Sebastian Krause, Andreas Bauer und André Kuchling (von links) freuen sich zusammen mit Schäferhund Aicko über die Neueröffnung der Vereinsgaststätte. Foto: Bernd Zeyer

Vor 111 Jahren ist der Verein der Hundefreunde Zuffenhausen gegründet worden. An der Rolle der Vierbeiner hat sich in den vergangenen Jahren vieles geändert.

Stuttgart-Zuffenhausen - Am 1. April 1906 ist der Verein der Hundefreunde Zuffenhausen gegründet worden. Damals hatte Deutschland noch einen Kaiser, Württemberg einen König und die meisten Vereinsmitglieder einen Schäferhund. 111 Jahre später ist der Verein einer der ältesten Hundevereine in Württemberg. Die Rolle der Vierbeiner hat sich in den vergangenen Jahrzehnten freilich stark verändert. Schafften sich die Menschen früher einen Hund vor allem als Schutz- oder Wachtier an, so sind heutzutage ganz andere Eigenschaften gefragt. „Heute ist der Hund ein Familienmitglied und Sportkamerad“, sagt André Kuchling, der zweite Vorstand des Vereins.

Seit einem Jahr leiten Kuchling und Sebastian Krause, der erste Vorstand, den Verein. Nachdem Jean-Pierre Sageaux, der 18 Jahre an der Vereinsspitze gestanden hatte, Stuttgart in Richtung seiner französischen Heimat verlassen hat, gab es einen Umbruch im Vorstand. In dem 35-jährigen Krause und dem 31-jährigen Kuchling sind nun zwei relativ junge Hundefreunde am Ruder. Damit kam frischer Wind in den Verein, was sich nicht zuletzt in der Jugendarbeit widerspiegelt. Von den 157 Mitgliedern sind knapp zwei Dutzend Jugendliche, was in Zeiten von Internet, Playstation und Handy durchaus bemerkenswert ist. Vor allem viele junge Frauen in den Altersgruppen ab 15 und ab 19 Jahren finden regelmäßig den Weg zum Vereinsgelände an der Straße Roter Stich 132. Ihnen wird vermittelt, dass ein Hund nicht nur ein modisches Accessoire ist, sondern ein Lebewesen, um das man sich kümmern muss. „Es ist wichtig, dass der Hund ein gutes soziales Umfeld bekommt“, sagt Krause. Er betont, dass nicht die Vierbeiner, sondern in erster Linie deren Frauchen und Herrchen ausgebildet werden und diese dann ihre Kenntnisse an die Tiere weitergeben.

Mit Andreas Bauer hat das Vereinslokal einen neuen Pächter gefunden

Krause ist eines der ganz wenigen Vereinsmitglieder, die einen Schäferhund haben. Weitaus öfters vertreten sind Golden Retriever, Labrador oder Promenadenmischung. Welche Rasse auch immer, für Krause ist klar: „Ein Hund muss physisch und psychisch ausgelastet sein.“ Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei die Begleithundeprüfung. Grundsätzlich halten es Krause und Kuchling für sinnvoll, wenn jeder, der sich einen Vierbeiner anschaffen möchte, vorher eine Art Hundeführerschein machen müsste.

Wird der 111. Geburtstag offiziell erst im September gefeiert, so gibt es am Samstag, 1. April, doch auch ein kleines Fest: Andreas Bauer, der neue Pächter der Vereinsgaststätte, gibt von 15 Uhr an seinen Einstand. Der 37-Jährige hat viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet und ein Faible für amerikanische Gerichte. Pastrami-Variationen, Philly Cheesesteaks, Pulled Pork und Burger stehen unter anderem auf der Speisekarte. Damit möchte Bauer auch GIs aus den benachbarten Robinson-Barracks anlocken. Einen eigenen Hund hat der gelernte Koch übrigens noch nicht. Vielleicht, so sagt er, schafft er sich ja bald einen an. Die Futterversorgung dürfte auf jeden Fall sichergestellt sein.

.Weitere Infos: www.vdh-zuffenhausen.de

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