Mit Leckerli allein ist es nicht getan: Für Hunde müssen auch Steuern bezahlt werden – für Katzen nicht. Foto: Armin Weigel/dpa

In verschiedenen Städten im Landkreis Esslingen werden unterschiedlich hohe Abgaben für Hunde erhoben. In manchen Kommunen muss für die Haltung von Kampfhunden ein Extra-Obolus bezahlt werden. Doch Katzen bleiben weiterhin steuerfrei.

Haustiere haben etwas gemeinsam: Die meisten bereiten ihren Haltern viel Freude. Es gibt aber auch Unterschiede. Für Katzen, Vögel oder Hamster müssen keine Steuern bezahlt werden, für Hunde hingegen schon. Doch die Höhe und die Modalitäten der Abgabe werden in den Städten im Landkreis Esslingen ganz unterschiedlich gehandhabt.

 

Esslingen Katzen seien meistens allein unterwegs und schwer einem Haushalt zuzuordnen, sagt Marcel Meier vom Pressereferat der Esslinger Stadtverwaltung. Eine Erfassung und Kontrolle der Anmeldung wäre darum für Stubentiger und andere, überwiegend im Haus gehaltene Tiere schwierig. Daher würden für sie keine Steuern erhoben. Für Hunde dagegen schon: 132 Euro müssen pro Vierbeiner und Kalenderjahr in der Neckarstadt entrichtet werden. Für Kampfhunde gelten keine erhöhten Sätze. 2747 Hunde wurden in Esslingen im vergangenen Jahr gezählt, von denen 41 steuerbefreit sind. Die Jahreseinnahmen 2023 aus der Steuer betrugen 372 922 Euro. Mit Blick auf den Verwendungszweck gibt Meier an, dass Steuern im Gegensatz zu Gebühren nicht zweckgebunden seien. Sie dienten grundsätzlich der Deckung allgemeiner Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden: „Daher steht die eingenommene kommunale Hundesteuer auch leider nicht zweckgebunden für Ausgaben im Zusammenhang mit Hunden zur Verfügung, um beispielsweise große Bereiche einzuzäunen und zu reinigen.“

Kirchheim In Kirchheim sei die Hundesteuer zum Jahresanfang erhöht worden, so die Rathaussprecherin Vanessa Palesch. Eine weitere Anhebung der Sätze um 15 Euro für Einzelhunde, 30 Euro für die Haltung mehrerer Hunden und 45 Euro für die Zwingerhaltung ist für nächstes Jahr geplant: „Die Erhöhung erfolgt im Rahmen der Haushaltsplanberatungen als eine von mehreren Konsolidierungsmaßnahmen zur Stärkung der Ertragsseite.“ Für den ersten Hund müssen derzeit 141 Euro pro Jahr entrichtet werden, für jedes weitere Tier 282 Euro. Kampfhunde kosten extra – 615 Euro entfallen auf den ersten Vierbeiner, 1230 Euro auf jeden weiteren. Die Zwingersteuer beträgt 423 Euro. Für 2024 werde mit Erträgen aus der Hundesteuer in Höhe von rund 228 000 Euro gerechnet, so Palesch weiter. Städte und Gemeinden seien gesetzlich zur Erhebung einer Hundesteuer verpflichtet. Die Höhe lege der Gemeinderat fest. Für Katzen und andere Tiere bestehe diese Regelung nicht. Im Stadtgebiet gebe es 1440 hundesteuerpflichtige Halter mit insgesamt 1524 Hunden.

Plochingen Die Haltung von Kampfhunden ist auch in Plochingen teurer: 1000 Euro müssen pro Tier und Jahr bezahlt werden. Die Steuer für Hunde anderer Rassen beträgt 132 Euro, für jedes weitere Tier 264 Euro. „Die Stadt verzeichnet Stand Mai 2024 eine Gesamtzahl von knapp 500 gemeldeten Hunden bei etwa 450 Hundehaltern“, rechnet Michael Mikolajczak vom Pressereferat der Stadtverwaltung vor. Die Steuersätze seien letztmalig zu Jahresbeginn 2019 erhöht worden. Aufgrund der gestiegenen Anmeldungen von Hunden seien die Einnahmen aus der Steuer in den vergangenen Jahren nach oben gegangen. Im Jahr 2023 beliefen sie sich auf knapp 69  000 Euro.

