Raoul Hölzle, der Direktor des Mövenpick-Hotels am Stuttgarter Flughafen, weiß als Besitzer des kleinen Charlie genau, wie sehr Hunde unter Böllern leiden. Foto: Caroline Holowiecki

Das Mövenpick-Hotel am Stuttgarter Airport hat sich zum Silvester-Geheimtipp für Hundebesitzer gemausert. Das hat gleich mehrere Gründe.

Wenn am 31. Dezember 2025 die Uhr Mitternacht schlägt, wird das mit ordentlich Getöse gefeiert. Doch während viele Menschen sich an Raketen und Glitzerregen erfreuen, sind Feuerwerke für Tiere in der Regel eine Tortur. Wenn es knallt, pfeift und blitzt, leiden gerade Hunde mit ihrem ausgezeichneten Gehör. Viele Halterinnen und Halter wollen ihren Lieblingen die Qualen ersparen. Als Geheimtipp hat sich dazu in den vergangenen Jahren der Stuttgarter Flughafen herauskristallisiert.

 

Laut der Luftverkehrsordnung sind 1,5 Kilometer um einen Flughafen herum handelsübliche Raketen vom 2. Januar bis zum 30. Dezember untersagt. Mögliche Ausnahmen für Silvester legt die Landesluftfahrtbehörde beim Regierungspräsidium fest. „Für den Jahreswechsel bedeutet das konkret, dass Silvesterraketen der Kategorie F2, also die üblichen im Handel erhältlichen Feuerwerkskörper, theoretisch bis an die Flughafengrenze heran gezündet werden dürfen, da das Flughafengelände selbst durch Zäune und Sicherheitsbereiche nicht betreten werden kann“, heißt es von dort.

Silvester am Flughafen: Gut für lärmempfindliche Tiere

So oder so, am Flughafen ist es an Silvester ruhiger als anderswo, und das macht den Ort für Tierfans attraktiv. „Die Terminalgebäude sind zwar immer geöffnet, rein rechtlich ist der Aufenthalt über Nacht aber nur denjenigen erlaubt, die für den nächsten Tag ein Flugticket vorweisen können“, sagt eine Airport-Sprecherin. Die Durchsetzung sei Sache der Polizei. Für einen ausgeruhten Start ins neue Jahr sei ein Hotelzimmer sicher eine gute Lösung.

Für Hunde und viele andere Tiere sind die lauten Silvesterböller beängstigend. Foto: dpa-tmn

Direkt am Flughafen Stuttgart gibt es das Wyndham-Hotel, dort sind Tiere erlaubt – und das wird gern genutzt. „Das Feuerwerk hat man im Hotel und im Zimmer gar nicht gehört“, hat Anfang Januar ein Paar mit Hund aus Tamm (Kreis Ludwigsburg) bei Instagram gepostet.

Um diese Klientel buhlt auch das Mövenpick-Hotel. Online wirbt das Haus explizit für ein ruhiges Silvester für Hund, Herrchen und Frauchen, und seit einem Radiobeitrag 2024 boome das Angebot, sagt die Sprecherin Tanja Rollny. „Es waren noch nie so viele wie jetzt.“ Im vergangenen Jahr sei das Airport-Hotel – es gibt zwei Mövenpick-Häuser am Flughafen, die lediglich durch eine Straße getrennt werden – ausgebucht gewesen.

In diesem Jahr habe man sich entschlossen, an Silvester auch das Messe-Hotel zu öffnen – mit Erfolg. Bis jetzt (Stand: 14. November) hätten sich Personen mit insgesamt 350 Hunden in die zwei Mövenpicks mit ihren zusammengenommen 588 Zimmern eingebucht. Alle haben laut Tanja Rollny dreifach verglaste Schallschutzfenster. „Wenn die Fenster zu sind, hört man so gut wie nichts.“

Silvester am Flughafen: Ein besonderes Büfett für die Vierbeiner

Den tierischen Gästen wird im Hause Mövenpick auch einiges geboten. Neben dem Silvesterbüfett für Menschen gibt es zumindest in einem der zwei Hotels auch eines speziell für Hunde. Serviert werden dort Hühnerbrust und -herzen, Abschnitte vom Rinderfilet, Thunfisch und mehr, außerdem Beilagen wie Reis und Kartoffeln.

Sprecherin Tanja Rollny erklärt, man habe zudem den Bestand an Leckerlis, Näpfen und Decken aufgestockt. Das Mövenpick-Hotel sei ein hundeliebes Haus. Vor Ort tummeln sich auch zwei Bürohunde namens Edda und Charlie. Letzterer, ein vierjähriger Shih Tzu, ist der Hund des Hoteldirektors Raoul Hölzle. Er weiß, wie sehr Hunde unter Feuerwerk leiden. „Ich habe mit Charlie deswegen auch schon mal an Silvester in einem Hotel übernachtet“, sagt er.

350 Hunde und mehr: Damit bei derart vielen Tieren auf einem Haufen nichts schiefgeht, werden besondere Hausregeln aufgestellt, kündigt Tanja Rollny an. Darin würden beispielsweise Bereiche benannt, wo Tiere keinen Zutritt hätten, etwa im Fitness- und Wellnessbereich. „Die Verantwortung liegt bei den Hundebesitzern“, betont sie.