Das Züblin-Parkhaus trennt laut Stadtplanern Bohnen- und Leonhardsviertel wie ein Riegel. Das könnte sich nach dem Abriss auch dank der IBA 2027 nach dem geplanten Abriss in vier Jahren ändern. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Bohnen- und Leonhardsviertel werden in den kommenden Jahren Objekt der Stadtplanung. Sie sind Teil der Projektliste der Internationalen Bauausstellung 2027. Einige Ziele stehen schon fest.

S-Mitte - Niemand weiß im Moment Genaues und das ist auch der Plan. Mit diesem Satz lässt sich zusammenfassen, was die Aufnahme des Leonhards- und Bohnenviertels in die Projektliste für die Internationale Bauausstellung IBA 2027 bedeutet. Jan Minges von der Abteilung Kommunikation bei der Stadt, und Tobias Schiller, Sprecher der IBA, erklären beide, dass mit der Aufnahme in die Liste ein Weg bestritten wird, der sich erst noch entwickeln soll. „Grundsätzlich stehen wir am Anfang eines gemeinsamen Prozesses zwischen IBA’27 und den Projektträgern“, erläutert Schiller. Minges verweist darauf, dass erst einmal die Form der Anwohnerbeteiligung geklärt werden müsse. „Der erste Schritt wird sein, dafür Formate zu entwickeln“, sagt Minges.

Es gibt bisher nur ein Ziel für das Projekt in den beiden Quartieren. Aus Bohnen- und Leonhardsviertel soll wieder jene Einheit werden, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestand. Die alte Leonhardsvorstadt soll also wieder neu erstehen. Ein Hindernis auf diesem Weg steht für die Stadt, den Projektträger, und die IBA als Partner schon fest: Das bisherige Züblin­areal. Das Parkhaus steht dort, wo die Planer die künftige Quartiermitte verorten, genau zwischen Leonhards- und Bohnenviertel. Nach Auslaufen des Erbpachtvertrags wird das Parkhaus 2023 abgerissen.

Züblinareal wird Experimentierfeld

Die dann frei werdende Fläche soll dann zum Experimentierfeld für die Stadtplaner werden. Laut Jan Minges sollen sie in den kommenden Jahren auch über neue Finanzierungs-, Miet- und Eigentumsmodelle nachdenken. „Wie diese genau aussehen könnten, ist im Moment auch noch offen“, meint Minges.

Ein weiteres Ziel des Projekts steht allerdings fest. Innerstädtisches Wohnen soll auf dem neu geplanten Areal für alle Gesellschaftsschichten unabhängig vom Einkommen möglich sein. Die Planer erhoffen sich von den sozialen Wohnformen eine stärkere Identifikation der Anwohner mit ihren Vierteln. „Quartierbewusstsein“ lautet das Schlagwort in der Präsentation zur Projektaufnahme in die IBA-Liste.

Expertenpool steht zur Verfügung

Laut IBA-Sprecher Tobias Schiller bietet die Ausweisung als IBA-Projekt vor allem zwei Vorteile für die Stadt. Die Akquise von Fördermitteln des Landes, Bundes oder der Europäischen Union stünden Projekten der IBA in mannigfaltiger Art offen, erklärt Schiller. Außerdem gebe es ein Expertenpool, der bei der Planung und Realisierung eines Projekts zur Verfügung stünde, meint der IBA-Sprecher. „Wir eröffnen viele Chancen für den Träger des Projekts“, sagt Schiller. Ähnlich bewertet auch Jan Minges von der Abteilung Kommunikation der Stadt die Chancen der Aufnahme in das IBA-Netz. Sie beflügelten Innovationen, meint er. Er nennt die Internationalen Bauaustellungen „Labors auf Zeit“.

Nach 2027 soll dann als Ergebnis der anstehenden Experimente eine neue Wohnqualität im Bohnen- und Leonhardsviertel herrschen. Die Dokumentation dieser Veränderungen wird ein Gegenstand auf der Internationalen Bauausstellung sein.

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