An der Bahnstrecke nach Wendlingen wird wieder gearbeitet. Foto: Ines /Rudel

An einem Abschnitt der noch nicht in Betrieb genommenen Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn zwischen Stuttgart und Wendlingen ist nach heftigen Regenfällen ein Teil der Böschung abgerutscht. Nun wird nachgearbeitet.

An der eigentlich abgeschlossenen Baustelle für die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn zwischen Stuttgart und Wendlingen wird wieder gearbeitet. An einem Streckenabschnitt südlich von Denkendorf ist schweres Gerät im Einsatz.

 

Vor Kurzem fertiggestellte Böschung wird saniert

Ein Bahn-Sprecher bestätigt dies auf Anfrage. „Die Böschung in diesem Bereich wird aktuell saniert.“ Die Strecke, auf der später einmal Züge mit bis zu 250 Kilometern in der Stunde unterwegs sein sollen, verläuft in diesem Abschnitt parallel und auf Höhe der Autobahn 8. Da das umgebende Gelände aber deutlich höher liegt, schließt sich südöstlich an die Bahnstrecke eine steile und hohe Böschung an.

Starkregen schwemmt Oberfläche davon

Auf der sind nun wieder Bagger in Position gegangen und machen sich an dem Hang zu schaffen. Das hat durchaus einen ernsten Hintergrund: „Wegen eines Starkregenereignisses kam es zu Rutschungen der Böschungsoberfläche“, erklärt der Bahn-Sprecher. Die Schäden werden aktuell behoben und das Gelände für ähnliche Regengüsse stabilisiert. Etwas technisch hört sich das bei dem Bahn-Sprecher dann so an: „Um gegen Schäden bei künftigen Extremwetterereignissen gefeit zu sein, wird derzeit ein sogenannter Auflastfilter aufgebracht.“

Die Böschung soll gegen Witterungseinflüsse stabilisiert werden. Foto: Ines /Rudel

Die aktuellen Arbeiten werden sich bis Anfang 2025 hinziehen. Auf die Abnahme der neuen Infrastruktur soll das keine Auswirkungen haben. Die eigentlich für Herbst dieses Jahres angekündigten Testfahrten sind wegen der Verzögerungen bei der Fertigstellung von Stuttgart 21 – aktuell geht die Bahn von Dezember 2026 aus – ebenfalls verschoben worden. Sie sollen nun erst im Frühjahr 2025 stattfinden. Auf diesen aktualisierten Zeitplan hätten die Arbeiten an der Böschung keine Auswirkungen, so der Bahn-Sprecher.

Im März 2020 war im Elsass ein französischer Hochgeschwindigkeitszug auf dem Weg von Straßburg nach Paris bei Tempo 270 in eine abgerutschte Böschung gefahren. Bei dem Unfall in der Nähe der Gemeinde Ingenheim wurde der Lokführer schwer verletzt, mehr als 20 Fahrgäste trugen leichtere Blessuren davon.