Die Eichhörchenhilfe Stuttgart ruft dazu auf, die Tiere mit Nahrung zu versorgen. Foto: dpa

Den Eichhörnchen drohe im Winter der Hungertod, warnt die Eichhörnchenhilfe Stuttgart. Der Nabu Baden-Württemberg sieht die Lage hingegen nicht als akut. So können Sie die Tiere sinnvoll unterstützen.

Stuttgart - „Wenn die Eichhörnchen dieses Jahr nicht zugefüttert werden und im Winter keine Nahrung finden, besteht ein großes Risiko, dass sie den Winter nicht überleben“, sagt Fabienne Widera von der Eichhörnchenhilfe Stuttgart. Da die Nüsse dieses Jahr aufgrund des außerordentlich heißen Sommers früher reif seien, würden die Eichhörnchen nicht dazu kommen, sie rechtzeitig zu sammeln, sagt sie. Ohne Wintervorräte sei das Risiko des Hungertodes für die Tiere sehr hoch. Die Eichhörnchenhilfe ruft daher dazu auf, Futter die für Hörnchen zu sammeln und auszulegen.

Der Naturbundschutz (Nabu) Baden-Württemberg sieht hingegen aktuell keine „akute Gefahr“. Zwar gebe es in bestimmten Regionen, durch die Rekordhitze, gehäuft verdorrte Nüsse in den Schalen. Doch Eichhörnchen seien in der Nahrungswahl flexibel, sagt Dr. Stefan Bosch – die Vorräte „machen nur einen geringen Teil in der Winter-Ernährung aus“.

Wer die Eichhörnchen füttern möchte, sollte daher folgende Hinweise beachten.

Was essen Eichhörnchen am liebsten?

Trotz des Namens essen Eichhörnchen so gut wie keine Eicheln, sagt Widera. Auch Mandeln und Erdnüsse solle man meiden – laut Widera seien sie für die Eichhörnchen eher ungesund. „Eine reine Erdnuss-Diät ist für Eichhörnchen ungeeignet und schädlich“, betont der Nabu. Sehr gerne mögen die Tiere zum Beispiel Hagebutten, Bucheckern, die Samen aus Tannenzapfen, Pilze, Sonnenblumenkerne, Kastanien, Mais, Walnüsse, Haselnüsse und Beeren.

Sollte man die Nüsse sammeln, die bereits von den Bäumen fallen?

Obwohl die Eichhörnchenhilfe dazu explizit aufruft, warnt der Nabu entschieden davor. „Keinesfalls sind das massenhafte Absammeln und Einlagern von Nüssen und Samen aus der freien Natur zu empfehlen“, so Bosch. „Auf diese Weise wird anderen wildlebenden Tieren wie Bilchen (zum Beispiel der Siebenschläfer, Anmerkung der Redaktion) oder Vögeln ihre natürliche Nahrungsgrundlage entzogen.“

Kann man gekauftes Futter auslegen?

Ja, auf jeden Fall. Der Nabu empfiehlt sogar, nur hochqualitatives Futter aus dem Fachhandel zur Fütterung von Eichhörnchen zu verwenden.

Wann und wie kann man Eichhörnchen helfen?

Am besten empfiehlt es sich, Futterautomaten aufzustellen. Diese könnten schon jetzt aufgestellt werden – und gerne auch ganzjährig bleiben, sagt Widera. Dabei müssen Futterplätze und Wasserstellen regelmäßig gereinigt und das Trinkwasser täglich erneuert werden, betont der Nabu.

Eine wichtige und nachhaltige Hilfe für Eichhörnchen und andere Tiere sieht der Nabu in der „naturnahen Gestaltung von Gärten und Anlagen mit Bäumen, Sträuchern, Haselnussbüschen, Quartier- und Versteckangeboten“. Dem Eichhörnchen gehe es „in naturnah bewirtschafteten Wäldern besonders gut, wenn ihm dort eine Mischung unterschiedlicher samen-tragender Baumarten in verschiedenen Altersklassen zur Verfügung stehen.“

Was ist noch zu beachten?

„Fütterung kann meistens nicht selektiv für nur eine Tierart erfolgen“, warnt der Nabu. An dem Futter können sich auch andere Tierarten bedienen, die dadurch angelockt werden – zum Beispiel Mäuse, Ratten oder Waschbären. Auch berge jede Art von Fütterung Risiken: Zum Beispiel, dass Krankheiten unter den Futterstellenbesuchern übertragen werden.

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