Können Hunde Muskelkater kriegen? Foto: Przemek Iciak / Shutterstock

Können Hunde nach einer langen Wanderung, einer Radtour oder Agility-Training Muskelkater bekommen? Wenn ja, wie erkennt man das und was kann man dagegen tun? Hilfreiche Tipps und Infos im Artikel.

Ja, auch Hunde können Muskelkater bekommen, wenn sie ungewohnten körperlichen Aktivitäten ausgesetzt sind oder wenn sie über ihre normale Belastungsgrenze gehen. Dies kann beispielsweise nach einem langen Spaziergang, einem intensiven Training oder einem ungewohnten Spiel auftreten. Wie bei Menschen kann auch die Fitness beim Hund trainiert werden, sodass Muskelkater vermieden oder verringert werden kann.

Muskelkater bei Hunden: Symptome

Symptome für einen Muskelkater beim Hund können sein:

  • Steifheit und Lahmheit: Eine veränderte Haltung oder ein verändertes Gangbild kann auf Muskelkater hindeuten. Auch steif wirkende Bewegungen oder generell ein lethargisches, müdes Verhalten Ihres Hundes können Muskelkater-Symptome sein.
  • Schmerzen bei Berührung: Möglicherweise zeigt Ihr Hund Anzeichen von Schmerzen, wenn Sie ihn an bestimmten Stellen berühren. Dies kann sich durch Zucken, Zurückweichen, Jaulen, Winseln oder sogar aggressives Verhalten äußern.
  • Appetitlosigkeit: Manche Hunde können bei Muskelkater wegen der Schmerzen und des Unwohlseins auch eine vorübergehende Appetitlosigkeit zeigen.
  • Verminderte Beweglichkeit: Wenn Ihrem Hund bestimmte Bewegungen (wie zum Beispiel Treppensteigen und Hinlegen) plötzlich schwerfallen, kann dies ein Zeichen für Muskelkater sein.

Wenn die Symptome schwerwiegend sind oder länger als ein paar Tage anhalten, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, um andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Wie entsteht Muskelkater bei Hunden?

Bei Hunden verhält es sich ganz ähnlich wie bei Menschen: Muskelkater entsteht durch mikroskopisch kleine Verletzungen in den Muskelfasern. Diese passieren, wenn die Muskeln besonderen Belastungen ausgesetzt sind, insbesondere bei intensivem Training oder ungewohnten Aktivitäten.

Wenn die Muskeln gestreckt oder belastet werden, treten winzige Risse in den Muskelfasern auf. Dies führt zu Entzündungen und Schwellungen im betroffenen Bereich, was wiederum zu Schmerzen und Steifheit führt - das, was wir als Muskelkater bezeichnen. Im Laufe der Zeit, wenn sich die Muskeln an eine Belastung gewöhnt haben, werden sie stärker und der Muskelkater wird weniger ausgeprägt. Auch dies ist bei Hunden genauso wie bei Menschen. Aktive Hunde, die häufig sportlich aktiv sind, werden intensive Bewegung leichter verkraften als andere Hunde.

Mein Hund hat Muskelkater: Was tun?

Die Behandlung von Muskelkater bei Hunden ähnelt oft der Behandlung bei Menschen:

  • Ruhe und Schonung: Geben Sie Ihrem Hund ausreichend Zeit zum Ausruhen und Erholen. Reduzieren Sie körperliche Aktivitäten, um die beanspruchten Muskeln zu entlasten.
  • Kühlung: Verwenden Sie kühlende Maßnahmen wie Eispackungen oder ein kühlendes Gel (ANZEIGE), um die entzündeten Muskeln zu beruhigen und Schmerzen zu lindern. Wickeln Sie das Kühlpack in ein Handtuch und legen Sie es für einige Minuten auf die betroffenen Stellen. Kühlende Gels und Salben für Hunde werden nach Anleitung meist mehrmals am Tag einmassiert. Auch eine Kühlmatte (ANZEIGE), auf die sich der Hund legen kann, kann Abhilfe schaffen bei Schmerzen.
  • Massagen: Sanfte Massagen können helfen, die Durchblutung zu verbessern, Verspannungen zu lösen und die Heilung zu fördern. Achten Sie darauf, sanften Druck anzuwenden und vermeiden Sie übermäßige Reibung oder Druck auf die betroffenen Bereiche. Achten Sie auch stets auf die Reaktion Ihres Hundes. Lehnt er durch Zittern, Zucken oder Jaulen die Berührung ab, eignet sich eine Massage nicht als Behandlung.
  • Moderate Bewegung: Kurze Spaziergänge oder sanfte Bewegungsübungen können helfen, die Muskeln zu lockern und die Genesung zu unterstützen. Achten Sie darauf, die Aktivitäten langsam zu steigern und Überanstrengung zu vermeiden.
  • Ausgewogene Ernährung: Achten Sie darauf, dass Ihr Hund ausreichend frisst und trinkt. Hochwertige Proteine und komplexe Kohlenhydrate (Vollkorn) sind für Tiere bei sportlicher Betätigung ebenso wichtig wie für uns Menschen. Als Ergänzung können Sie Ihrem Hund Leckerlis geben, die gegen die Muskelschmerzen helfen (auf Amazon kaufen // ANZEIGE). Nach Rücksprache können Sie solche Tabletten auch vorbeugend geben.

So kann man Hunde-Muskelkater vorbeugen

Um Muskelkater bei Hunden vorzubeugen, steigern Sie die körperliche Aktivität Ihres Hundes allmählich, anstatt plötzlich intensive Aktivitäten durchzuführen. Ganz gleich, ob Sie mit Ihrem Hund lange Wanderungen, Fahrradtouren oder Hundesport ausführen möchten: Ein langsamer Anstieg der Trainingsintensität ermöglicht es den Muskeln, sich anzupassen und zu stärken, ohne überbeansprucht zu werden.

Führen Sie vor dem Hundesport oder einer anderen Sporteinheit kurze Aufwärmübungen durch. Ein kurzer Spaziergang sowie Kreis- und Slalomlaufen regen die Durchblutung an und wärmen die Muskeln auf. Nach dem Training können Sie ebenfalls leichtere Übungen zum Cool Down einbauen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund während des Trainings und danach ausreichend Wasser zur Verfügung hat.

Geben Sie Ihrem Hund außerdem immer ausreichend Zeit zum Ausruhen und Erholen zwischen Trainingseinheiten. Wie wir Menschen benötigen auch Hunde genügend Ruhephasen, damit sich die Muskeln regenerieren können.