Einmal mit Loben angefangen, ist es gar nicht so leicht, damit aufzuhören. Eine Beobachtung aus der sonst eher nüchternen Welt der Ausschüsse.
Ausschusssitzungen sind trocken, langweilig und wenig emotional? Dass es auch anders geht, hat am Mittwoch der Technische Ausschuss in Böblingen bewiesen. Dort entspann sich ein wahrer Dankesreigen vom Amtsleiter, über Verwaltungsmitarbeiter, Stadträte und schließlich zurück zur Verwaltung. Für wenige Augenblicke wirkte es so, als müssten sich all die „Dankeschöns“, die in der Vergangenheit unausgesprochen geblieben sind, ihren Weg ins Freie bahnen.
Was war passiert? Etwas, dass dann doch wieder sehr ausschussmäßig klingt. Der Stadt ist es gelungen, bei zwei Projekten unter dem veranschlagten Kostenrahmen zu bleiben. Bedeutet: Sie hat rund eine halbe Million weniger Geld ausgegeben als geplant. Gute Nachrichten in Zeiten angespannter Haushaltslagen. Entscheidend dazu beigetragen haben offenbar kreative und kompetente Mitarbeiter der städtischen Verwaltung – und eine gute Absprache aller Beteiligten.
Dankesreigen mit Dank beenden
So gelang es zum einen, die Kosten für den Bau der Flüchtlingsunterkunft Mönchäcker in Dagersheim – die zudem noch einen Preis für „Beispielhaftes Bauen“ gewonnen hat – um rund 52 000 Euro niedriger zu halten. Zum anderen – und dieser Batzen wiegt noch schwerer – die Kosten für die inzwischen abgeschlossenen Brandschutzmaßnahmen am Albert-Einstein-Gymnasium um fast eine halbe Million zu senken.
Vor allem zwei Verwaltungsmitarbeiter, unter ihnen der Brandschutzbeauftragte der Stadt, hätten sich richtig reingehängt, seien kreativ geworden und hätten günstigere Lösungen gefunden, betonte Timo Nußbaum, Leiter des städtischen Gebäudemanagements mit Blick auf die Brandschutzmaßnahmen. Nußbaum war es denn auch, der den Dankesreigen startete. Er sprach zunächst den Mitarbeitern ein Lob aus.
Dem schlossen sich die Stadträtinnen und Stadträte an. Was wiederum Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger dazu veranlasste, dem Gemeinderat zu danken, weil er die Stelle des Brandschutzbeauftragten bewilligt hatte. Nußbaum dankte daraufhin Bürgermeisterin Kraayvanger, die den Mitarbeiter offenbar empfohlen hatte. Oberbürgermeister Stefan Belz unterbrach schließlich den Dankesreigen – in dem er selbst noch einmal allen seinen Dank aussprach.