Seit Kurzem hat das traditionsreiche Restaurant Waldhorn in Holzgerlingen geschlossen. Nun ist bekannt, was den Schritt für die Betreiberfamilie Hiller unumgänglich gemacht hat.
Für viele ehemalige Gäste war die Nachricht aus heiterem Himmel gekommen: Das Restaurant Waldhorn in Holzgerlingen musste Mitte Februar kurzfristig schließen. Nach Bekanntwerden hatte sich der Geschäftsführer Maximilian Hiller in einer Pressemitteilung bedeckt gehalten über das Warum des plötzlichen Aus’ und nur vage „persönliche und wirtschaftliche Gründen“ angeführt.
Inzwischen ist bekannt geworden, dass die Waldhorn Gastro GmbH, die Betreibergesellschaft des gleichnamigen Restaurants mit angeschlossenem Hotel, einen Insolvenzantrag gestellt hat. Das Amtsgericht Stuttgart hat am 9. Februar die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Niko Maier von der Pluta Rechtsanwalts GmbH aus Stuttgart zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Hohe Fixkosten und Personalengpass führten zur Insolvenz
Maier erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, was zur Insolvenz geführt hat: „Hintergrund sind Liquiditätsschwierigkeiten, begründet durch hohe Fixkosten, die durch die laufenden Einnahmen nicht mehr gedeckt werden konnten.“ Ein weiteres Problem war laut Maier ein Personalengpass. Der Geschäftsführer Maximilian Hiller habe zuletzt übergangsweise selbst in der Küche aushelfen müssen.
Betroffen von der Schließung des Waldhorns sind sechs Mitarbeiter, die von der Betreibergesellschaft beschäftigt wurden. Laut Maier bestehen Lohnrückstände anteilig für Januar sowie für Februar. Diese seien über das Insolvenzgeld abgesichert.
Sechs Mitarbeiter von Insolvenz betroffen
Der Restaurantbetrieb ist mit dem Insolvenzantrag eingestellt worden, der Hotelbetrieb läuft derzeit noch weiter. Wie es mit dem alteingesessenen Betrieb weitergeht, vermag der Insolvenzverwalter nicht zu sagen. „Eine Fortführung durch Herrn Hiller, in welcher Funktion auch immer, ist allerdings eher unwahrscheinlich.“
Falls ehemalige Gäste noch Gutscheine für das Restaurant besitzen, können sie diese zur Insolvenztabelle anmelden. Dafür sollen sie sich, so Maier, postalisch oder per E-Mail beim vorläufigen Insolvenzverwalter melden. Aufgeführt werden sollen Gutscheinnummer, Gutscheinwert sowie die vollständige Anschrift. Werden die Schadensersatzforderungen anerkannt, wird am Ende des Verfahrens ein Betrag in Höhe der Insolvenzquote ausbezahlt.
„Diese Entscheidung ist uns außerordentlich schwergefallen“
Neben dem bürokratischen Akt der Insolvenzverwaltung steht das persönliche Bedauern von Maximilian Hiller. „Diese Entscheidung ist uns außerordentlich schwergefallen“, teilte er im Namen seiner Familie in einer Pressemitteilung mit. Über Jahre hinweg hätten sie Gäste willkommen heißen, besondere Anlässe begleiten und ein Ort der Begegnung und Gastfreundschaft sein dürfen. Mit der Schließung gehe ein Stück Tradition zu Ende, das über lange Zeit viele Menschen verbunden habe.
Maximilian Hiller hatte das Waldhorn in vierter Generation geführt. Sein Vater Eberhard Hiller, der 2024 überraschend verstorben war, hatte den elterlichen Betrieb in jungen Jahren übernommen. Später zog es Eberhard Hiller in den Schönbuch, wo er von 1996 bis 2021 den Waldgasthof Weiler Hütte betrieb. Von 2021 an war das Waldhorn wieder in den Händen der Familie Hiller, die das Gebäude seit mehr als 100 Jahren ihr Eigen nennt, mit Maximilian Hiller als Geschäftsführer.