Die Städte Böblingen und Sindelfingen haben sich einst Freundschaftsbrunnen geschenkt. Was bedeutet es, wenn sie nicht in Schuss sind?, fragen wir in unserer Humorkolumne „Bonbons“.
Dass sich Böblinger und Sindelfinger nicht immer ganz grün sind, dürfte hinlänglich bekannt sein. Und dass das auch keineswegs eine neue Entwicklung ist, das zeigt ein Blick in die Geschichte. Die beiden Nachbarn haben immer wieder wechselseitige Spannungen geplagt. Es hat schon derartig gekriselt zwischen den Städten, dass es im Frühjahr für einen Vortrag über die Historie des Zwists locker gereicht hat.
Noch heute zeugen böse Sprüche über die jeweils andere Stadt (Beispiel „Lieber keinen Finger als einen Sindelfinger“) davon. Und das, obwohl es seit gut einem halben Jahrhundert immer wieder ernsthafte Überlegungen gibt, die Städte offiziell zu einer zu machen. Oder feuert diese Tatsache die Animositäten vielleicht sogar noch an?
Zarte Bande?
Fast wie im Verborgenen gibt es trotzdem immer mal wieder Annäherungsversuche. Kleine Zehen, die in die unruhigen Wasser der Freundschaft gehalten werden. Das zeigt zum einen der gemeinsame Stadtteil Flugfeld, an dessen Ortseingang „Böblingen/Sindelfingen“ steht. Und der in der Theorie auch zusammen gemanagt wird.
Und dann gibt es da noch zwei Springbrunnen, die eine Freundschaft symbolisieren sollen. Man muss sie tatsächlich ein bisschen suchen, die Brunnen.
Investition in die Freundschaft
In Böblingen steht der von Sindelfingen gestiftete Laufbrunnen am Unteren See nahe dem Schottischen Rosengarten – und möglicherweise noch etwas näher am öffentlichen Pissoir. Dort läuft er vor sich hin. Fröhlich plätschert das Wasser in die Schale. Gestiftet worden war der Brunnen anlässlich der Landesgartenschau 1996. Das verrät eine Plakette, die auf einer Stele in einiger Entfernung zum Brunnen angebracht ist.
Auch Sindelfingen hat in den 90ern einen Brunnen bekommen. Von seiner „Nachbarstadt Böblingen“, bezeugt eine Plakette – dort übrigens am Brunnenfuß angebracht. Die Brunnenschale steht im Sommerhofenpark zentral im dortigen, laut Messingschild von Ehrenamtlichen gepflegten Rosengarten. Da läuft allerdings nicht wirklich was. Vogelfedern, Eisstiele und Grasbüschel treiben in der Pfütze grünen Regenwassers, die in der Schale steht.
Ob der Zustand des Sindelfinger Brunnens auf den der Städtefreundschaft schließen lässt? Man will es nicht hoffen, denn das spräche für eine recht einseitige Beziehung. Auch in den Abstand zwischen Brunnen und Plakette auf Böblinger Seite ließe sich einiges hinein interpretieren. Das lassen wir aber an dieser Stelle besser.