Die Büroblöcke der alten IBM-Zentrale sind stark sanierungsbedürftig Foto: Achim Zweygarth

Die frühere Deutschlandzentrale von IBM hat neue Besitzer: Die Düsseldorfer Immobilienunternehmer Mathias Düsterdick und Christoph Hüttemann haben die Immobilie der PDI abgekauft. Zuvor waren sie Chefs der PDI-Immobilienfirma.

Stuttgart - Kurzzeitig schien es am Montag so, als habe das Areal der früheren IBM-Hauptverwaltung erneut seinen Besitzer gewechselt. Der hieß bisher Property Development Investors GmbH (PDI). Ein Düsseldorfer Immobilienunternehmen, an dem die Chefs Mathias Düsterdick und Christoph Hüttemann 50 Prozent hielten. Düsterdick, früher in Stuttgart bei der Bülow AG tätig, und Hüttemann, haben die PDI vollends an den Wiener Projektentwickler 6B47 verkauft. Ausnahmen: Das IBM-Areal und die Villa Berg in Stuttgart.

Der IBM-„Ironman Campus“ und die Villa Berg seien an die früheren PDI-Manager verkauft worden, Düsterdick und Hüttemann führten beide Projekte weiter, teilten die Wiener mit. Sie scheinen tatsächlich kaum einen Schimmer von den Stuttgarter PDI-Aktivitäten zu haben, sonst wäre der nach den Architekten benannte Eiermann-Campus nicht in einen Ironman-Campus verwandelt worden. Der Name sei für ein Immobilienprojekt tatsächlich etwas komisch, räumte ein 6B47-Sprecher ein, da liege wohl ein Fehler vor. Aber warum sollte das IBM-Areal nicht so heißen, wenn Hochhäuser wie jenes an der Heilbronner Straße unter „Wolke Nummer 7“ firmieren?

Düsterdick strebt zurück nach Stuttgart

Düsterdick, der offenbar zurück zu seinen Wurzeln nach Stuttgart strebt, hatte sich bereits mit der Villa Berg einen anspruchsvollen, jahrelangen Ausdauerwettkampf mit der Landeshauptstadt geliefert. Die konnte die Villa inzwischen von PDI erwerben, im Grundbuch steht die Stadt aber noch nicht, weil dort ein immerhin acht Millionen Euro schweres Grundpfandrecht lastet.

Möglich, dass Düsterdick und Hüttemann bisher das Geld zur Ablösung fehlte. Die PDI kämpfte 2013 – neuere Bilanzzahlen liegen nicht vor – in Frankfurt mit Schieflagen bei zwei Bauprojekten. Eines schränkte die liquiden Mittel von PDI wegen Kostenüberschreitungen bis auf 55 000 Euro ein. Beim zweite Bauvorhaben, dessen Jahresergebnis ein Millionen-Minus auswies, empfahl ein Gericht PDI, dem gekündigten Generalbauunternehmer 400 000 Euro zu überweisen.

Der Stadt waren Gelände und Gebäude zu teuer

Für den immerhin 19,5 Hektar IBM-Campus in Stuttgart haben Düsterdick und Hüttemann bisher weder Pläne vorgestellt noch Zahlen genannt. Sie reagierten am Montag auf Anfragen nicht. Warum Stuttgart nicht selbst das IBM-Areal gekauft habe, hatte Finanzbürgermeister Michael Föll beantwortet: Für die Sanierung der denkmalgeschützten, aber maroden Pavillons und die weitere Entwicklung, würden bis zu 80 Millionen Euro fällig werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: