach (jüngere) Frauen in verantwortliche Positionen gebracht hat. Die gebürtige Schongauerin ist seit fünf Jahren in der Bezirksleitung – ihre damalige Vorgängerin Nadine Boguslawski gehört heute als Hauptkassiererin zum engsten Führungskreis der IG Metall in Frankfurt.

Einen wichtigen Arbeitgebervertreter kennt Resch gut

Zuvor war Resch zweite Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt und Tarifkoordinatorin der IG Metall Bayern. Sie bringt Erfahrungen aus Aufsichtsräten der Automobilzulieferer Elring Klinger und Schaeffler sowie des Rüstungskonzerns Rheinmetall ein. Insofern hat sie längst einen wichtigen Draht zum Tarifpartner: Der frühere Elring-Klinger-Chef Stefan Wolf ist Gesamtmetall-Präsident. Die Arbeitgeber hatten den Abgang des so visionären wie pragmatischen Bezirksleiters Zitzelsberger mit großem Bedauern aufgenommen, dürfen nun aber auf Kontinuität hoffen. Ob der Bezirk Baden-Württemberg in der IG Metall seinen großen Einfluss bewahrt, das muss sich noch zeigen.