Wo bleibt mein Futter? Wo bleibt mein Kloputzer? Tss, tss, tss, gutes Personal ist schwer zu finden heutzutage. Foto: Eibner-Pressefoto

Zum Weltkatzentag ein paar Gedanken über die wahren Herrscher im Haus. Ein Beitrag aus den „Bonbons“, der wöchentlichen Humorkolumne dieser Zeitung.

Am 8. August ist Weltkatzentag. Das Kreistierheim in Böblingen nahm sich am Freitag dieses Datum zum Anlass, um auf die 48 Katzenbabys und 55 älteren Katzen aufmerksam zu machen, die derzeit dort ein neues Zuhause suchen (zu finden unter der Adresse www.kreistierheim-bb.de im Netz). Wer selbst so einen oder gar mehrere Schmusetiger zu Hause hat, kann sich diesem Aufruf nur anschließen, denn in so einem Haushalt gilt ganz klar das Motto „Alles für die Katz’“.

 

Freud- und leiderfahrene Frauchen und Herrchen wissen allerdings auch, dass das Zusammenleben mit einer Katze nicht immer ganz einfach und teilweise auch voller Missverständnisse sein kann. Das beginnt schon beim vermeintlichen Besitz- und Machtverhältnis. Es ist nämlich nicht der Mensch, der sich eine Katze hält, sondern genau umgekehrt – die Katze, dieser putzige Potentat auf vier Pfoten, hält sich den Menschen: als Dosenöffner, Kloreiniger, Kopfkrauler, Leckerlilieferant, Bei-Minusgraden-stundenlang-die-Tür-Aufhalter, Futter-mit-Paste-Schmackhaftmacher und was es in einer Katzokratie sonst noch so alles für Aufgaben gibt. Die alten Ägypter wussten das, weswegen sie Katzen als Gottheit verehrten.

Wir modernen Menschen müssen an dieses antike Wissen oft erst noch erinnert werden. Zum Glück haben Katzen viel Geduld mit uns. Eine unbedarfte Aussage wie „Ja, du bist meine süße, kleine Miezi-Maus“ lässt die haarige Hausgottheit uns deshalb wohlwollend durchgehen. Insgeheim denkt sie sich aber vermutlich, dass ihre süße und gar nicht ganz so kleine Menschi-Maus schon lange nicht mehr ihr Katzenklo geputzt hat.

Herrchen und Frauchen wissen es: Jeder Tag ist Weltkatzentag!

Außerdem wäre es auch mal wieder Zeit für eine ausgiebige Schmuserunde. Und wie wäre es mal mit einer Portion von dem guten Gourmetfutter aus dem Biomarkt oder besser noch ein paar von diesen leckeren Riesengarnelen anstelle von dem Billigzeugs aus dem Discounter? Tss, tss, tss, gutes Personal ist eben schwer zu finden heutzutage.

Deshalb, liebe Katzen-Menschen und alle, die es noch werden wollen: Streicht euch für die Zukunft den nächsten 8. August dick und fett in eurem Kalender an . . .  und markiert, wenn ihr schon dabei seid, auch gleich alle anderen 364 Tage des Jahres.

Denn: Wer seine Katze liebt – und. wichtiger noch, von ihr zurückgeliebt wird – für den ist jeder Tag Weltkatzentag.