Nürtingen Für eine normale Hundehaltung müssen in Nürtingen 132 Euro pro Jahr für den ersten Hund, 260 Euro für jeden weiteren bezahlt werden. Der erste Kampfhund oder gefährliche Hund kostet 720 Euro, für jeden weiteren müssen 1440 Euro entrichtet werden. In der Hölderlinstadt wurden 1553 Hundehalter gezählt. „Aktuell liegt das Hundesteueraufkommen für das Jahr 2023 bei etwa 240 000 Euro und ist in den vergangenen Jahren konstant angestiegen“, sagt Thomas Krytzner von der städtischen Pressestelle. Diese Einnahmen flössen dem städtischen Etat zu und dienten der Gesamtdeckung. Die Stadt sei gesetzlich zur Erhebung der Steuer verpflichtet. Und, so Krytzner: „Die Hundesteuer besitzt eine Lenkungswirkung, damit die Anzahl der im Stadtgebiet Nürtingen gehaltenen Hunde gesteuert werden kann.“

Leinfelden-Echterdingen Die Erhebung von Hundesteuern hat nach Angaben der Stadt Leinfelden-Echterdingen einen historischen Hintergrund. Die Abgabe existiere seit dem 19. Jahrhundert, denn Hunde hätten damals als zu besteuerndes Luxusgut gegolten. Katzen hingegen nicht. Sie und auch andere Haustiere seien als Nutztiere betrachtet worden, weil sie auf Höfen Mäuse gefangen hätten und für Menschen somit kein Luxus, sondern ein Helfer gewesen seien. „Diskussionen über die Einführung einer Katzensteuer entflammen allerdings immer wieder. In wenigen deutschen Kommunen gibt es etwa auch eine Pferdesteuer“, sagt der Rathaussprecher Thomas Krämer. Für 2024 werde in Leinfelden-Echterdingen mit 165 700 Euro an Einnahmen aus der Hundesteuer gerechnet. Für jeden Hund müssen 126 Euro, für jedes weitere Tier 252 Euro bezahlt werden. Das Halten eines Kampfhundes schlägt mit 840 Euro zu Buche. Für jeden weiteren sind 1248 Euro zu entrichten.

Ostfildern Etwa 1350 Hunde und gut 1275 Hundehalter werden im Stadtgebiet von Ostfildern gezählt, sagt die Pressesprecherin Tanja Eisbrenner. 132 Euro müssen hier für den ersten Hund, 264 Euro für jedes weitere Tier bezahlt werden. Für Kampfhunde, die keinen Wesenstest haben, wird eine höhere Steuer erhoben. Für sie müssen 396 Euro entrichtet werden, jedes weitere Tier dieser Rassen kostet 792 Euro. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Jahr 192 500 Euro und flossen in den allgemeinen Haushalt ein. Bis zum 31. Dezember 1996 hat laut der Stadtsprecherin das Hundesteuergesetz für Baden-Württemberg gegolten. Als es außer Kraft gesetzt wurde, musste jede Gemeinde eine eigene Hundesteuersatzung erlassen. In Ostfildern erfolgte dies zum 1. Januar 1997 nach der Mustersatzung des Gemeindetages Baden-Württemberg.

Wendlingen In Wendlingen sind für den Ersthund 120 Euro zu bezahlen, jeder weitere Vierbeiner kostet 240 Euro, erklärt Silke Böhringer von der Stadtkämmerei. 480 Euro sind für einen Kampfhund zu entrichten, für jeden weiteren 960 Euro. 704 Hunde wurden im Stadtgebiet gezählt. Die Einnahmen aus der Hundesteuer für das Jahr 2023 gibt sie mit 83 520 Euro an.

Hundesteuer in den umliegenden Kreisstädten

Göppingen
In Göppingen müssen nach Angaben der Stadt für den ersten Hund 108 Euro und für jeden weiteren 216 Euro bezahlt werden. Kampfhunde oder gefährliche Hunde sind teurer – sie kosten 780 Euro im Jahr.

Ludwigsburg
Die Hundesteuer beträgt in Ludwigsburg laut Stadt im Kalenderjahr für den ersten Hund 156 Euro, für jeden weiteren Hund 312 Euro. Für den ersten Kampfhund oder den ersten gefährlichen Hund sind 936 Euro zu entrichten. Für jeden weiteren Kampfhund oder jeden weiteren gefährlichen Hund werden 1872 Euro fällig.