Tina Martini und ihr Ehemann Rüdiger Frimmel mit ihren vier Hunden Yahoo, Happy, Cherry und Rosi ärgern sich über Hundehaufen – und beteiligen sich an einer Aufsammelaktion. Foto: Caroline Holowiecki

Hundekot auf Wegen und Wiesen stört Spaziergänger und Radler, und auch Tierhalter sind genervt. Am Samstag, 6. Februar, beginnt in Filderstadt daher eine Häufchen-Sammelaktion.

Filderstadt - Trotz des Regens ist richtig viel los im Weilerhau. Etliche Menschen gehen im Plattenhardter Naherholungsgebiet mit ihren Hunden Gassi. Die Tiere brauchen Bewegung, und sie müssen mal. Tina Martini weiß das nur zu gut. Sie und ihr Mann haben selbst vier Hunde. Vier Tiere, das heißt viermal Dreck, den es einzusammeln gilt. Der 43-Jährigen macht das nichts aus. Viele andere Hundehalter aber sehen es nicht so eng mit ihrer Tütchenpflicht.

Auf ihren jeweiligen Gassirunden sehen Tina Martini und die Mitglieder einer privaten Trainingsgruppe, der 14 Mensch-Tier-Teams angehören, haufenweise Haufen. „Mich nervt das kolossal“, sagt sie. Im Winter sei es besonders schlimm. Weil das Gras nicht wachse, sehe man die Hinterlassenschaften besser, und möglicherweise seien manche Hundehalter nachlässiger, weil sowieso alles matschig sei und es früh dunkel werde. „Da wird es einem ganz anders“, sagt Tina Martini über das, was sie täglich erblickt. Der Kot sei ekelhaft und ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier.

Hundekot ist überall ein Dauerbrenner

Ob pur oder als in die Pampa geworfener Plastikbeutel: Hundekot ist überall ein Dauerbrenner und ein großes Ärgernis. Eine Frau aus Stuttgart-Sonnenberg etwa ist genervt von einem großen Tütchen-Haufen, den Faulpelze an einem Infoschild am Wanderparkplatz Saufang an der Wildparkstraße, mitten im Naturschutzgebiet, drapiert haben. „Ich wundere mich, mit welcher Dreistigkeit manche Hundebesitzer den Wald zur Müllhalde ihrer Kotbeutel machen. Was möchten diese damit demonstrieren? Ihre Dummheit?“, fragt sie. „Gerade in diesen Zeiten, in denen wir noch mehr auf die schöne Abwechslung in der Natur angewiesen sind“, fügt sie an. Ein Mann aus Bonlanden macht bei Facebook seinem Ärger über Verschmutzungen rund um die Marktstraße Luft. „Innerhalb einer Woche sind dort circa 20 Haufen aufgetaucht“, schreibt er. Er sei selbst Hundehalter und „kann es einfach nicht verstehen, wie man so egoistisch sein kann“. Laut einer Frau, die sich ebenfalls bei Facebook meldet, wird es im Bereich TSV Harthausen „immer schlimmer“.

Tina Martini verfolgt solche Meldungen und die Diskussionen, die sich entspinnen. Sie weiß: Oft werden wegen einiger schwarzer Schafe alle Hundebesitzer in eine Schublade gesteckt. Daher wollen sie und ihre Mitstreiter ein Zeichen setzen. An diesem Samstag, 6. Februar, beginnen sie eine Haufen-Sammelaktion. Gassigeher sind aufgerufen, an diesem Tag Fäkalien, die sie beim Spazieren sehen, einzusammeln – in Plattenhardt oder auch anderswo. Auch die Trainingsgruppenmitglieder werden ausschwärmen und ihre Funde später in einen großen Sack am Hundetütchen-Behälter nahe der Grundschule in Plattenhardt werfen. Die Menge soll für die Stadtverwaltung von Filderstadt dokumentiert werden.

Es gebe dort zu wenige Mülleimer

Das stinkende Problem ist im Weilerhau nicht neu, sagt Tina Martini. In dem Gebiet gebe es kaum Stellen, wo man seine Tüten entsorgen könne. Sie und ihr Mann haben hier einen Garten. Am Zaun ist ein Eimer platziert, „und der ist jede Woche voll“. Bereits Anfang 2019 hätte eine große „Der Weilerhau wird häufchenfrei“-Sammelaktion stattfinden sollen, die musste wegen Schneefalls aber kurzfristig abgesagt werden. Der neue, wegen Corona extra offene Aktionstag am Samstag soll ein Bewusstsein für die Problematik schaffen. Und wenn das nicht fruchtet, würde Tina Martini sich wünschen, dass gegen unbelehrbare Tretminen-Sünder notfalls vorgegangen wird. „Bußgelder gibt es, aber es kontrolliert keiner. Es würde abschrecken, wenn da mal einer stehen würde.“

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